Die tragische Story von Spider-Man: Beyond the Spider-Verse

Hinter den Kulissen gibt es reichlich Chaos

Von Tom Hartig am 7 min Lesezeit

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Ein brutaler Cliffhanger, gestrichene Kinostarts und ein Studio, das sich Monate lang in Schweigen hüllt: Das Drama hinter den Kulissen von "Spider-Man: Beyond the Spider-Verse" ist fast so spannend wie der Film selbst. Während Millionen Fans vergeblich auf das große Finale warten, häufen sich erschreckende Berichte über extreme Überstunden und frustrierte Animatoren. Doch was bedeutet dieses gewaltige Chaos für uns – die Zuschauer?

Eines ist völlig sicher: Miles Morales steht vor seiner absolut größten und düstersten Herausforderung. Auf der falschen Erde gefangen – Auge in Auge mit einer bösen Version seiner selbst – beginnt ein gnadenloser Kampf um das gesamte Spider-Multiversum – vor und hinter den Kulissen. In unserer neuen Filmvorschau erfahrt ihr alle News zum großen Finale "Spider-Man: Beyond the Spider-Verse" – und zu vielen weiteren spannenden "Spider-Man" Projekten!

Der Beginn des Spider-Verse

Die Geschichte der Spider-Verse-Filme ist von Anfang an ein Abenteuer. Teil 1 schlägt ein wie eine Bombe – niemand rechnet mit einem so riesigen Erfolg. Die Macher bringen einen völlig neuen und frischen Look auf die große Kinoleinwand und mischen hochmoderne 3D-Animation direkt mit dem klassischen Zeichenstil von alten gedruckten Comics. Das Ergebnis sieht einfach fantastisch aus und der Film gewinnt dank dieser Technik sogar den begehrten Oscar für den besten Animationsfilm.

Vier Jahre nach diesem großen Triumph erscheint die langersehnte Fortsetzung. Dieser zweite Teil legt optisch noch einmal gewaltig nach. Er setzt sofort einen völlig neuen Standard für Animationsfilme: Über tausend Künstler und Techniker arbeiten monatelang an den unzähligen Details. Die Story endet mit einem gewaltigen Cliffhanger. Das macht extreme Lust auf mehr und geht auch klar, denn das Finale soll nur wenige Monate später ins Kino kommen. Eigentlich.

Bild zu SPIDER-MAN: Across the Spider-Verse Trailer German Deutsch (2023)

Deswegen verzögert sich Beyond the Spider-Verse

Doch der Weg zum dritten Film ist extrem steinig. Die Arbeit verläuft absolut nicht nach Plan. Die Gerüchteküche brodelt gewaltig und Skandale werden in der Öffentlichkeit publik. Zahlreiche Animatoren berichten anonym von extrem harten Arbeitsbedingungen. Sie erzählen von endlosen Schichten. Viele arbeiten über elf Stunden jeden einzelnen Tag, sieben Tage die Woche. Diese Belastung zieht sich über mehr als ein ganzes Jahr hin.

Der Hauptgrund für diesen enormen Stress sind ständige Änderungen am Film. Die Produzenten Chris Miller und Phil Lord verwerfen oft komplett fertige und aufwendige Szenen – die Künstler fangen dann wieder ganz von vorne an. Diese chaotische Arbeitsweise führt zu extrem großen Problemen: Ungefähr einhundert Künstler verlassen das Projekt aus purer Frustration vorzeitig.

Diese negativen Erfahrungen aus der Produktion von "Across the Spider-Verse" haben direkte Konsequenzen für den Nachfolger. Ursprünglich planen die Verantwortlichen, beide Filme fast gleichzeitig fertigzustellen. Doch das ist absolut nicht mehr machbar: Die Arbeit an dem dritten Teil wird erst einmal komplett gestoppt und das Team konzentriert sich nur noch auf den zweiten Film, um wenigstens diesen rechtzeitig fertig zu bekommen.

Zu diesen internen Problemen kommen dann auch noch externe Faktoren: Im Jahr 2023 legen weitreichende Streiks ganz Hollywood lahm. Die Autoren und die Schauspieler legen ihre Arbeit nieder. In dieser Zeit finden keine Synchronaufnahmen in den Tonstudios statt. Die Produktion des Films ruht fast vollständig. Erst im Dezember 2023 nehmen die Teams die Arbeit endlich wieder auf. Besonders ärgerlich für die Fans ist in dieser Zeit das Verhalten von Sony Pictures: Das verantwortliche Studio schweigt das Thema einfach tot. Niemand sagt offen, dass der Film sich auf unbestimmte Zeit verzögert. Millionen von Fans freuen sich umsonst auf den offiziellen Kinostarttermin. Der kommt und geht – aber vom Film keine Spur.

Der neue Kinostart von Spider-Man: Beyond the Spider-Verse

Das hat sich inzwischen zum Glück geändert: Es gibt immer wieder neue Lebenszeichen der Produktion, zum Beispiel in Form von ersten Bildern. Und auch ein neues Startdatum wurde verkündet – und das zeigt uns, dass die Macher hoffentlich aus ihren Fehlern gelernt haben. Denn man lässt sich offensichtlich diesmal deutlich mehr Zeit: "Spider-Man: Beyond the Spider-Verse" erscheint nach aktuellem Plan am 17. Juni 2027.

Neue Technik: Kommt jetzt KI zum Einsatz?

In technischer Hinsicht schalten die Macher für das große Finale noch einmal einen Gang höher und präsentieren eine noch deutlich größere Vielfalt an unterschiedlichen Animationsstilen als in den beiden Vorgängern. Um diesen frischen Look zu kreieren, nutzt das Animationsteam unter anderem die Unreal Engine und virtuelle Kameras für die präzise Planung der Szenen.

Zudem bringt die neue Kamerafrau Alice Brooks ihre weitreichende Erfahrung aus echten Live-Action-Filmen ein, wodurch die Kameraführung eine völlig neue Dynamik erhält. Die Produzenten stellen dabei ausdrücklich klar, dass keine generativen KIs zum Einsatz kommen, um diese Welten zu erschaffen. Der Fokus liegt stattdessen auf komplett neuen handgemachten visuellen Stilen, die es in Computer-Animationsfilmen in dieser Form bislang nicht zu sehen gibt – dazu zählen auch die extrem abstrakten und künstlerischen Portal-Szenen rund um den mächtigen Schurken Spot.

Gefangen auf der falschen Erde

Die Handlung im dritten Film schließt absolut nahtlos an den spannenden Cliffhanger des Vorgängers an: Miles Morales ist auf der verzweifelten Flucht vor der mächtigen Spider-Society. Bei seinem waghalsigen Sprung durch die Dimensionen landet er jedoch auf der völlig falschen Erde. Dort begegnet er einer alternativen Version von sich selbst: Dieser andere Miles Morales ist in dieser Realität zum gefährlichen Schurken Prowler geworden. Unser Protagonist befindet sich nun in der direkten Gefangenschaft dieses Bösewichts. Zu allem Überfluss lebt in dieser Realität auch Miles' Onkel Aaron noch: Doch er arbeitet Seite an Seite mit dem bösen Miles zusammen.

Miles setzt sich in "Beyond the Spider-Verse" intensiv mit dieser düsteren Version von sich selbst auseinander. Dieser innere Konflikt passt thematisch perfekt zu den "Spider-Verse"-Filmen: Miles kämpft in gewisser Weise direkt gegen sich selbst und wird mit seinen größten Ängsten konfrontiert.

Die wachsende Gefahr durch Spot

Neben Miles' persönlichem Kampf wartet im Hintergrund noch eine weitaus größere Gefahr. Der Schurke Spot. Der ehemalige Wissenschaftler beginnt im Vorgängerfilm noch als ungeschickter Krimineller mit seltsamen Teleportations-Flecken. Doch er mutiert zunehmend zu einem Wesen aus reinem dimensionalen Schrecken, dessen mächtige Portale das Gewebe der Realität selbst zerreißen. Getrieben von tiefer Verbitterung gibt er Miles die alleinige Schuld an seiner Misere und verfolgt einen grausamen Plan. Er will sich rächen und eiskalt den Vater von Miles töten. Durch seine stetig wachsende Macht bringt dieser Rachefeldzug nicht nur Miles' Familie in Lebensgefahr, sondern droht das gesamte Multiversum in den Abgrund zu reißen.

Der Kampf gegen die Spider-Society

Als ob das nicht schon genug Stress für Miles bedeutet, gibt es da noch die Spider-Society. Miguel O'Hara und seine Anhänger sind der festen Meinung, dass der wahrscheinlich bevorstehende Tod von Miles' Vater auf keinen Fall verhindert werden darf. Sie betrachten es als ein unumgängliches Schicksal.

Miguel hat in der Vergangenheit eine alternative Version seiner eigenen Familie verloren. Damals versuchte er, den Verlauf der Geschichte zu manipulieren. Doch das führte zur vollständigen Zerstörung jener Realität. Daraus zieht er seine kompromisslose Haltung: Er vertritt die feste Überzeugung, dass bestimmte Ereignisse zwingend eintreten müssen. Diese sogenannten Kanon-Events bewahren die Integrität der verschiedenen Dimensionen.

Die harte Konfrontation mit der Spider-Society verspricht extrem spannend zu werden. Hat ihr Anführer Miguel am Ende vielleicht wirklich Recht? Muss Miles das tragische Schicksal seines Vaters schweren Herzens akzeptieren? Es bilden sich ganz klar zwei verfeindete Fronten im Multiversum: Miles gegen die übermächtige Spider-Society Aber er ist glücklicherweise nicht völlig auf sich allein gestellt, denn Gwen versammelt ein extrem schlagkräftiges Team. Gemeinsam brechen sie auf, um Miles aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Zu dieser Rettungsgruppe gehören bekannte Lieblinge der Fans, etwa der anarchistische Spider-Punk und der in Schwarz-Weiß gehaltene Spider-Noir.

Die Produzenten versprechen das bislang emotionalste Kapitel der gesamten Trilogie, das den großen Handlungsbogen rund um Miles zu einem massiven und befriedigenden Abschluss bringt.

Die Zukunft von Spider-Man

Uns erwartet sicherlich ein absolut vollgepacktes Finale. Wir können es kaum noch erwarten, bis wir nach all dem Chaos endlich "Beyond the Spider-Verse" auf der großen Leinwand sehen. Abseits dieser mitreißenden Geschichte machen aber noch weitere Projekte rund um Spider-Man von sich reden.

Natürlich warten wir sehr gespannt auf den vierten Film der Tom Holland-Reihe. Schon der erste Trailer zu "Brand New Day" hat einen großen Rekord aufgestellt: Über 718 Millionen Aufrufe in den ersten 24 Stunden! Zum Vergleich: Der vorherige Rekordhalter "Deadpool & Wolverine" hatte 365 Millionen. Das Hype-Level ist also riesig – der Filmstart von "Brand New Day" ist am 29. Juli 2026.

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Erst vor kurzem ist die Amazon-Serie "Spider-Noir" mit Nicolas Cage erschienen und hat viel positives Feedback erhalten – die Chancen auf eine zweite Staffel stehen also gar nicht so schlecht. Cage spricht die Figur auch in den Spider-Verse-Filmen. Zwei weitere Figuren sollen ebenfalls Spin-Offs erhalten: Spider-Punk und Spider-Gwen bekommen eigene Filme! Aber keine Angst: Daran soll erst gearbeitet werden, wenn "Beyond the Spider-Verse" abgeschlossen ist.

Und es kommt noch mehr: Laut "Spider-Noir" Co-Showrunner Oren Uziel wird derzeit an weiteren Variationen der gleichen Idee gearbeitet: Man nimmt sich ein bekanntes Genre und wertet es mit einer Spider-Variante auf. Nähere Details dazu sind aber noch nicht bekannt.