Paul Dano reagiert auf Tarantino-Diss
Nach langem Schweigen äußert sich der Star erstmals
Fast zwei Monate ist es nun her, dass Paul Danos Schauspieltalent von Quentin Tarantino öffentlich massiv in Frage gestellt wurde. Die harsche Kritik des "Kill Bill"-Regisseurs schlug hohe Wellen, doch Dano hielt die Füße still. Bis jetzt. Nun äußert sich der Schauspieler erstmals selbst dazu. Und zwar auf ziemlich gelassene Art und Weise.
Als er beim Sundance Film Festival auf Tarantinos Kommentare angesprochen wurde, verwies Dano auf die unzähligen Social-Media-Reaktionen all jener, die sich gleich darauf auf seine Seite schlugen. "Das war sehr nett", sagte er gegenüber Variety. "Ich war außerdem unglaublich dankbar, dass die Welt sich für mich eingesetzt hat, so dass ich es nicht tun musste."
Unverblümte Kritik von Quentin Tarantino
Im Podcast von Brett Easton Ellis hatte Tarantino über die seiner Ansicht nach besten Filme des 21. Jahrhunderts gesprochen. Dabei kam er auch auf Paul Thomas Andersons "There Will Be Blood" zu sprechen. Im Drama von 2007 spielt Daniel Day-Lewis den skrupellosen Protagonisten, der sich zum erfolgreichen Ölunternehmer emporarbeitet. Sein Gegenspieler wird von Dano verkörpert. Und genau darin sieht Tarantino die große Schwäche des Films. Wäre Danos Performance nicht gewesen, hätte er den Film auf Platz eins oder zwei gewählt. So sei "There Will Be Blood" für ihn aber bloß der fünftbeste Film des 21. Jahrhunderts. Stattdessen bezeichnete er Ridley Scotts Kriegsfilm "Black Hawk Down" aus dem Jahre 2001 als den bislang besten Film dieser Ära.
Mit seiner Kritik an Danos vielfach gelobter Performance in "There Will Be Blood" steht Tarantino ohnehin ziemlich alleine da. Was die ganze Sache aber zur Kontroverse werden ließ, die eine Empörungswelle nach sich zog, war die Art und Weise, wie Tarantino über ihn herzog. So wurde Dano vom Filmemacher als "schwächster fucking Schauspieler" in der US-amerikanischen Schauspieler-Gewerkschaft SAG bezeichnet. Zudem meinte er angesichts des Leinwandduells zwischen Daniel Day-Lewis und Paul Dano:
Daniel frisst ihn auf. Austin Butler wäre in der Rolle großartig gewesen. Er ist einfach nur solch ein schwacher, schwacher, uninteressanter Kerl.
Viel Zuspruch für Paul Dano
Nach der unverblümten Kritik schlugen sich im Netz nicht nur Fans, sondern auch zahlreiche Hollywoodstars auf die Seite Danos. Schauspielkollegin Reese Witherspoon etwa bezeichnete ihn als talentierten, vielseitigen Darsteller und Gentleman. "The Batman"-Regisseur Matt Reeves, der Dano in seiner Superheldenverfilmung als Bösewicht Riddler besetzte, sprang ihm ebenfalls zur Seite und beschrieb ihn als unglaublichen Schauspieler und Menschen. Derweil äußerte sich Ethan Hawke im Podcast "The Joe Rogan Experience" dazu. "Jeder, der Quentin kennt, weiß, dass der nur redet, redet, redet", sagte der "Lowdown"-Darsteller und stellte angesichts der vielen Solidaritätsbekundungen sogleich das Positive an der ganzen Angelegenheit heraus: "Wisst ihr was: Ich denke nicht, dass Paul Dano zuvor geahnt hat, dass so viele Leute ihn lieben."
Ob seine vielen Befürworter Recht damit haben, Paul Dano als hervorragenden Schauspieler zu preisen, kann er schon bald wieder auf der Leinwand unter Beweis stellen. Ab dem 9. April 2026 können wir ihn in Olivier Assayas' "Der Magier im Kreml" an der Seite von Jude Law als Putins Berater sehen. Mal schauen, ob sich Tarantino auch zu dieser Performance äußern wird.
