Ein tierischer Spaß! Unsere META-Filmkritik zu Coyote vs. Acme

Wir verraten, ob die Rückkehr von Wile E. Coyote überzeugt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein

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Es grenzt an ein kleines Wunder, dass "Coyote vs. Acme" überhaupt noch das Licht der Welt erblickt hat. Ursprünglich für 2023 geplant, sollte der Mix aus Live-Action- und Animationsfilm im Zuge konzerninterner Sparmaßnahmen und umstrittener Steuerabschreibungen bei Warner Bros. klammheimlich im Giftschrank entsorgt werden. Erst nach einem weltweiten Aufschrei der Fans, konnte sich Ketchup Media, ein unabhängiger Vertriebs- und Finanzpartner, die Rechte sichern und den Film schließlich ins Kino bringen. Doch zahlt sich der ganze Trubel überhaupt aus? Und was sagen eigentlich die anderen Kritiker dazu? Das verraten wir euch in unserer KinoCheck-META-Kritik.

Wile E. Coyote zieht vor Gericht

Eines muss man vorweg betonen: "Coyote vs. Acme" ist kein klassischer "Looney Tunes"-Film. Obwohl zahlreiche vertraute Gesichter aus der gefeierten Zeichentrickserie ihre obligatorischen Gastauftritte absolvieren, steht Wile E. Coyote im Zentrum der Geschichte. Der hat nach Jahrzehnten voller vom Himmel fallender Ambosse, waghalsiger Klippenstürze und dauerhaft fehlerhafter Produkte die Nase voll und beschließt, den Hersteller hinter dem ganzen Schrott zu verklagen: die berüchtigte ACME Corporation. Vertreten wird er dabei von Kevin (Will Forte), einem Pflichtverteidiger, der allerdings nicht sonderlich viele Erfolge in seiner Karriere vorzuweisen hat.

Bild zu Willi Kojote jagt den Road Runner! - COYOTE VS. ACME Clip & Trailer German Deutsch

Slapstick trifft auf unerwarteten Tiefgang

Der Großteil der Kritiker ist sich einig: "Coyote vs. Acme" ist richtig gut! Besonders euphorisch zeigt sich Frank Schenk vom Hollywood Reporter:

"Es ist erfreulich zu berichten, dass der Film ein urkomisches Vergnügen ist, einer der besten Realfilm-Animationsfilme aller Zeiten."

Auch IGN-Reporter Clint Gage ist begeistert und fügt hinzu, dass der Film genau das ist, was sich "Looney Tunes"-Fans schon seit Jahren wünschen:

"'Coyote vs. Acme' überzeugt auf ganzer Linie und beweist ein feines Gespür dafür, was die klassischen 'Looney-Tunes'-Figuren so zeitlos macht".

Unserer Meinung nach punktet der Film damit, Wile E. Coyote endlich die emotionale Tiefe zu geben, die er verdient. Neben all den irrwitzigen Gags, die eine riesige Bandbreite an Humorfacetten von albernem Slapstick bis zu cleverer Meta-Ebenen bedienen, passiert etwas Spannendes: Der Film bringt uns dazu, die (durchaus unterhaltsamen) Unfälle des Protagonisten bei der Jagd auf den Road Runner plötzlich zu hinterfragen.

Das ewige Katz-und-Maus-Spiel wird völlig neu beleuchtet – sind die beiden nach all den Jahren eigentlich erbitterte Feinde oder längst unzertrennliche Freunde? Trotz aller Nostalgie, die mitschwingt, wirft der Film anhand seiner liebevoll gezeichneten Helden einen neuen Blick auf den altbekannten Stoff – und ist durchaus bewegend. Oder um es mit den Worten von YouTuber Jeremy Jahns zu sagen:

"Was mich wirklich überrascht hat: Dieser Film hat unglaublich viel Herz. Am Ende dachte ich mir: Das hätte ich nicht erwartet. Das ist ein Volltreffer."

Technik, Cast und ein paar Längen

Technisch bewegt sich die Produktion auf einem hohen Niveau. Die Animationen sind absolut top, wunderschön anzusehen, und der Mix aus Real- und Zeichentrick-Elementen funktioniert über weite Strecken erstaunlich harmonisch. Das sieht Stefan Geisler von Filmstarts anders. Für ihn ist der Look tatsächlich die größte Schwachstelle des Films:

"Während die A-Liga der 'Looney Tunes'-Stars wie Bugs Bunny oder Daffy Duck immerhin noch mit erkennbar mehr Aufwand animiert wurde, büßen viele der Nebenfiguren erheblich an Charme ein – was insbesondere in den Massenszenen oder in der direkten Gegenüberstellung mit den klassischen 'Looney Tunes'-Cartoons deutlich sichtbar wird."

Wir finden: Im direkten Vergleich zur Präsenz der Animationsfiguren bleiben die echten Schauspieler ein wenig auf der Strecke. Die Darstellungen von Will Forte, John Cena und Lana Condor sind solide, aber auch nichts Weltbewegendes. Gerade Forte wirkt im Zusammenspiel mit seinen animierten Partnern gelegentlich überfordert. Witney Seibold von Slashfilm hält den Darsteller sogar schlicht für fehlbesetzt:

"Wenn man eine Komödie über das Aufeinandertreffen der Cartoon- und Menschenwelt drehen will, sollte man nicht einen Schauspieler besetzen, der vor allem für seine Komödienrollen bekannt ist."

Zudem hat der Film unserer Meinung nach 10 bis 15 Minuten zu viel auf der Uhr, welche sich in der Mitte des Films bemerkbar machen. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Ein sympathischer Spaß

Dennoch überwiegt das Positive bei Weitem, was sich auch in den Reaktionen der Kritiker äußert. Thomas Abeltshauser von epd Film fasst zusammen:

"Am Ende gewinnt der Kojote seine Würde nicht, indem er siegt, sondern indem er nach jedem Aufprall wieder oben am Abgrund steht. Diesmal hat es sogar sein Film geschafft. Meep, meep."

Fazit: "Coyote vs. Acme" ist eine charmante Komödie, die mit einer cleveren Geschichte, tollen Figuren und viel Herz überzeugen kann. Fans werden hier definitiv voll auf ihre Kosten kommen. Haben wir euer Interesse geweckt? Im Kino startet "Coyote vs. Acme" am 17. September 2026.

Bild zu COYOTE VS. ACME Trailer German Deutsch (2026) John Cena, Exklusiv