Spring Breakers 2: Bella Thorne für Regie, Drehbuch und Hauptrolle verpflichtet

Die Darstellerin verspricht einen spaßigen Kinofilm

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Mehr als ein Jahrzehnt nach dem kontroversen Kinohit "Spring Breakers" nimmt die Fortsetzung nun konkrete Formen an. Im Podcast "Call Her Daddy" von Alex Cooper verriet Schauspielerin Bella Throne, dass sie sowohl die Regie als auch das Drehbuch und die Hauptrolle für "Spring Breakers 2" übernehmen wird.

Besonders spannend für Fans des Originals: Laut Thorne arbeitet das Team erneut mit den kreativen Köpfen hinter dem ersten Film zusammen. Zudem soll uns wohl ein wirklich unterhaltsamer Film erwarten – und auch die Produzenten zeigten sich extrem begeistert von dem ersten Drehbuchentwurf. Zitat Thorne:

"Wir haben Spaß dabei. Wenn man ins Kino gehen und Spaß haben will, wird man bei diesem Film auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Das steht fest. Ja, da geht's richtig ab. Das sagen alle, wenn sie das Drehbuch lesen: Da geht's richtig ab."

Neben Thorne ist auch Ariel Martin Teil der Besetzung. Die Schauspielerin wurde vor allem durch ihre Rollen in den Disney-Musicals "Zombies 2" und "Zombies 3" bekannt. Ebenfalls mit dabei sind "Stranger Things"-Darstellerin Grace Van Dien sowie True Whitaker. Einen Kinostart gibt es noch nicht.

Der erste "Spring Breakers" erschien 2013 unter der Regie von Harmony Korine und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem der umstrittensten Filme des Jahres. Die Geschichte über vier junge Frauen, die während der Spring-Break-Ferien immer tiefer in eine Welt aus Drogen, Kriminalität und Gewalt gezogen werden, spaltete Publikum und Kritik gleichermaßen.

Der Skandal um Spring Breakers

Regisseur Harmony Korine inszenierte kein gewöhnliches Teenie-Drama, sondern einen grellen, provokanten Trip durch Exzess, Gewalt, Drogen und sexuelle Freizügigkeit. Für viele Zuschauer war der Film eine schockierende Grenzüberschreitung – und gerade deshalb entwickelte sich "Spring Breakers" zu einem Kultphänomen.

Disney-Stars in völlig neuem Licht

Der wohl wichtigste Grund für die Kontroverse war die Besetzung. Selena Gomez und Vanessa Hudgens galten damals noch stark als Disney-Stars und Vorbilder für ein junges Publikum. Millionen Fans kannten sie aus Serien und Familienfilmen. In "Spring Breakers" spielten sie plötzlich junge Frauen, die Alkohol trinken, Drogen konsumieren, Waffen benutzen und in eine kriminelle Welt abrutschen.

Besonders für Eltern und Medien war dieser Bruch mit ihrem bisherigen Image ein Schock. Viele Kritiker warfen dem Film vor, gezielt mit der Unschuld seiner Darstellerinnen zu spielen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Tatsächlich nutzte Korine genau diesen Effekt: Er wollte zeigen, wie schnell Pop-Idole und Jugendfantasien in Dekadenz und Gewalt umschlagen können.

Sex, Drogen und Gewalt ohne moralischen Zeigefinger

Anders als viele Hollywood-Filme verurteilte "Spring Breakers" seine Figuren nicht eindeutig. Der Film zeigte Partys, Bikinis, Drogen, Waffen und Kriminalität in hypnotischen Bildern, begleitet von elektronischer Musik und einer fast traumartigen Inszenierung. Für manche Zuschauer wirkte das wie eine Verherrlichung von Exzess und Verantwortungslosigkeit. Korine selbst betonte jedoch immer wieder, dass der Film eher eine Satire auf den amerikanischen Traum und die Konsumkultur sei. Doch genau diese Mehrdeutigkeit machte "Spring Breakers" so umstritten. Wer den Film sah, konnte ihn entweder als scharfe Gesellschaftskritik oder als stylische Feier des Chaos verstehen.

James Franco als verstörender Gangster

Ein weiterer Skandalfaktor war James Franco in der Rolle des Gangsters Alien. Mit Goldzähnen, Cornrows und einem überzeichneten Auftreten schuf Franco eine Figur, die gleichzeitig lächerlich, bedrohlich und faszinierend war. Seine Performance wurde gefeiert, aber auch kritisiert – unter anderem wegen der Aneignung bestimmter Hip-Hop- und Straßenkultur-Klischees. Besonders berüchtigt wurde die Szene, in der Alien am Klavier Britney Spears' "Everytime" spielt, während parallel ein bewaffneter Überfall stattfindet. Diese Mischung aus Popmusik, Schönheit und Gewalt wurde zu einem Symbol für den verstörenden Ton des Films.

Ein Film, der Cannes schockierte

Bereits bei seiner Premiere auf den Filmfestspielen von Venedig und später in Cannes sorgte "Spring Breakers" für hitzige Diskussionen. Einige Kritiker bezeichneten den Film als Meisterwerk, andere als moralisch bankrott. Die Presse berichtete ausführlich über die freizügigen Szenen, die Gewalt und den radikalen Stil des Regisseurs. Der Skandal wurde zusätzlich durch das Marketing angeheizt. Die Plakate zeigten die Hauptdarstellerinnen in Neon-Bikinis mit Pistolen in der Hand – Bilder, die bewusst mit der Ästhetik von Musikvideos und Jugendwerbung spielten.

Vom Skandal zum Kultfilm

Heute gilt "Spring Breakers" für viele Filmfans als moderner Kultfilm. Was damals empörte, wird inzwischen häufig als kluge Dekonstruktion von Jugendkultur, Social-Media-Ästhetik und amerikanischem Hedonismus gelesen. Der Film beeinflusste zahlreiche Musikvideos, Modekampagnen und spätere Werke über Exzess und Identität.

Der eigentliche Skandal bestand daher nicht nur aus nackter Haut oder Gewalt, sondern aus der Art, wie Harmony Korine beides präsentierte: schön, verstörend und ohne einfache Antworten. Genau diese Ambivalenz machte "Spring Breakers" zu einem der meistdiskutierten Filme seiner Zeit – und zu einem Werk, das bis heute polarisiert.