Erdmännchen-Krimi: Erster KI-Spielfilm aus Deutschland geplant
Stromberg-Star Christoph Maria Herbst ist Sprecher der Hörbuchvorlage
Auf dem Buchmarkt tummeln sich die beiden ermittelnden Erdmännchen Rufus und Ray schon seit über einem Jahrzehnt. Zumal die Hörbuchversionen der Romane von einem prominenten Sprecher vorgelesen werden: "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst. Nun ist eine Filmadaption des Erdmännchen-Krimis "Geschenkt" geplant. Was aufhorchen lässt: Das Projekt wird als "erster KI-optimierter Spielfilm aus Deutschland" beschrieben.
Wie genau die Künstliche Intelligenz dabei zum Einsatz kommen soll und was dabei optimiert wird, klingt bislang etwas vage. In der entsprechenden Mitteilung heißt es:
Der entstehende Spielfilm wird nahezu vollständig KI-gestützt hergestellt. Dabei geht es weniger um Technik als um die Organisation des kreativen Prozesses: Entwicklung, Regie, Produktion und AI-Creation stehen von Beginn an in engem Austausch und beeinflussen sich während der gesamten Herstellung gegenseitig. Klassische Gewerke wie Szenenbild, Kamera, Maske und Kostüm sind jetzt fester Bestandteil der Entwicklung und bestimmen im Vorfeld den eigentlichen Prozess der Animation.
Erdmännchen-Trailer gibt ersten Eindruck
An der geplanten Kinoadaption beteiligt ist unter anderem das Autorenduo Hans Rath und Edgar Rai, das unter dem Pseudonym Moritz Matthies bereits seit 2012 für die Romanreihe um Rufus und Ray verantwortlich zeichnet. Für die Verfilmung haben sie laut Pressemitteilung einen "Kreativ-Hub" initiiert, zusammen mit dem Regisseur Maurus vom Scheidt sowie dem Produzenten Florian Deyle. Gemeinsam wollen sie den Erdmännchen-Krimi auf die Leinwand bringen, "entwickelt in einem Prozess, der Stoffentwicklung, Regie, visuelle Konzeption und Herstellung von Beginn an zusammenführt."
In welche Richtung das Ganze gehen könnte, zeigt ein bereits veröffentlichter Proof-of-Concept-Trailer. Das Video, in dem wie bei den Hörbüchern die Stimme von Christoph Maria Herbst zu hören ist, soll einen "ersten Eindruck von Tonalität, Figurenwelt und Produktionsansatz" vermitteln.
Prequel der Erdmännchen-Krimis als Vorlage
Im Zentrum der Romanvorlagen stehen Rufus und Ray, zwei Erdmännchen aus dem Berliner Zoo. Das tierische Duo bekommt es immer wieder mit kuriosen Kriminalfällen zu tun, die gelöst werden wollen. Dabei werden die beiden auch von einem menschlichen Ermittler unterstützt, dem Privatdetektiv Phil, der als Einziger die Sprache der Tiere versteht. Seit dem ersten Roman "Ausgefressen" von 2012 sind im Laufe der Zeit zehn Bücher der Erdmännchen-Krimireihe erschienen. Zuletzt "Boom Boom Babuschka" im vergangenen Jahr. Mehr als 2,3 Millionen Mal sollen sich die Romane und Hörbücher verkauft haben. Da verwundert es nicht, dass auch mit einer Adaption für die Leinwand geliebäugelt wird.
Als Vorlage für die nun geplante Verfilmung wurde das Weihnachts-Special "Geschenkt" ausgewählt. Die Story erschien im Oktober letzten Jahres exklusiv als Hörbuch und ist ein Prequel der Reihe, das von den Anfängen der ermittelnden Protagonisten erzählt. Die beiden angehenden Spürnasen Rufus und Ray müssen in dem weihnachtlich angehauchten Krimi einen vermissten Bernhardinerwelpen ausfindig machen.
Christoph Maria Herbst: Aktuelle Erfolge im Kino
Als Sprecher des Hörbuchs fungierte einmal mehr Christoph Maria Herbst, der zuletzt auch im Kino zwei Erfolge feiern konnte. In "Stromberg: Wieder alles wie immer" war er Ende letzten Jahres erneut in seiner Paraderolle des unmöglichen Chefs Bernd Stromberg zu sehen. Seit Januar diesen Jahres gehört er wiederum zum Ensemble von "Extrawurst". In der Kinokomödie von Marcus H. Rosenmüller gelang ihm an der Seite von Stars wie Hape Kerkeling und Fahri Yardım ein beachtlicher Kassenerfolg: Bereits innerhalb weniger Wochen schaffte es der Film, die Marke von einer Million Kinobesuchern zu überschreiten.
Ob Christoph Maria Herbst letztlich auch in der Verfilmung des Erdmännchen-Krimis mit von der Partie sein wird, wird man abwarten müssen – trotz seiner Beteiligung an den Hörbüchern und dem Proof-of-Concept-Trailer. Als zugkräftiger Name würde es der geplanten Kinoadaption sicher nicht schaden.