"Batgirl": Warner Bros. legt den DC-Film komplett auf Eis

Ähnlich geht es auch dem "Scooby! Voll verwedelt"-Sequel

von Pierre Lorenz am 3. August 2022

Diese Nachricht hat diese Woche die ganze Filmwelt überrascht: Warner Bros. streicht die Veröffentlichung von "Batgirl". Wie der Filmriese in einer Stellungnahme verlauten ließ, wurde der Film samt Streaming- und Kinorelease restlos eingestampft. Das Besondere dabei ist, dass der Film bereits komplett fertiggedreht ist und die Testscreenings bereits in vollem Gange waren. Als Begründung wurde ein Strategiewechsel in der Führungsetage angegeben und nicht etwa schlechte Testvorführungen oder sonstige Probleme, die mit der Qualität des geplanten DC-Films zu tun haben. Zugleich ließ man mitteilen, dass man mit dem Endprodukt und der Arbeit der Beteiligten sehr zufrieden sei, diesen Schritt jedoch trotzdem gehen müsse. Gleiches gelte übrigens auch für die Veröffentlichung von dem "Scooby! Voll verwedelt"-Sequel, das der neuen Strategie ebenso zum Opfer gefallen ist. Besonders unglücklich darüber scheint der Macher Tony Cervone zu sein. Er berichtete, dass der Film so gut wie fertig sei und er über die Entscheidung am Boden zerstört ist. 


Einige vermuten dahinter einen roten Faden, denn Warner möchte in Zukunft auf hochklassige Kinoblockbuster wie "The Batman" oder "Dune" setzen und weniger auf exklusive Titel bei HBO Max mit kleinerem Budget. "Batgirl" war mit seinem auf knapp 90 Millionen US-Dollar angewachsenen Produktionsbudget wohl nicht groß genug. Zumindest scheint er nicht Warners Ansprüche an ein hochpreisiges Blockbuster-Spektakel zu erfüllen. Die treibende Kraft dahinter ist David Zaslav, der seit der Zusammenführung von Warner Bros. und Discovery Inc. der neue CEO ist und vielen kleineren Produktionen jetzt und in Zukunft den Rücken kehren möchte. 

Viele Brancheninsider vermuten aber hinter dem Einstampfen von "Batgirl" und "Scooby! 2" einen noch offensichtlicheren Grund, bei dem es um nichts anderes als Geld geht. Wie unter anderem Variety berichtet, nutzt Warner Bros. Discovery und das Team rund um David Zaslav das Vorgehen, um bei der frischen Unternehmenszusammenführung Steuern zu sparen. Dadurch, dass die beiden Filme gecancelt werden, kann man sich viele Millionen an Steuerausgaben zurückholen, was die Buchhalter von Warner Bros. Discovery freuen dürfte. Die Bedingung für diesen Schritt: An beiden Filmen darf kein Geld verdient werden und somit dürfen sie auch niemals kommerziell veröffentlicht werden. 

Eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, die – da sind sich viele Experten einig – wohl tatsächlich keine inhaltlichen, sondern nur steuerliche Gründe hat. Derzeit erntet Warner für dieses Vorgehen einiges an Kritik in Hollywood, denn am Ende sind die nackten Zahlen offensichtlich wichtiger als das Werk vieler tausend Menschen, die lange an der Fertigstellung der Filme gearbeitet haben. Dass der Aufschrei rund um die Steuerstrategie doch noch eine Veröffentlichung der beiden Filme erzwingen könnte, gilt als unwahrscheinlich. Was denkt ihr über David Zaslav und das Canceln der beiden Filme? Habt ihr dafür Verständnis oder gehört ihr ebenfalls zu denjenigen, die diese Strategie verurteilen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!