You Can See Everything: Doku über Elizabeth Holmes wird zum Hit

Der Kinostart in Deutschland steht bereits fest – und auch der Trailer ist nun da

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Diese Dokumentation sorgt für Aufsehen: "You Can See Everything". In den USA ist der Hype um den Film über Elizabeth Holmes gewaltig. Was sich auch an der Kinokasse widerspiegelt. Etwa zwei Wochen nach dem US-Start soll "You Can See Everything" nun über 50 Millionen US-Dollar eingespielt haben – was für eine Doku alles andere als selbstverständlich ist. Zur Einordnung: Abgesehen von Musik-Dokus haben erst zwei andere Dokumentarfilme diesen Meilenstein an den nordamerikanischen Kinokassen erreicht: "Die Reise der Pinguine" (2005) und "Fahrenheit 9/11" (2004).

Der Hype um "You Can See Everything" begann bereits mit der Aufführung beim 53. Telluride Film Festival, wo er im September völlig überraschend Premiere feierte. Die ersten Kritiker waren aus dem Häuschen und auch danach erntete die Doku euphorische Rezensionen. Bei Metacritic werden bislang 41 Reviews zu "You Can See Everything" aufgeführt, die den Film überwiegend in den höchsten Tönen loben und dafür sorgen, dass die Doku derzeit einen sensationellen Metacritic-Wert von 97 (von möglichen 100) vorzuweisen hat.

Wer ist Elizabeth Holmes?

Doch worum geht es in "You Can See Everything"? Im Mittelpunkt der Doku steht Elizabeth Holmes. Mit gerade mal 19 Jahren gründete sie 2003 das Bluttest-Start-up Theranos. Das Ganze schien sich zur Erfolgsstory zu entwickeln, die aus Holmes die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt machte. Jahre später kam jedoch der tiefe Fall. Theranos sollte Bluttests revolutionieren, doch der Firma wurde Manipulation nachgewiesen. 2022 wurde Holmes wegen Betrugs schuldig gesprochen, 2023 trat sie ihre Haftstrafe an.

Und an der Stelle kommt die Doku "You Can See Everything" ins Spiel. 34 Tage vor ihrem Haftantritt hat Holmes ein Filmteam dazu eingeladen, jeden ihrer Schritte zu dokumentieren. In der offiziellen Synopsis zum Film heißt es: "Was als intimes Porträt einer rätselhaften verurteilten Straftäterin beginnt, entwickelt sich zu einer verstörenden dreijährigen Reise in den Abgrund". Wie dieser Abgrund genau aussieht, erfährt man schon bald im Kino: "You Can See Everything" startet in Deutschland am 3. Dezember 2026.

Inzwischen ist auch ein Trailer mit deutschen Untertiteln erschienen, durch den man sich einen ersten Eindruck vom Film machen kann. Unterlegt von einem unheilvollen Klangteppich, erzeugen die gezeigten Szenen eine Atmosphäre, die eher einen Thriller statt einer Doku vermuten lassen. Doch seht selbst:

Bild zu YOU CAN SEE EVERYTHING Trailer German Deutsch OmU (2026) Elizabeth Holmes, Nathan Fielder

Wer sind die Macher von You Can See Everything?

Hinter "You Can See Everything" stehen die beiden Regisseure Nathan Fielder und Lance Oppenheim. Letzterer hat sich bereits zuvor einen Namen mit Dokumentationen gemacht. Dieses Jahr folgte mit "Primetime" sein Spielfilmdebüt, das mit Robert Pattinson einen prominenten Hauptdarsteller vorzuweisen hatte. Fielder hat sich unter anderem durch "The Rehearsal" einen Namen gemacht. In der von ihm kreierten HBO-Doku-Comedy-Serie spielt er eine fiktionalisierte Version seiner selbst, die gewöhnlichen Menschen dabei hilft, schwierige, bevorstehende Ereignisse mithilfe von Kulissen und Schauspielern vorab zu proben. Mit anderen Worten: Fiktion und Dokumentation verschwimmen in diesem ungewöhnlichen Werk.

Was uns wiederum zu "You Can See Everything" führt. Denn auch im Dokumentarfilm von Nathan Fielder und Lance Oppenheim gibt es Meta-Ebenen, die aus dem Film mehr als "nur" eine konventionelle Doku machen. Oder um es mit den Worten der Rezensentin Cortlyn Kelly zu sagen, die den Film auf IndieWire feiert:

"'You Can See Everything' sprengt die Grenzen des Dokumentarfilms."

Oscar für Amanda Seyfried?

Ein Beispiel: Der Auftritt von Hollywood-Star Amanda Seyfried. Die Schauspielerin schlüpfte 2022 in der Mini-Serie "The Dropout" in die Rolle von Elizabeth Holmes. Und was sehen wir in "You Can See Everything": Eine Szene, in der sich Seyfried Aufnahmen ansieht, auf denen zu sehen ist, wie sich Holmes wiederum Szenen von Seyfried in der Rolle von Holmes in "The Dropout" ansieht. Was für ein Spiegelkabinett!

Inzwischen wird Seyfried für ihre Rolle in "You Can See Everything" sogar als Kandidatin für den Oscar als beste Nebendarstellerin gehandelt. Und das ist nicht alles. Dem Werk von Nathan Fielder und Lance Oppenheim werden derzeit sogar Chancen eingeräumt, als erste Doku überhaupt in der Kategorie "Bester Spielfilm" ins Rennen um den Oscar zu gehen. Wie es aussieht, wird "You Can See Everything" also auch weiterhin für Aufsehen sorgen.

Bild zu THE DROPOUT Trailer German Deutsch (2022)