
1945, kurz vor Kriegsende. Anna (Lisa Wagner) und ihr elfjähriger Sohn Felix (Xari Wimbauer) flüchten aus dem zerbombten München und suchen Unterschlupf in Annas niederbayrischem Heimatdorf. Schnell wird klar, dass Anna und Felix, die in München in einem liberalen Musikerumfeld zuhause waren, nicht so recht in das kleine Dorf passen. Ihr Nachbar Feik (Philipp Hochmair), ein alter Schulfreund von Anna, hat sich zum strammen Nazianhänger entwickelt. Feik hat es sich zur Aufgabe gemacht, das ganze Dorf auf Linie zu halten. Während Anna nur schwer die überzeugte Nationalsozialistin im Dorf spielen kann, will Felix um jeden Preis vermeiden, als Außenseiter zu wirken, und so lässt er sich schnell durch die Nazi-Propaganda von Feik und seinem Sohn Karri (Luis Vorbach) blenden. Zum Glück findet Felix im neuen Haus einen geheimnisvollen Rückzugsort: ein magisches, funkelndes 'Glaszimmer'. Erst nachdem Felix die Ungerechtigkeiten des Krieges zu spüren bekommt, erkennt er, dass Familie und Freundschaft wichtiger sind als jegliche Ideologie...
Für Regisseur Christian Lerch war es ein besonderes Anliegen, die Geschichte von 'Das Glaszimmer' (2020) zu erzählen: "Die Zeitzeugen sterben aus. Erinnerungen von Zeitzeugen wie Josef Einwanger (Drehbuchautor) sind wichtig und wir müssen sie erzählen. Es ist wichtig, heutigen Kindern und Jugendlichen die innere Mechanik von Verführung und in der Folge die schrecklichen Auswirkungen willkürlicher Machtausübung näher zu bringen. Die Geschichte fordert im Erzählen eine gewisse Härte, soll aber auch unterhalten und die jungen Zuschauer fesseln. Sie werden erleben, wie das natürliche Bedürfnis des 'Dazugehörenwollens' über das Prinzip 'Abenteuer, Zuckerbrot und Peitsche' zugunsten eines verbrecherischen Systems instrumentalisiert wird." Sein Kriegsdrama 'Das Glaszimmer' spielt im Jahr 1945, kurz vor Kriegsende, und ist für den Regisseur ein gesellschaftlich relevanter, wichtiger Film, voller Tiefe, verankert in historischem Kontext, jedoch auch versehen mit Inseln aus Leichtigkeit und Poesie. In der Rolle des elfjährigen Felix ist Nachwuchstalent Xari Wimbauer (aus 'Unheimlich perfekte Freunde') zu sehen, seine Mutter wird gespielt von Lisa Wagner ('Weissensee', 'Letzte Ausfahrt Gera' u.a. 'Goldene Kamera' als beste Darstellerin), Philipp Hochmair ('Ich war noch niemals in New York', 'Zwei Herren im Anzug') übernahm die Rolle des Ortsgruppenleiters Feik. In weiteren wichtigen Rollen zu sehen sind u.a. Hans Löw ('All My Loving', 'Toni Erdmann'), Barbara Romaner ('Hexe Lilli rettet Weihnachten', 'Mahler auf der Couch' u.a. Österreichischer Filmpreis als beste Darstellerin), sowie die Kinderdarsteller Luis Vorbach ('Die kleine Hexe', 'Unheimlich perfekte Freunde'), David Benkovitch und Hannah Hagg. 'Das Glaszimmer' ist eine Produktion von 'Lieblingsfilm GmbH' in Koproduktion mit dem 'ZDF' und 'Schwabenlandfilm'. Gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern 'FFF Bayern', der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 'BKM', dem Kuratorium junger deutscher Film, Filmförderungsanstalt 'FFA' und dem Deutschen Filmförderfond 'DFFF'.