Küss den Frosch: Realfilm zum Animations-Hit von Disney in Entwicklung
Es soll sich nicht um eine klassische Neuverfilmung handeln
Obwohl "Vaiana" an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurückblieb, glaubt Disney offenbar weiterhin an das Potential ihrer Realfilm-Neuauflagen bekannter Animations-Hits. Wie das Branchenmagazin Deadline berichtet, befindet sich nun auch eine Live-Action-Adaption von "Küss den Frosch" in Entwicklung.
Anders als bei früheren Remakes soll es sich aber nicht um eine klassische Neuverfilmung des Animationsfilms von 2009 handeln. Stattdessen plant Disney ein eigenständiges Spin-off, das die Geschichte der beliebten Hauptfigur Tiana weitererzählt oder erweitert. Ursprünglich war eine Disney+-Serie mit der bekannten Figur geplant, deren Entwicklung im vergangenen Jahr allerdings eingestellt wurde.
In "Küss den Frosch" arbeitet Tiana als ehrgeizige Kellnerin in New Orleans und träumt von einem eigenen Restaurant. Als sie einen verzauberten Prinzen küsst, verwandelt sie sich selbst in einen Frosch. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Reise durch die Sümpfe Louisianas, um den Fluch zu brechen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
Als Drehbuchautor soll sich ersten Informationen zufolge "Euphoria"-Star Colman Domingo im Gespräch befinden. Der Schauspieler wurde unter anderem durch seine Rolle in "Fear the Walking Dead" bekannt und zählt inzwischen zu den gefragtesten Stars Hollywoods. Ein Startdatum oder Informationen zur Besetzung gibt es bisher noch nicht. Neben dem neuen "Tiana"-Projekt befinden sich auch eine Reihe weiterer Produktionen in Arbeit. Dazu gehören die Realverfilmung von "Rapunzel: Neu verföhnt", die derzeit gedreht wird, das "Cinderella"-Spin-off "Stepsisters" sowie die Fortsetzung "Lilo & Stitch 2".
Disney im Realfilm-Fieber: Die bekanntesten Neuverfilmungen der Animationsklassiker
Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt Disney verstärkt auf Realverfilmungen seiner beliebtesten Animationsfilme. Was 2010 mit "Alice im Wunderland" begann, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Strategien des Studios. Während einige Filme an den Kinokassen enorme Erfolge feierten und von Kritikern gelobt wurden, sorgten andere für gemischte Reaktionen. Dennoch bleibt Disney seiner Linie treu und arbeitet bereits an zahlreichen weiteren Projekten. Mit "Vaiana", das 2026 in die Kinos kam, wurde die Reihe um einen weiteren bekannten Klassiker ergänzt.
Alice im Wunderland: Der Startschuss
Den Grundstein für Disneys heutige Remake-Welle legte "Alice im Wunderland" (2010) von Regisseur Tim Burton. Statt einer klassischen Eins-zu-eins-Verfilmung setzte Burton auf eine eigenständige Fortsetzung der bekannten Geschichte. Mit Johnny Depp als verrücktem Hutmacher und Mia Wasikowska als Alice entwickelte sich der Film zu einem weltweiten Kassenerfolg und spielte über eine Milliarde US-Dollar ein. Dieser Erfolg überzeugte Disney davon, weitere Animationsklassiker als Realfilme neu zu interpretieren.
Cinderella: Märchenhaft umgesetzt
2015 folgte "Cinderella", der bis heute als eine der gelungensten Disney-Realverfilmungen gilt. Regisseur Kenneth Branagh orientierte sich eng am Zeichentrickklassiker von 1950, verlieh der Geschichte jedoch mehr Tiefe und emotionalen Hintergrund. Lily James überzeugte als Cinderella, während Cate Blanchett als böse Stiefmutter zu den Höhepunkten des Films zählte. Viele Fans sehen diese Neuauflage bis heute als Musterbeispiel dafür, wie ein Remake aussehen sollte.
Das Dschungelbuch: Technische Meisterleistung
Einen weiteren Meilenstein stellte "Das Dschungelbuch" (2016) dar. Unter der Regie von Jon Favreau entstanden beeindruckende CGI-Welten, in denen fast sämtliche Tiere digital erschaffen wurden. Der Film begeisterte sowohl Kritiker als auch Zuschauer und gewann sogar einen Oscar für seine visuellen Effekte. Bis heute zählt "Das Dschungelbuch" zu den erfolgreichsten und beliebtesten Disney-Realfilmen.

Die Schöne und das Biest: Ein musikalischer Erfolg
Mit "Die Schöne und das Biest" (2017) brachte Disney einen seiner größten Zeichentrickklassiker zurück auf die Leinwand. Emma Watson übernahm die Rolle der Belle, während Dan Stevens den verwunschenen Prinzen spielte. Der Film blieb der Vorlage weitgehend treu, ergänzte jedoch einige neue Songs und Hintergrundgeschichten. Das Publikum honorierte dies mit einem weltweiten Einspielergebnis von über einer Milliarde US-Dollar.

Aladdin: Will Smith als Dschinni
2019 wagte sich Disney an "Aladdin". Besonders die Besetzung von Will Smith als Dschinni sorgte zunächst für Skepsis. Nach dem Kinostart überzeugte der Schauspieler jedoch viele Fans mit seiner eigenen Interpretation der legendären Figur. Naomi Scott als Jasmin und Mena Massoud als Aladdin rundeten den farbenfrohen Abenteuerfilm ab, der ebenfalls weltweit mehr als eine Milliarde Dollar einspielte.

Der König der Löwen: Beeindruckende Optik, geteilte Meinungen
Ebenfalls 2019 erschien "Der König der Löwen". Der Film setzte nahezu vollständig auf fotorealistische Computereffekte und verzichtete fast komplett auf echte Tiere oder Kulissen. Technisch beeindruckte die Produktion zwar enorm, viele Zuschauer kritisierten jedoch, dass den digitalen Tieren die Emotionen des Originals fehlten. Dennoch wurde der Film zu einem der finanziell erfolgreichsten Disney-Projekte überhaupt.

Mulan: Ein anderer Weg
Mit "Mulan" (2020) entschied sich Disney bewusst gegen eine direkte Kopie des Zeichentrickfilms. Auf Musicaleinlagen und den beliebten Drachen Mushu wurde verzichtet. Stattdessen setzte der Film stärker auf historische Elemente und spektakuläre Action. Die Reaktionen fielen gemischt aus, dennoch zeigte Disney, dass nicht jedes Remake identisch mit seinem Vorbild sein muss.

Arielle, die Meerjungfrau
2023 kehrte Disney mit "Arielle, die Meerjungfrau" zurück zu einem der beliebtesten Zeichentrickfilme aller Zeiten. Halle Bailey übernahm die Hauptrolle und wurde besonders für ihre Gesangsleistung gelobt. Die Neuverfilmung modernisierte einige Aspekte der Geschichte, blieb dem Original aber insgesamt treu und konnte weltweit zahlreiche Zuschauer begeistern.

Lilo & Stitch
Mit "Lilo & Stitch" erhielt 2025 ein weiterer Fanliebling eine Realfilm-Neuauflage. Der Film kombinierte echte Schauspieler mit einer digital animierten Version des außerirdischen Stitch. Besonders Familien nahmen den Film positiv auf, sodass Disney bereits eine Fortsetzung angekündigt hat.

Fazit
Die Disney-Realverfilmungen spalten bis heute die Meinungen. Während Filme wie "Cinderella", "Das Dschungelbuch" oder "Die Schöne und das Biest" als gelungene Neuinterpretationen gelten, wurden andere Produktionen wie "Der König der Löwen" oder zuletzt "Vaiana" dafür kritisiert, den Originalen zu ähnlich zu sein. Wirtschaftlich bleibt das Konzept für Disney jedoch weiterhin attraktiv. Solange die Zuschauer ihre Lieblingsklassiker auch als Realfilme sehen möchten, dürfte die Welle der Neuverfilmungen noch viele Jahre anhalten.

