DC Studios streicht mehrere Serienprojekte – Waller, Paradise Lost und Booster Gold auf Eis
Zwei Projekte rund um Poison Ivy und Catwoman sollen DC gepitcht worden sein
Im Hause DC ist gerade einiges los: Wie das Magazin Variety offiziell bestätigt, wurden mehrere geplante Serien auf Eis gelegt. Darunter unter anderem die "Amanda-Waller"-Serie mit Viola Davis sowie das "Wonder Woman"-Prequel "Paradise Lost" und "Booster Gold".
Die Serie "Waller" wurde bereits im Mai 2022 angekündigt – noch bevor James Gunn und Peter Safran die Leitung der neu gegründeten DC Studios übernahmen. Geplant war eine Rückkehr von Viola Davis als Amanda Waller, jener skrupellosen Regierungsagentin, die sie bereits in den "Suicide Squad"-Filmen von David Ayer und James Gunn verkörperte.
"Paradise Lost" wurde Anfang 2023 vorgestellt und gehörte zu den vielversprechendsten Projekten im neuen DCU. Die Serie sollte auf Themyscira spielen und die Geschichte der Amazonen lange vor der Geburt von Wonder Woman erzählen. Neben diesen beiden Serien ist auch "Booster Gold" betroffen. Die Adaption rund um den zeitreisenden DC-Helden war ebenfalls Teil der ursprünglichen Projektliste von Gunn und Safran.
Zudem berichtet das Magazin The Ankler, dass den Verantwortlichen von DC offenbar zwei Projekte rund um Poison Ivy und Catwoman gepitcht worden sein sollen. Aber auch hier entschieden sich DC und HBO gegen eine Realisierung.
Trotz der gestrichenen Projekte arbeitet DC Studios weiterhin an neuen Serienideen. So befindet sich beispielsweise ein Projekt über Jimmy Olson in der Mache. Schauspieler Skyler Gisondo soll seine Rolle aus "Superman" erneut übernehmen, diesmal in einer True-Crime-Mockumentary. Zu tun bekommt er es dabei mit Gorilla Grodd, einem der ikonischsten Schurken im DC-Kosmos. Auch ein bisher unbetiteltes Projekt über Mister Terrific soll kommen.
"Lanterns" hingegen bringt das Green Lantern Corps zurück in die Live-Action-Welt von DC. Im Zentrum stehen Hal Jordan und John Stewart, die gemeinsam einen mysteriösen Mordfall auf der Erde untersuchen. Die Serie wird als Mischung aus Science-Fiction und Krimi beschrieben und soll sowohl irdische als auch kosmische Elemente verbinden. Die mit Aaron Pierre und Kyle Chandler besetzte Serie feiert am kommenden Sonntag ihre Premiere auf HBO Max.

Haben sich James Gunn und Peter Safran mit dem DCU möglicherweise übernommen?
Wenn man sich die Entwicklung im Hause DC so anschaut, drängt sich unfreiwillig die Frage auf, ob sich James Gunn und Peter Safran mit ihrem DCU vielleicht doch etwas übernommen haben. Seit der Vorstellung ihrer umfangreichen Projektliste Anfang 2023 wurden zahlreiche Filme und Serien angekündigt, die gemeinsam ein komplett neues Universum aufbauen sollten. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass mehrere dieser Vorhaben nicht mehr aktiv verfolgt werden oder ganz aus der Entwicklung verschwunden sind.
Das muss nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen sein, denn große Studios ändern ihre Pläne regelmäßig, und kreative Strategien werden häufig angepasst Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass der ursprünglich angekündigte Umfang des neuen DCU enorme personelle, finanzielle und organisatorische Ressourcen erfordert. Ein vernetztes Filmuniversum aufzubauen, das qualitativ überzeugt und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich ist, gehört zu den schwierigsten Aufgaben in Hollywood.
Marvel hat über Jahre bewiesen, wie komplex ein solches Unterfangen ist, und selbst dort geriet das Modell zuletzt zunehmend unter Druck. Für Gunn und Safran wird entscheidend sein, ob sie den Mut haben, Projekte zu streichen, Prioritäten neu zu setzen und sich auf jene Geschichten zu konzentrieren, die wirklich funktionieren. Erst wenn die nächsten Filme und Serien erscheinen, wird sich zeigen, ob die aktuelle Kurskorrektur ein Warnsignal oder lediglich Teil eines langfristig erfolgreichen Plans ist.
Allerdings muss man sich einiges vergegenwärtigen: Der Startschuss "Superman" kam sowohl bei der Kritik als auch bei den Zuschauern gut an und konnte an den Kinokassen überzeugen. "Supergirl" hingegen war ein riesiger Flop. Ob der Horrorfilm "Clayface" Ende des Jahres finanziell überzeugen kann, bleibt vorerst abzuwarten. Das DCU scheint also unter einem enormen Druck zu stehen, auch wenn sich die Verantwortlichen hinter den Kulissen weiterhin optimistisch zeigen.
