James Wan inszeniert den neuen Saw-Film!

Es geht zurück zu den Wurzeln!

Von Jonas Reichel am 3 min Lesezeit

Gute Neuigkeiten für alle "Saw"-Fans! In einem Interview auf dem Sundance-Filmfestival verriet Horror-Mastermind James Wan, dass er die Regie für den neuen "Saw"-Film übernehmen wird.

Zudem machte Wan klar, wohin die Reise gehen soll: Der neue "Saw"-Film wird sich in Ton und Atmosphäre stark am ersten Film der Reihe orientieren. Bedeutet: mehr Spannung und psychologischer Horror statt reiner Effekthascherei. Das Drehbuch schreibt Leigh Whannell, der sich zuletzt für "Wolf Man" und "Der Unsichtbare" verantwortlich zeigte.

Auch hinter den Kulissen gibt es einige Veränderungen: Die Rechte an der Marke werden künftig von Blumhouse Productions und Lionsgate gemeinsam gehalten. Blumhouse übernimmt 50 Prozent der Franchise, während Lionsgate weiterhin als Produktions- und Vertriebspartner beteiligt bleibt. Ein Startdatum für den nächsten "Saw"-Film gibt es bisher noch nicht.

Der Kultstatus der "Saw"-Reihe: Wie ein Horrorfilm zur Ikone wurde

Als "Saw" 2004 in die Kinos kam, wirkte der Film auf den ersten Blick wie ein typischer Low-Budget-Horrorstreifen. Gedreht mit begrenzten Mitteln und weitgehend unbekannten Schauspielern, überraschte der Film jedoch mit einer ungewöhnlich dichten Atmosphäre und einer clever konstruierten Handlung. Statt auf klassische Schockeffekte setzte Regisseur James Wan auf Spannung, psychologischen Druck und ein beklemmendes Setting. Diese Mischung traf den Nerv der Zeit und legte den Grundstein für eine der bekanntesten Horror-Reihen des 21. Jahrhunderts.

John Kramer und die Moral des Grauens

Ein zentrales Element des Kultstatus ist die Figur des John Kramer, besser bekannt als Jigsaw. Anders als viele Horrorantagonisten ist er kein wahlloser Mörder. Seine Taten folgen einer verdrehten Moral: Er stellt Menschen auf die Probe, die ihrer Meinung nach ihr Leben nicht wertschätzen. Diese moralische Grauzone machte Jigsaw zu einer faszinierenden und zugleich verstörenden Figur. Fans diskutierten immer wieder über seine Motive und die Frage, ob seine "Spiele" lediglich grausame Gewalt oder eine perverse Form von Gerechtigkeit darstellen.

Die Fallen als Markenzeichen

Untrennbar mit der "Saw"-Reihe verbunden sind die ausgeklügelten und oft schockierenden Fallen. Sie wurden im Laufe der Filme immer komplexer und brutaler, entwickelten sich aber zugleich zu einem klaren Wiedererkennungsmerkmal. Für viele Zuschauer bestand ein Teil der Faszination darin, zu beobachten, wie die Opfer versuchen, den tödlichen Prüfungen zu entkommen. Gleichzeitig wurden die Fallen zum Symbol für die Eskalation der Reihe und prägten den Ruf von "Saw" als extremen, kompromisslosen Horror.

Erzählerische Komplexität und überraschende Wendungen

Neben der Gewalt zeichnete sich "Saw" früh durch eine ungewöhnlich verschachtelte Erzählweise aus. Rückblenden, parallele Handlungsstränge und überraschende Enthüllungen gehörten von Anfang an zum Konzept. Besonders das legendäre Ende des ersten Films, das den gesamten Handlungsrahmen neu definierte, trug maßgeblich zum Kultstatus bei. Auch spätere Teile griffen dieses Prinzip auf und belohnten aufmerksame Zuschauer mit komplexen Verbindungen zwischen den Filmen.

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Vom Kritikerliebling zum Massenphänomen

Mit dem wachsenden Erfolg entwickelte sich "Saw" von einem innovativen Horrorfilm zu einem festen Bestandteil der Popkultur. Die Filme erschienen jahrelang im jährlichen Rhythmus und wurden vor allem zu Halloween zu einem festen Kinoritual. Zwar nahm die Kritik an der inhaltlichen Qualität mit der Zeit zu, doch gerade diese Phase trug zur Kultbildung bei. Die Reihe wurde zunehmend als exzessiv, übertrieben und kompromisslos wahrgenommen – Eigenschaften, die in der Horrorfangemeinde häufig geschätzt werden.

Einfluss auf das Horrorgenre

Der Erfolg von "Saw" beeinflusste das Horrorkino nachhaltig. In den 2000er-Jahren prägte der Film den sogenannten "Torture Porn"-Trend, der auf explizite Gewalt und psychischen Leidensdruck setzte. Auch wenn diese Bezeichnung umstritten ist, lässt sich der Einfluss der Reihe auf zahlreiche Nachahmer kaum leugnen. Gleichzeitig zeigte Saw, dass Horrorfilme mit originellen Ideen und klarer Handschrift ein breites Publikum erreichen können.

Treue Fangemeinde und anhaltende Relevanz

Trotz kreativer Höhen und Tiefen blieb die Fangemeinde der Reihe über Jahre hinweg treu. Conventions, Fan-Theorien und Online-Diskussionen halten das Interesse bis heute lebendig. Jede neue Fortsetzung wird nicht nur als weiterer Film, sondern als Ereignis wahrgenommen. Der Kultstatus von "Saw" speist sich dabei aus Nostalgie, Wiedererkennung und der einzigartigen Mischung aus Grauen und Spannung.

Ein moderner Horrorklassiker

Heute gilt "Saw" als moderner Klassiker des Horrorgenres. Die Reihe hat bewiesen, dass ein Film mit einfacher Grundidee, aber starker Umsetzung, eine nachhaltige kulturelle Wirkung entfalten kann. Ihr Kultstatus basiert nicht allein auf Schockmomenten, sondern auf Figuren, Themen und einer Atmosphäre, die sich tief ins Gedächtnis der Zuschauer eingebrannt haben. Damit bleibt "Saw" ein fester Bestandteil der Horrorfilmgeschichte.

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