Gerücht: Harry Potter-Produzent soll das James Bond Franchise leiten

Alfonso Cuarón könnte die Regie des neuen Bond-Films übernehmen

Von Jonas Reichel am 5 min Lesezeit

Noch vor einigen Wochen wurde bekanntgegeben, dass Amazon MGM die kreative Kontrolle über das "James Bond"-Franchise erhält – gefolgt von einigen Diskussionen unter den Fans. Nun scheint es doch recht schnell zu gehen: Laut einem Gerücht von Brancheninsider Jeff Sneider soll "Harry Potter"-Produzent David Heyman eine Schlüsselrolle übernehmen und das Franchise leiten.

Falls sich die Gerüchte bewahrheiten sollten, würde Heyman nicht nur die kreative Leitung der Reihe übernehmen, sondern möglicherweise auch einen renommierten Regisseur mitbringen: Alfonso Cuarón. Der mexikanische Filmemacher gilt als einer der beliebtesten Regisseure Hollywoods und konnte sich mit Werken wie "Gravity" und "Children of Men" einen Namen machen. Doch vor allem mit "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" bewies er, dass er eine Filmreihe mit einem frischen, düsteren Stil neu beleben kann – ein Ansatz, der auch für "James Bond" interesssant sein könnte.

Lange galt Christopher Nolan als Wunschkandidat für die Regie des nächsten Bond-Films. Doch laut Sneider ist der Zeitplan das größte Hindernis: Nolan ist mit seinem aktuellen Film "The Odyssey" bis Mitte 2026 beschäftigt. Danach würde er sich eine wohlverdiente Pause gönnen.

Statt auf Nolan zu warten, will Amazon jedoch schnell handeln. Heyman könnte schon bis Mai zentrale Personalentscheidungen treffen, darunter auch, wer das Drehbuch schreiben wird. Ziel sei es, dieses noch im Laufe dieses Jahres fertigzustellen, um 2026 mit den Dreharbeiten zu beginnen. Damit wäre ein Kinostart für "James Bond" 2027 realistisch – ob exklusiv im Kino oder parallel auf Amazon Prime Video, bleibt abzuwarten.

Alfonso Cuarón: Ein Meister der visuellen Erzählkunst

Alfonso Cuarón gehört zu den bedeutendsten Regisseuren unserer Zeit. Mit seinem einzigartigen Stil, einer beeindruckenden Bandbreite an Filmen und mehrfach ausgezeichneten Werken hat sich der mexikanische Filmemacher einen festen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Seine Karriere erstreckt sich von frühen mexikanischen Produktionen über Hollywood-Blockbuster bis hin zu tiefgründigen Dramen, die ihm internationale Anerkennung eingebracht haben.

Die Anfänge: Von Mexiko nach Hollywood

Alfonso Cuarón Orozco wurde am 28. November 1961 in Mexiko-Stadt geboren. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Filmemachen und studierte zunächst Philosophie an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM), bevor er sich dem Filmemachen zuwandte. In den späten 1980er-Jahren arbeitete er als Regieassistent für mexikanische Fernsehsendungen und Spielfilme.

Sein erster Spielfilm, "Sólo con tu pareja" (1991), war eine romantische Komödie, die in Mexiko großen Erfolg hatte. Der Film zog die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich, was ihm die Chance gab, in den USA Fuß zu fassen. Cuarón erhielt die Möglichkeit, bei einer Episode der TV-Serie "Fallen Angels" Regie zu führen, bevor er 1995 mit "Die Traumprinzessin" seinen ersten Hollywood-Film drehte. Dieser Film wurde von der Kritik hochgelobt und zeigte bereits seine beeindruckende Fähigkeit, emotionale Geschichten mit atemberaubenden Bildern zu kombinieren.

1998 inszenierte Cuarón eine moderne Adaption von Charles Dickens' "Große Erwartungen" mit Ethan Hawke und Gwyneth Paltrow in den Hauptrollen. Obwohl der Film visuell beeindruckend war, blieb er kommerziell hinter den Erwartungen zurück. Doch Cuarón sollte bald mit einem ganz anderen Film auf sich aufmerksam machen.

Internationaler Durchbruch mit "Y Tu Mamá También"

Nach seinen ersten Hollywood-Erfahrungen kehrte Cuarón nach Mexiko zurück und drehte dort "Y Tu Mamá También" (2001). Das Coming-of-Age-Roadmovie mit Gael García Bernal und Diego Luna wurde ein großer Erfolg und brachte ihm eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch ein. Der Film thematisierte Freiheit, Sexualität und gesellschaftliche Unterschiede in Mexiko und war ein Meilenstein für den modernen lateinamerikanischen Film.

Der Sprung in die Blockbuster-Welt: "Harry Potter"

Sein Erfolg mit "Y Tu Mamá También" öffnete ihm die Tür zu einem der größten Film-Franchises der Welt. 2004 übernahm Cuarón die Regie von "Harry Potter und der Gefangene von Askaban", dem dritten Teil der beliebten Reihe. Sein düsterer, stilistisch anspruchsvoller Ansatz verlieh dem Film eine völlig neue Atmosphäre und wird von vielen Fans als einer der besten der gesamten Saga angesehen. Cuarón schuf eine visuell beeindruckende Welt, die sich deutlich von den vorherigen Filmen abhob, und half der Reihe, reifer und komplexer zu werden.

Dystopische Zukunftsvision: "Children of Men"

2006 inszenierte Cuarón "Children of Men", ein düsteres Science-Fiction-Drama mit Clive Owen in der Hauptrolle. Der Film spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Menschheit unfruchtbar geworden ist. Mit seinen atemberaubenden langen Kameraeinstellungen und der intensiven Atmosphäre wurde der Film von der Kritik gefeiert und gilt heute als einer der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten.

Oscar-Erfolg mit "Gravity" und "Roma"

Cuarón bewies erneut seine Vielseitigkeit, als er 2013 "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney drehte. Der visuell beeindruckende Thriller, der fast vollständig im Weltraum spielt, revolutionierte die Filmtechnik durch den innovativen Einsatz von 3D und CGI. Der Film wurde ein Kassenschlager und brachte Cuarón den Oscar für die beste Regie ein – als erster mexikanischer Regisseur überhaupt.

Mit "Roma" (2018) kehrte Cuarón zu seinen mexikanischen Wurzeln zurück. Das autobiografisch inspirierte Schwarz-Weiß-Drama erzählt die Geschichte einer Haushälterin in Mexiko-Stadt in den 1970er-Jahren. "Roma" wurde für zehn Oscars nominiert und gewann unter anderem den Preis für die beste Regie und den besten fremdsprachigen Film.

Bild zu GRAVITY Trailer Deutsch German | 2013 Official Film [HD]

Fazit

Alfonso Cuarón hat sich als einer der innovativsten Filmemacher etabliert. Ob Blockbuster oder Arthouse-Kino – seine Werke sind stets visuell beeindruckend, emotional tiefgründig und künstlerisch anspruchsvoll. Seine Karriere zeigt, dass er sich in unterschiedlichsten Genres wohlfühlt und immer wieder neue Maßstäbe setzt.

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