Analog trifft auf Digital! Unsere META-Filmkritik zu Toy Story 5
Wir verraten, ob das neue Abenteuer überzeugt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
Mit "Toy Story 5" schickt Pixar eine der langlebigsten und beliebtesten Animationsreihen der Filmgeschichte in eine neue Runde. Für Fans der ersten Stunde bedeutet das vor allem eins: ein Wiedersehen mit den geliebten Helden, die über die Jahrzehnte hinweg zu festen Begleitern geworden sind. Doch was hat das neue Abenteuer sonst noch zu bieten – und was sagen andere Kritiker dazu? Das verraten wir euch in unserer KinoCheck-META-Kritik.
Die Story: Analog vs. Digital
Im Zentrum von "Toy Story 5" steht die mittlerweile achtjährige Bonnie, die zwar immer noch an ihren traditionellen Spielzeugen hängt, aber zunehmend Schwierigkeiten hat, neue Kontakte zu knüpfen. Um ihr dabei zu helfen, schenken ihr die Eltern ein froschähnliches Tablet namens Lilypad (kurz "Lily"). Bonnie wird rasch süchtig nach dem Gerät und vernachlässigt immer mehr ihre klassischen Spielsachen. Unter der neuen Führung von Sheriff Jessie – unterstützt von ihrem Stellvertreter Buzz Lightyear – versuchen die Spielzeuge nun, für Bonnie eine echte Freundin zu finden und Lilypads Einfluss zu begrenzen.

Viel Spaß, wenig Tiefgang
Aus dieser Prämisse entwickelt sich der spannende und sehr gegenwärtige Konflikt zwischen analogen und digitalen Spielsachen. Der Film stellt dabei die fundamentale und durchaus berechtigte Frage, ob klassische Spielsachen in unserer heutigen Welt überhaupt noch zeitgemäß sind.
Trotz der Aktualität bleibt die Struktur der Geschichte allerdings recht klassisch. Man sollte sich daher auf keine allzu großen Überraschungen einstellen, da der Plot vertrauten Mustern folgt. Gleichzeitig bleibt die Reihe sich selbst treu, indem sie die gewohnten Themen des Erwachsenwerdens sowie das bewusste Entkoppeln von geliebtem Spielzeug erneut aufgreift.
Wer allerdings eine besonders tiefgehende, kritische Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie Digitalisierung, Medienkompetenz oder dem medialen Konsumverhalten erwartet, wird möglicherweise enttäuscht. "Toy Story 5" kratzt diesbezüglich nur an der Oberfläche. Christoph Petersen von Filmstarts sieht das anders und zieht Parallelen zu unserem täglichen Leben:
"Aber 'Toy Story 5' unterhält nicht nur, er hat auch etwas zu sagen: Wenn Bonnie nach dem Aufwachen die Arme nach oben reckt, aber dann noch während des ersten Gähnens ganz selbstverständlich nach ihrem Lilypad greift, ist die Bewegung so perfekt getroffen, dass man sich auch als Zuschauender sofort erwischt fühlt."
Jessie übernimmt das Ruder
In Bezug auf die Figuren kommt der neue Film hingegen mit einer kleinen Änderung um die Ecke: Im Gegensatz zu den bisherigen Teilen, rückt nun Jessie deutlich stärker ins Zentrum des Geschehens. Die Kult-Helden Buzz Lightyear und Woody agieren dieses Mal eher als sympathische Nebencharaktere im Hintergrund. Dadurch gewinnt die weibliche Perspektive spürbar an Bedeutung, was unserer Meinung nach durchaus für frischen Wind sorgt. Auch andere Kritiker sehen das so. Jordan Williams von ScreenRant erkennt in Jessies Präsenz Potential für weitere Filme:
"Die erfrischende Erzählweise wird durch die Entscheidung gestärkt, Jessie (Joan Cusack) anstelle von Woody und Buzz (Tim Allen) in den Mittelpunkt zu rücken. Woodys Geschichte wurde bereits meisterhaft erzählt, doch das Hadern von Jessie nach dem Verlust von Emily und Andy bot noch viel Potential für weitere Einblicke."

Animation & Humor: Gewohnte Pixar-Qualität
Vor allem in einem Punkt sind sich nahezu alle Kritiker einig: Technisch gesehen gehört auch "Toy Story 5" zur absoluten Speerspitze im Animationsbereich. Jede Textur, jede Lichtstimmung und selbst die kleinsten Gebrauchsspuren an den Figuren sehen fantastisch aus. Gerade die fotorealistischen Naturaufnahmen haben es Antje Wessels von Wessels Filmkritik angetan.
"Als der Film die ersten Momente aus der Perspektive eines der Spielzeuge zeigt, das blinzelnd in Richtung Horizont blickt, vor ihm der schneeweiße Sand und das sanft vom Wind aufgeraute Meer, wirkt dieses Bild derart fotorealistisch, dass man sich unwillkürlich erst einmal ins Gedächtnis rufen muss, keine aufwendig gefilmte Naturdokumentation zu sehen, sondern einen vollständig am Computer entstandenen Animationsfilm."
Zudem loben viele Kritiker den Humor. Und auch wir finden: "Toy Story 5" ist wirklich lustig und bietet eine Reihe von Jokes, bei denen Groß und Klein auf ihre Kosten kommen dürften. Für den YouTuber Cody Leach knüpft Teil 5 nahtlos an die Klasse seiner Vorgänger an:
"Diese Filmreihe hat immer noch so viel Charme. Sie hat immer noch so viel Potential – was die Figuren angeht, was den Humor betrifft und die Art und Weise, wie sie die Welt der Spielzeuge nutzen, um damit reale Themen zu beleuchten."
Schwächen: Wo bleiben die großen Emotionen?
So sympathisch das neue Abenteuer auch sein mag – an die emotionale Tragweite der Vorgänger kommt dieser Teil nicht heran. Der Fokus liegt ganz klar auf Leichtigkeit, Tempo und Humor, wodurch die ganz großen emotionalen Ausnahmezustände diesmal ausbleiben. Und natürlich stellt sich auch bis zum Ende die Frage: Hat es diesen Film überhaupt gebraucht? Für viele Fans war "Toy Story 3" der perfekte Abschluss der Geschichte. "Toy Story 4" war eine nette Ergänzung, aber auch da wurde bemängelt, dass er sich eher nachgeschoben anfühlte. Teil 5 schlägt in die gleiche Kerbe – es ist Content, aber immerhin sympathischer Content.
Und hier scheiden sich die Geister. Während einige Kritiker die Fortsetzung als durchaus gelungene Erweiterung des "Toy Story"-Universums empfinden, ist für andere der Drops gelutscht. Peter Bradshaw von The Guardian schreibt:
"Es ist fast unglaublich, dass die 'Toy Story'-Reihe bereits über 30 Jahre alt ist und zu den Eckpfeilern des goldenen Zeitalters der Pixar-Animation zählt. Doch mittlerweile ist das Thema auserzählt, und die Marke hat an Reiz verloren."
Jörg Wimalasena von der Welt ergänzt:
"So ist 'Toy Story 5' nicht gerade ein Totalausfall. Wer die Vorgängerfilme mochte, dürfte kaum enttäuscht sein. Das klingt jetzt aber auch schon so algorithmisch und ist ein Teil des Problems."
Unser Fazit
"Toy Story 5" kommt bei der Kritik durchaus positiv an, wenn auch einige Kritikpunkte nicht von der Hand zu weisen sind. Der fünfte Teil ist kein Meisterwerk. Aber ein extrem sympathischer, kurzweiliger und unbeschwerter Film für die gesamte Familie. Im Kino startet "Toy Story 5" am 23. Juli 2026.
