9 Voyages: Animiertes Game of Thrones-Spin-off über die Seeschlange
Ein Animations-Profi ist hinter den Kulissen am Werk!
Nachschub aus der Welt von "Game of Thrones": Nachdem zuletzt eine geplante Sequelserie und ein möglicher Kinofilm über "Aegons Eroberung" für Aufsehen sorgten, befindet sich nun ein weiteres Projekt in Planung. Wie Deadline berichtet, erwartet uns wohl ein animiertes Spin-off mit dem Titel "9 Voyages".
Im Mittelpunkt steht Lord Corlys Velaryon, auch bekannt als die Seeschlange. Die Serie erzählt von seinen legendären Seereisen und Abenteuern, die ihn zu einem der reichsten und einflussreichsten Männer in der Geschichte von Westeros machten. Serienfans kennen die Figur bereits aus der Realserie "House of the Dragon", in der Corlys Velaryon von Steve Toussaint verkörpert wird. Die Regie soll von Genndy Tartakovsky übernommen werden, der sich im Animationsgenre bereits durch "Star Wars: The Clone Wars" und "Primal" einen Namen machen konnte.
Ursprünglich war "9 Voyages" als aufwendige Realfilmserie geplant. Verantwortlich dafür war Bruno Heller, der bereits mit "Rom" und "Gotham" große Erfolge feierte. Doch im Jahr 2024 bestätigte "Game of Thrones"-Schöpfer George R. R. Martin, dass das Projekt aus Budgetgründen neu ausgerichtet werden musste. Die enormen Kosten, die für eine realistische Umsetzung der exotischen Schauplätze und Seeschlachten notwendig gewesen wären, machten eine Live-Action-Produktion praktisch unmöglich.
Warum das "Game of Thrones"-Universum unerschöpflichen Stoff für neue Serien bietet
Das Universum von "Game of Thrones" gehört zu den komplexesten und detailreichsten Fantasy-Welten der modernen Popkultur. Auch Jahre nach dem Ende der Hauptserie bleibt das Interesse an neuen Geschichten aus Westeros und darüber hinaus ungebrochen. Der Grund dafür liegt nicht nur im kommerziellen Erfolg der Marke, sondern vor allem in der außergewöhnlichen Tiefe der von George R. R. Martin geschaffenen Welt. Kaum ein anderes Serienuniversum bietet so viele Ansatzpunkte für weitere Spin-offs und Erzählformen.
Eine Welt mit Jahrtausenden an Geschichte
Einer der größten Vorteile des "Game of Thrones"-Universums ist seine enorme zeitliche Tiefe. Die Geschichte von Westeros reicht tausende Jahre zurück und ist geprägt von Eroberungen, Bürgerkriegen, vergessenen Reichen und mythischen Ereignissen. Von der Gründung der großen Adelshäuser über Aegons Eroberung bis hin zu uralten Legenden wie dem Langen Winter existieren zahlreiche Epochen, die bisher kaum oder gar nicht visuell erzählt wurden. Jede dieser Zeitperioden könnte problemlos den Rahmen für eine eigene Serie bieten, ohne die bekannte Handlung der Hauptserie zu wiederholen.
Vielschichtige Regionen und Kulturen
Westeros ist nur ein Teil der bekannten Welt. Jenseits des Meeres liegen Kontinente wie Essos, Sothoryos oder das geheimnisvolle Yi Ti, die in den Serien bislang nur angerissen wurden. Unterschiedliche Kulturen, politische Systeme, Religionen und Lebensweisen sorgen für erzählerische Vielfalt. Während "Game of Thrones" stark auf mittelalterliche Machtkämpfe fokussiert war, könnten neue Serien Handelsreiche, Seefahrernationen oder fremdartige Zivilisationen in den Mittelpunkt stellen. Diese geografische Weite erlaubt völlig neue Tonlagen und Genres – von Abenteuergeschichten bis hin zu politischen Dramen.

Grauzonen statt klarer Helden
Ein zentrales Markenzeichen des Universums ist der Verzicht auf einfache Gut-gegen-Böse-Strukturen. Charaktere handeln selten aus reinem Idealismus, sondern aus Machtinteresse, Angst, Loyalität oder persönlichem Trauma. Diese moralischen Grauzonen machen die Figuren glaubwürdig und bieten enormes erzählerisches Potenzial. Neue Serien können diese Stärke aufgreifen, indem sie bekannte historische Figuren neu beleuchten oder bislang unbekannte Charaktere in komplexe Konflikte stellen. Gerade diese Ambivalenz unterscheidet "Game of Thrones" von klassischer Fantasy.
Politische Intrigen als zeitloses Erzählmittel
Politische Machtspiele, Bündnisse und Verrat sind das Herzstück der Reihe. Diese Themen sind zeitlos und universell verständlich, unabhängig vom Fantasy-Setting. Das Universum erlaubt es, politische Systeme in unterschiedlichsten Ausprägungen zu zeigen – von feudalen Monarchien über freie Städte bis hin zu religiösen Herrschaftsformen. Jede neue Serie kann diese Strukturen variieren und anpassen, ohne den Kern des Franchise zu verlieren. Dadurch bleibt das Erzählkonzept frisch, während es gleichzeitig vertraut wirkt.

Drachen, Magie und Mythen als flexible Elemente
Magie ist im "Game of Thrones"-Universum bewusst dosiert eingesetzt. Sie ist geheimnisvoll, gefährlich und oft unberechenbar. Drachen, Prophezeiungen und uralte Mächte existieren eher am Rand der Handlung, gewinnen aber immer dann an Bedeutung, wenn sich das Gleichgewicht der Welt verschiebt. Diese flexible Nutzung fantastischer Elemente erlaubt es neuen Serien, entweder realistisch und politisch zu bleiben oder stärker ins Mythische zu gehen. Animation, Prequels oder experimentellere Formate profitieren besonders von dieser Offenheit.
Unterschiedliche Formate für unterschiedliche Geschichten
Ein weiterer Grund für das große Potenzial liegt in der Formatvielfalt. Nicht jede Geschichte muss als epische Großserie erzählt werden. Miniserien, Anthologien oder animierte Formate ermöglichen es, kleinere, abgeschlossene Geschichten zu erzählen oder unbekannte Figuren in den Fokus zu rücken. Dadurch kann das Universum erweitert werden, ohne sich erzählerisch zu überladen oder die Hauptlinie zu verwässern.
Fazit: Eine Welt, die noch lange nicht auserzählt ist
Das "Game of Thrones"-Universum bietet weit mehr als nur die Geschichte um den Eisernen Thron. Seine historische Tiefe, kulturelle Vielfalt und komplexen Figuren machen es zu einer nahezu unerschöpflichen Quelle für neue Serien. Solange kreative Ansätze und erzählerische Sorgfalt im Vordergrund stehen, hat Westeros noch viele Geschichten zu erzählen – und das Interesse der Zuschauer dürfte so schnell nicht abklingen.
