Der Dunkle Turm: Update zur Serienadaption der Saga von Stephen King
Der Film von 2017 "kann nicht das letzte Wort gewesen sein"
Stephen King-Fans aufgepasst! Die Serienadaption von "Der Dunkle Turm" befindet sich weiterhin in Entwicklung. Hinter dem Projekt steht Horror-Experte Mike Flanagan. Dieser gab nun im Gespräch mit dem Branchenmagazin Deadline ein Update zum aktuellen Stand des Projekts.
Flanagan hatte dabei positive Nachrichten zu verkünden. Die Serie befinde sich demnach aktuell auf einem guten Weg.
"Wir haben bereits viele Drehbücher dafür fertiggestellt. Es hat oberste Priorität."
Dabei ging der Regisseur auch nochmal auf die Verfilmung von 2017 ein. Seiner Meinung nach könne diese nicht das letzte Wort gewesen sein. Die Filmadaption mit Idris Elba und Matthew McConaughey wurde von den meisten King-Fans überaus kritisch aufgenommen.
Flanagan arbeitet schon länger an einer Serie zu "Der Dunkle Turm", was er in der Vergangenheit auch schon als seinen "Heiligen Gral" bezeichnete. 2022 gab der Regisseur an, dass er die Saga idealerweise in fünf Staffeln erzählen möchte. Daraufhin sollen noch zwei Kinofilme folgen. Ob dieser Plan noch immer aktuell ist und letztendlich auch umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten.
Mike Flanagan im Horror-Genre
Mike Flanagan zählt zu den bekanntesten modernen Horror-Regisseuren und ist vor allem für seine atmosphärisch dichten Filme und Serien bekannt. Große Aufmerksamkeit erlangte er mit der Netflix-Serie "Spuk in Hill House", die klassisches Geisterhaus-Horror mit Familiendrama verbindet. Mit "Midnight Mass" schuf Flanagan eine Miniserie über Glauben, Schuld und Erlösung.
Im Filmbereich hat er schon mehrfach Werke von Stephen King adaptiert. Dazu zählen "Das Spiel" und auch "Doctor Sleeps Erwachen", der Fortsetzung von "Shining". Zuletzt drehte er "The Life of Chuck" mit Tom Hiddleston, basierend auf einer Kurzgeschichte von King.

Stephen Kings Der Dunkle Turm
"Der Dunkle Turm" erfreut sich unter King-Fans überaus großer Beliebtheit. King arbeitete mit Unterbrechungen über 30 Jahre an der Saga, von der bisher acht Romane erschienen sind. "Der Dunkle Turm" ist dabei weit mehr als nur eine schlichte Fantasy-Reihe: Sie ist ein gewaltiges erzählerisches Geflecht, das Fantasy, Western, Science-Fiction und Horror miteinander verbindet.
Ein literarisches Phänomen
Im Zentrum der Saga steht der Revolvermann Roland Deschain, der durch eine zerfallende Welt reist, um den Dunklen Turm zu erreichen – ein mystisches Bauwerk. Doch so klar dieses Ziel scheint, so vielschichtig ist der Weg dorthin. Kings Erzählung ist dabei episodisch und experimentell. Figuren kommen und gehen, Welten verschieben sich, und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen zunehmend. Gerade diese Ambition macht "Der Dunkle Turm" zu einem Ausnahmeprojekt. King verwebt nicht nur verschiedene Genres, sondern auch Figuren, Orte und Motive. Für viele Fans ist die Saga daher der Schlüssel zum Gesamtwerk von King.
Warum die Saga so beliebt ist
Die große Beliebtheit von "Der Dunkle Turm" lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen ist hier die epische Dimension zu erwähnen. Die Geschichte erstreckt sich über Generationen, Welten und Realitäten und vermittelt ein Gefühl von Größe und Schicksal. Und trotz aller Mythologie stehen oft auch Freundschaft, Verlust, Schuld und Hoffnung im Mittelpunkt. King scheut sich auch nicht vor Brüchen, Stilwechseln oder unerwarteten Entscheidungen – was teilweise polarisiert, aber auch fasziniert. Außerdem ziehen sich Themen wie freier Wille, Determinismus, Erlösung und der Preis von Obsession durch die gesamte Saga. Für viele Leser ist "Der Dunkle Turm" daher eine Reise, die noch lange nach dem letzten Band nachhallt.
Die kontroverse Verfilmung
2017 wagte Hollywood den Versuch, die Saga mit dem gleichnamigen Film auf die große Leinwand zu bringen. In den Hauptrollen: Idris Elba als Roland Deschain und Matthew McConaughey als Mann in Schwarz. Trotz hochkarätiger Besetzung stieß der Film bei den meisten Fans auf deutliche Ablehnung.

Ein Kritikpunkt war, dass der Film versuchte, die komplexe Buchreihe auf knapp anderthalb Stunden zu reduzieren. Anstatt einer echten Adaption wirkte das Ergebnis wie eine stark vereinfachte, hastig erzählte Zusammenfassung, die weder der Tiefe der Figuren noch der Bedeutung des Dunklen Turms gerecht wurde. Wichtige Themen, Charakterentwicklungen und emotionale Momente fehlten oder wurden nur angerissen. Für viele Fans gilt der Film deshalb als verpasste Chance – vor allem im Vergleich zu der epischen Vorlage.
Eine faszinierende Saga
"Der Dunkle Turm" bleibt eines der ambitioniertesten und persönlichsten Projekte Stephen Kings. Die Saga fasziniert durch ihre Mischung aus Mythologie, Genrevielfalt und Emotionen und hat sich über Jahrzehnte eine leidenschaftliche Fangemeinde aufgebaut. Gerade diese Komplexität macht eine Verfilmung schwierig – und erklärt, warum einfache oder stark verkürzte Adaptionen bei Fans kaum auf Gegenliebe stoßen. Der Ansatz von Mike Flanagan – eine Serie mit mehreren Staffeln und zwei Filmen – klingt vielversprechender. Es bleibt nun abzuwarten und auf eine gelungene Adaption zu hoffen.