Der heißeste Sommer seit Temperaturaufzeichnung und es regnet nicht. Im Melkstand geben die Kühe immer weniger Milch, aber die ist sowieso nichts mehr wert. Bauerntochter Katinka schließt ihre Ausbildung zur Landwirtin ab, ihre Mutter rät ihr aber zu einer weiteren Ausbildung oder zu einer Heirat mit vielen Hektar. Während die Großmutter sich an nichts anderes, sondern nur an den Krieg, erinnert schwimmen die Schwestern den ganzen Tag im Fluss und Katinka presst Heuballen. Höfe sterben und bei einem wachsen rechte Gedanken. Außerdem überall Tomaten, Gurken, Lamas, Feuer und Erinnerungen.
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Besetzung
Hintergrund
Was als kleines Indie-Videospiel eines jungen Entwicklers aus Kyoto begann, entwickelte sich rasend schnell zu einem viralen Sensations-Hit mit Millionen von Downloads. Regisseur Genki Kawamura greift diesen unheimlichen Sog des Backrooms-Phänomens auf und verlagert das beklemmende Szenario auf die große Leinwand. Der Schauplatz ist ein steriler, endlos in einer Schleife verlaufender U-Bahn-Gang in Tokio, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Die einzige und zugleich unerbittliche Regel lautet: Wer eine Veränderung – eine sogenannte Anomalie – bemerkt, muss sofort umkehren; wer sie übersieht, wird unweigerlich an den Anfang des Labyrinths zurückgeworfen.
Hinter der simplen Prämisse verbirgt sich eine tiefgründigere Ebene, die von Klassikern wie Stanley Kubricks „The Shining“ und den optischen Täuschungen eines M. C. Escher inspiriert ist. Kawamura nutzt den endlosen, weißen Korridor als Metapher für den banalen Alltagstrott der Menschen. Die subtilen, teils beunruhigenden Anomalien symbolisieren dabei die verborgenen Sünden und Schuldgefühle des Protagonisten oder der Gesellschaft als Ganzes. Der Regisseur vergleicht diesen albtraumhaften Ort sogar mit dem Fegefeuer aus Dantes „Göttlicher Komödie“, das die Zuschauer dazu zwingen soll, genauer hinzusehen und die Zeichen einer Welt zu erkennen, in der offensichtlich etwas nicht stimmt.
Da die Hauptfigur – der namenlose „verirrte Mann“ – fast völlig ohne Dialoge auskommen muss, war eine starke Leinwandpräsenz gefragt. Diese Rolle übernimmt Kazunari Ninomiya, der einst von Clint Eastwood für das Hollywood-Epos „Letters from Iwo Jima“ entdeckt wurde. Sein rätselhafter Gegenspieler, der „schreitende Mann“, wird von dem erfahrenen Theaterschauspieler Yamato Kôchi verkörpert. Dessen präzise, emotionslose Bewegungen sind stark vom klassischen japanischen Nō-Tanztheater beeinflusst und verleihen der Figur eine fast programmierte, künstliche Aura. Ergänzt wird der Cast durch Nana Komatsu, die nach ihrem Hollywood-Debüt unter Martin Scorsese in „Silence“ hier als schwangere Freundin zu sehen ist.

