Mit Jason Statham auf hoher See! Unsere META-Filmkritik zu Mutiny
Wir verraten, ob der Action-Film überzeugt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
In "Mutiny" stellt sich Jason Statham der gesamten Crew eines Frachters entgegen. Reichlich Prügel sind garantiert. Was euch sonst noch erwartet und wie wir und andere Kritiker den Action-Film beurteilen, erfahrt ihr in der META-Kritik von KinoCheck!
Darum geht's
Das nennt man Mitarbeitertreue! Als der milliardenschwere Geschäftsführer einer Reederei vor den Augen seines Bodyguards Cole Reed ermordet wird, setzt der Leibwächter alles daran, um die Killer seines Chefs zur Rechenschaft zu ziehen. Und weil Reed von Jason Statham gespielt wird, kommt es schon bald, wie es kommen muss: Die Killer werden ordentlich vermöbelt. Einer nach dem anderen. Praktischerweise macht er die Verantwortlichen in Windeseile ausfindig. Die Spur führt zu einem Frachter. Reed gelingt es, sich auf das Schiff zu schleichen – und muss schon bald feststellen, dass die gesamte Crew unter einer Decke steckt. Die Ausnahme: Angie Ellis (Annabelle Wallis), die erst seit kurzem an Bord ist und nichts von den Machenschaften der Mannschaft weiß. Als sie der mörderischen Crew auf die Schliche kommt, schließt sie sich Reed an. Auf dem Schiff entbrennt ein gnadenloser Kampf ums Überleben.
Auf Statham ist Verlass
Von der Kritik wird das Ganze durchwachsen aufgenommen. Große Lobeshymnen bleiben aus, wenn auch die ein oder andere Review relativ wohlwollend auf den Film blickt. Bei einigen Kritikern fällt er wiederum durch. Ein Großteil ordnet "Mutiny" jedoch irgendwo dazwischen ein: als soliden Kracher, in dem Statham liefert, was man in einem Action-Film dieser Art von ihm erwartet. Tatsächlich kann sich Regisseur Jean-François Richet bei der Inszenierung des Überlebenskampfes voll und ganz auf seinen Hauptdarsteller verlassen. Man kauft es Statham jederzeit ab, dass er als wandelnde Ein-Mann-Armee jeden Gegner mühelos ausschaltet. Ganz gleich, wie brachial die Auseinandersetzungen auch sein mögen. Oder um es mit den Worten des Collider-Kritikers Shawn Van Horn zu sagen:
"Regisseur Jean-François Richet ist sich dessen bewusst und richtet die Kamera so oft wie möglich auf ihn. Statham, der mittlerweile fast 60 ist, wirkt als Action-Held nach wie vor zeitlos (und alterslos!)."
Zudem steht Richet mit dem Frachtschiff auf hoher See eine dankbare Kulisse zur Verfügung: Der Raum ist begrenzt, ein Entkommen scheint kaum möglich. Beste Voraussetzungen für einen Action-Kracher in der Tradition des Bruce-Willis-Klassikers "Stirb langsam". Jacob Oller vom A.V. Club bringt es folgendermaßen auf den Punkt:
"Einige wenige Einstellungen vermitteln einen Eindruck vom Ausmaß des Frachters – etwa wenn Reed an der Ankerkette hinunterklettert und wieder auf das Deck zurückkehrt – doch der Film besteht größtenteils aus Gängen und Ecken, die aus der beengten Perspektive derer, die durch dieses nautische Labyrinth rennen, miteinander verschwimmen."
Um den Helden muss man sich keine Sorgen machen
So nimmt "Mutiny" vor allem dann an Fahrt auf, wenn es auf möglichst engem Raum zum Zweikampf zwischen Reed und seinen Feinden kommt. Gerade in solchen Situationen ist die Action durchaus überzeugend in Szene gesetzt. Und doch will alles in allem keine rechte Spannung aufkommen. Woran liegt's? Vielleicht hat es damit zu tun, dass Statham als wandelnde Ein-Mann-Armee effizienter ist, als es dem Film gut tut. Mit anderen Worten: Es gibt während der gesamten Laufzeit nicht einen Moment, in dem man um den Helden bangt. Zur Erinnerung: Auf dem Schiff entbrennt ein gnadenloser Kampf ums Überleben. Zumindest vordergründig. Man sieht es, spürt es aber nicht.
Manch ein Kritiker fühlt sich dennoch gut unterhalten. Viele geben jedoch auch zu verstehen, dass man den Film ebenso schnell wieder vergisst, wie man ihn gesehen hat. Besonders negativ wird "Mutiny" etwa von Siddhant Adlakha bei IGN beurteilt, der in seiner Review feststellt:
"In 'Mutiny' schlafwandelt Jason Statham durch eine laue Rachegeschichte auf See, die kaum einprägsame Momente zu bieten hat."
Fader Beigeschmack
Davon abgesehen, hinterlässt der Film aber auch einen faden Beigeschmack durch die Art und Weise, wie die Gewalt an der ein oder anderen Stelle zur Geltung kommt. "Mutiny" ist nicht durchgehend drastisch – und doch gibt es immer mal wieder Szenen, in denen Statham seinem Gegenüber einen Hauch zu abgebrüht in den Kopf schießt. Wenn dem Gegner das Gesicht zerfetzt wird, uns die Blutstropfen entgegenspritzen, verharrt die Kamera ein klein wenig zu gerne auf der Sauerei. Nicht lange genug, um das Publikum abzustoßen, aber gerade noch lang genug, um en passant den brutalen Augenblick zu zelebrieren. So als wolle man uns sagen: Hat der Statham ihm nicht ganz vorzüglich das Gesicht zerfetzt?
Fazit: Insgesamt kommt der Action-Film eher mittelmäßig an. Auch wir finden: Trotz der soliden Inszenierung hält sich die Spannung in Grenzen – daran kann auch Jason Statham nichts ändern.
Im Kino startet "Mutiny" am 27. August 2026.
