Stranger Things: Tales from '85: Wirbel um Trailer zur neuen Netflix-Serie

Viele Fans ärgern sich über die deutsche Synchronisation

Von Carlos Corbelle Fraga am 4 min Lesezeit

Viele Fans von "Stranger Things" konnten es sicherlich kaum erwarten, den ersten Trailer zu "Stranger Things: Tales from '85" zu sehen. Nachdem er nun erschienen ist, ist die Stimmung unter den deutschsprachigen Zuschauern allerdings getrübt. Der Grund: die Synchronisation der neuen Animationsserie, die am 23. April 2026 auf Netflix startet. Im deutschen Trailer werden die liebgewonennen Protagonisten aus Hawkins nämlich nicht länger von den Synchronsprechern der Originalserie gesprochen.

Warum sich Netflix bei der Animationsserie für neue Sprecher entschieden hat, wurde vom Streamingsender nicht bekannt gegeben. Bereits in der finalen fünften Staffel der Originalserie wurden im vergangenen Jahr die Synchronsprecher einiger Hauptcharaktere ausgetauscht. Gegenüber Kino.de sprach Netflix damals von "organisatorischen Gründen". Ob das auch diesmal der Fall ist, ist bislang unklar. Allerdings äußerte sich nun mit Tom Ferenc einer der Synchronsprecher der Originalserie zum "Tales from '85"-Trailer. Die deutsche Stimme des "Stranger Things"-Protagonisten Will Byers kommentiert auf Social Media den Wechsel der Sprecher und nennt als Grund einen Netflix-Vertrag, der die Erlaubnis zum Trainieren von Künstlicher Intelligenz miteinschließt. Auf seinem Instagram-Channel sagt er dazu:

Seit Anfang des Jahres haben wir Synchronsprecher zwei Möglichkeiten. Entweder wir sprechen nicht mehr für Netflix und sind damit komplett raus aus allen ihren Produktionen. Oder wir sprechen weiter für Netflix unter dem Gesichtspunkt, dass wir einen Vertrag unterschreiben, der Netflix erlaubt, ihre KI intern zu trainieren. Und genau aus diesem Grund hört ihr in der Animationsserie keine einzige Originalstimme. Ich und viele, viele andere Synchronsprecher wollen einfach nicht, dass ihre Stimmen in irgendwelche KI-Modelle gespeist werden, womit wir uns am Ende selbst ersetzen, was in meinen Augen völlig, völlig logisch ist.

Deutliche Reaktionen auf Synchronisation von Tales from '85

Klingt ganz nach einem Boykott der Synchronsprecher, von denen auch Peter Flechtner, in der Originalserie die deutsche Stimme von Jim Hopper, auf den Trailer zu "Stranger Things: Tales from '85" reagierte. Ohne Worte, aber mit ernster Miene und einem vielsagenden Kopfschütteln bekundet er in einem Instagram-Clip seinen offensichtlichen Unmut über die neue deutsche Stimme seiner einstigen "Stranger Things"-Figur.

Wie sich der Konflikt zwischen den Synchronsprechern und Netflix weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Viele Fans sind jedoch jetzt schon alles andere als begeistert davon, dass in der neuen Animationsserie ihres geliebten Franchises nun andere Sprecher in der deutschen Fassung zu hören sind. Auf dem deutschen YouTube-Kanal von Netflix hagelt es kritische Kommentare von Usern, die sich über die Synchronisation aufregen. "Hopper ohne Peter Flechtner? Das geht gar nicht", ist unter dem Trailer zu lesen. Oder auch: "Werde ich wahrscheinlich nicht schauen ohne die bekannten Stimmen." Auch auf den besagten Synchronsprecher-Vertrag gehen die User ein. So schreibt einer beispielsweise: "Uff... dieser neue Netflix-Vertrag für Synchronsprecher muss echt furchtbar sein, wenn sogar Peter Flechtner eine Rolle (Hopper), die ihm so am Herzen liegt, jemand anderem überlässt."

Auch bei KinoCheck bringen viele ihre Enttäuschung zum Ausdruck: "OK, der Netflix-Sprecher-Streik macht sich bemerkbar", lautet einer der Kommentare zum Trailer auf einem unserer YouTube-Kanäle. "Ich hoffe Netflix hört mit dem Irrsinn auf und streicht diese unnötige Klausel." Ein anderer schreibt: "Tut mir leid, ich mein: ich freu mich drauf, aber ohne die originalen Synchronsprecher ist es nicht das selbe."

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Stranger Things: Zurück ins Jahr 1985

In "Stranger Things: Tales from '85" müssen sich Eleven, Mike, Will, Dustin, Lucas und Max einmal mehr einer mysteriösen Bedrohung entgegenstellen. Die Story ist allerdings kein Sequel der Originalserie. Stattdessen spielt sie im Winter des Jahres 1985 und damit zwischen der zweiten und dritten Staffel von "Stranger Things". Ob die Animationsserie nach der ersten Staffel fortgesetzt wird, ist bislang unklar. Fest steht allerdings, dass die Duffer Brothers nicht länger als Showrunner fungieren, auch wenn die "Stranger Things"-Schöpfer weiterhin als ausführende Produzenten beteiligt sind. Federführend ist stattdessen Eric Robles.

In der US-Fassung der Animationsserie sind Millie Bobby Brown und all die anderen Stars aus der Originalserie übrigens auch nicht als Synchronsprecher an Bord. Stattdessen wurden folgende, vermutlich wesentlich günstigere Sprecher engagiert: Brooklyn Davey Norstedt als Eleven, Brett Gipson als Jim Hopper, Luca Diaz als Mike Wheeler, Braxton Quinney als Dustin Henderson, Ben Plessala als Will Byers, Elisha Williams als Lucas Sinclair, Jolie Hoang-Rappaport als Max Mayfield und Jeremy Jordan als Steve Harrington.

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