Der blanke Horror! Unsere Kritik zu Return to Silent Hill

Christophe Gans nimmt erneut auf dem Regiestuhl Platz!

Von Jonas Reichel am 3 min Lesezeit

Kaum eine fiktive Stadt hat sich so tief ins Gedächtnis von Horror-Fans eingebrannt wie Silent Hill. Nebel, rostige Gitter, verlassene Straßenzüge und groteske Monster – all das ist mittlerweile Kult und aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, als mit "Return to Silent Hill" die mittlerweile dritte Filmadaption der beliebten Spielereihe angekündigt wurde. Doch wird "Return to Silent Hill" seiner Vorlage gerecht? All das erfahrt ihr in unserer neuen Filmkritik!

Die Story: Einmal Silent Hill und (leider) zurück

Die Geschichte kennen wir: Hauptfigur James Sunderland bekommt einen Brief von seiner vermeintlich verstorbenen Frau und landet schließlich in Silent Hill, das definitiv bessere Tage gesehen hat. Auf der Suche nach Mary stolpert James durch neblige Straßen, kämpft gegen Monster und beginnt zunehmend an seinem eigenen Verstand zu zweifeln. Allerdings sei hier schon erwähnt, dass "Return to Silent Hill" nur die Grundprämisse der Spielevorlage aufgreift. Letztlich entscheidet man sich dazu, eigene Wege zu gehen, was den ein oder anderen Hardcore-Fan ziemlich vor den Kopf stoßen könnte.

Statt den Zuschauer subtil in den Wahnsinn zu treiben, serviert uns der Film die Handlung sprichwörtlich mit der Brechstange. Wir bekommen alles so erstklassig vorgekaut, dass jegliches Mysterium sofort im Keim erstickt wird. "Return to Silent Hill" fühlt sich ohnehin weniger wie ein Film und mehr wie die Abarbeitung einer Videospiel-Checkliste an: Areale betreten, Hinweise finden, Monster bekämpfen. Das nimmt der Erzählung jegliche Dynamik und Spannung.

Ein handwerkliches Auf und Ab

In Sachen Handwerk ist der Film ein ziemliches Auf und Ab. Er ist aber vor allem eins: anstrengend. Während Christophe Gans erste "Silent Hill"-Verfilmung noch mit ruhigen Momenten überzeugen konnte, wird der Zuschauer hier mit schnellen Schnitten und visuellen Reizen überflutet. Gelegentlich blitzt zwar die typische "Silent Hill"-Atmosphäre auf, vorwiegend zu Beginn, wenn James durch die verlassene Stadt irrt und es Asche vom Himmel regnet. Echten Grusel sollte man aber nicht erwarten. Besonders schmerzhaft: Der ikonische Soundtrack von Akira Yamaoka wird nur punktuell angespielt und ansonsten fast vollständig ignoriert.

Das Monsterdesign hingegen ist insgesamt recht ordentlich. Einige Kreaturen sehen wirklich verstörend aus, andere hingegen wirken seltsam unfertig. Das liegt vor allem am GCI, das irgendwo zwischen "ganz okay" und "ziemlich schlecht" hin und her pendelt. Und wenn wir schon mal bei den Monstern sind, muss natürlich auch der Umgang mit Pyramid Head erwähnt werden. Das maskierte Ungetüm wurde im Trailer bereits prominent in Szene gesetzt und versprach ein episches Aufeinandertreffen mit James. Doch Pustekuchen. Seine Screentime im Film beschränkt sich auf maximal fünf Minuten.

Charaktere zum Vergessen

Ein weiteres Manko sind die komplett eindimensional gezeichneten Figuren. Vor allem Jeremy Irvine spielt dermaßen überzogen, dass es nahezu unmöglich ist, emotionale Nähe oder eine glaubwürdige Verbindung zum dem Charakter aufzubauen. Übrig bleiben flache Schablonen, die so ziellos durch die Geschichte stolpern, dass es einem als Zuschauer nach 100 Minuten Laufzeit eigentlich ziemlich egal ist, ob James seine Liebe findet oder nicht. Innere Konflikte, Traumata oder moralische Ambivalenz – also das Herz von "Silent Hill" – werden hier lediglich behauptet.

Fazit

"Return to Silent Hill" hätte eigentlich ein absoluter Selbstläufer werden müssen. Christophe Gans zurück auf dem Regiestuhl, "Silent Hill 2" als Vorlage und eine der wohl stimmigsten Horrorwelten überhaupt – was kann da schon schiefgehen? Herausgekommen ist aber ein Film, der inhaltlich nichts zu bieten hat, sich lieber an Fanservice festklammert und völlig vergisst, warum "Silent Hill" überhaupt so besonders ist. Wer sich echten Grusel erhofft, dürfte enttäuscht werden. Wir greifen deshalb lieber noch mal zum Game. Ihr wollt euch dennoch eine eigene Meinung bilden? "Return to Silent Hill" läuft ab dem 5. Februar 2026 in den deutschen Kinos an.

Unser Fazit: Lang, anstrengend, flach – diese Rückkehr kann man sich sparen.

Bild zu RETURN TO SILENT HILL Trailer German Deutsch (2026)