Der beste Actionfilm des Jahres? Unsere META-Filmkritik zu The Furious

Wir verraten, was ihr von dem Actionkracher erwarten könnt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Vergesst Schnitte im Sekundentakt und künstliches CGI-Gewitter: Hier wird noch richtig hingelangt! Mit "The Furious" erwartet uns ein weiterer Martial-Arts-Film aus Hongkong, der bereits auf renommierten Filmfestivals wie Sitges oder Toronto für Aufsehen sorgte. Doch was hat der Actionstreifen eigentlich zu bieten und was sagt die internationale Kritik dazu? All das verraten wir euch in unserer KinoCheck-META-Kritik.

Die Story

Machen wir uns nichts vor: Ihr schaltet diesen Film nicht wegen tiefgründiger Dialoge oder oscarreifer Plot-Twists ein. Wer hier nach einer komplexen, wendungsreichen Story sucht, ist definitiv im falschen Film. Diese Meinung spiegelt sich auch in der großen Mehrheit der internationalen Reviews wieder. Oder um es in den Worten von William Bibbani von The Wrap auszudrücken:

"Die Handlung ist simpel, und zum Glück, denn niemand geht wegen der Story in einen Actionfilm."

Nur so viel: "The Furious" erzählt die Geschichte von Wang Mei (Xie Miao), dessen Tochter von einem Kinderhändlerring verschleppt wird. Er schließt sich daraufhin mit dem Journalisten Navon (Joe Taslim) zusammen, um sich einmal durch die Hongkonger Unterwelt zu prügeln. Für Jake Cole von Slant fällt die dünne Geschichte hingegen deutlich schwerer ins Gewicht. Auch mit den Dialogen hatte er seine Probleme.

"Die dünne Handlung droht manchmal, die seltenen Momente der Ruhe und des Innehaltens zu trüben – die Dialoge wirken mitunter, als wären sie mehrfach übersetzt worden, und krampfhaft holprig und plump."

Brachiale Kämpfe im Stile von The Raid

Für einen Großteil der Kritiker ist klar: Sobald die Kämpfe beginnen, entfaltet "The Furious" seine wahre Stärke. Die Action ist brachial, virtuos gefilmt und handwerklich unfassbar gut choreografiert. Jeder Schlag, Tritt oder Hieb mit der Waffe sitzt und sorgt für den ein oder anderen "Ouch"-Moment. Für YouTuber Robert Hofmann steht das Action-Spektakel ganz klar in der Tradition der "The Raid"-Filme.

"Wenn ihr seit 'Raid' oder 'Raid 2' – und das kann man einfach ganz klar sagen – nie wieder Filme dieser Art gesehen habt, dann ist das jetzt vorbei. 'The Furious' ist der Film, der dem Ganzen noch mal die Krone aufsetzt und ich finde, der hat das auch absolut verdient."

Untermalt wird das Ganze dann noch von einem wummernden Soundtrack, der für ordentlich Anspannung sorgt. Der Film nimmt sich dabei zu 100 Prozent ernst. Hier ist kein Platz für Meta-Witze oder selbstironische Momente.

Kreative Setpieces und überzeugende Darsteller

Besonders hervorzuheben sind auch die kreativen Setpieces, die für visuelle Abwechslung sorgen. Zwei Sequenzen stechen unserer Meinung nach dabei besonders hervor: Zum einen ein atmosphärisch dichter und kompromissloser Kampf in einer Kühlkammer, bei dem die Umgebung geschickt in die Choreografie integriert wird. Zum anderen eine spektakulär inszenierte Auseinandersetzung in einem MMA-Ring, in dem ein Hammer massenhaft Gegner niederstreckt. Die Kreativität der Settings und Kampfszenen ist auch bei Sebastian von Film Bastion richtig gut angekommen.

"Mit jeder einzelnen Sequenz finden sie wieder irgendetwas Neues. Sie sind super kreativ."

Oscarreifes Schauspiel sollte man nicht erwarten. Dennoch agieren die Darsteller im Großen und Ganzen recht überzeugend und meistern die enorme physische Belastung. Vor allem Joe Taslim konnte uns überzeugen, den viele von euch wahrscheinlich aus "The Raid", "The Night Comes for Us" oder den "Mortal Kombat"-Filmen kennen dürften. Giovanni Lago von Next Best Pictures zeigte sich hingegen von Darsteller Brian Lee begeistert, der als besonders hartnäckiger Gegner unseren Helden das Leben zur Hölle macht.

"Besonders Brian Lees glatzköpfiger, bulldozerartiger Handlanger verkörpert dies perfekt und wird quasi zum lebenden Tasmanischen Teufel. Er ist ein muskulöser Wirbelwind der Vehemenz."

Schwächen in der Glaubwürdikgeit

Doch wo viel Licht ist, gibt es leider auch Schatten. So spaßig die Kämpfe sind, schleicht sich im Laufe des Films eine gewisse Repetitivität ein, was auch an der Laufzeit von 113 Minuten liegt. Hier wäre weniger mehr gewesen. Irgendwann hat man sich an der Action schlichtweg sattgesehen, und dementsprechend ausufernd fühlen sich die Kämpfe gerade gegen Ende hin an.

Auch die Konsequenz und Glaubwürdigkeit bleiben zunehmend auf der Strecke. Wenn Figuren etliche Male zu Boden gehen, massive Treffer einstecken und dennoch immer wieder aufstehen, geht das Gefühl für eine reale Bedrohung verloren. Die Charaktere wirken zeitweise eher wie aus einem Videospiel. Ganz anders sieht es Matthias Holm von IGN. Seiner Meinung nach wirken sich die Kämpfe tatsächlich auf die physische Belastbarkeit der Figuren aus.

"Xie Miao und Joe Taslim überzeugen in den Hauptrollen als diejenigen, die den Hauptteil der Action absolvieren, auf ganzer Linie. Spannend ist hier vor allem, dass die beiden nicht als unverwundbare Halbgötter dargestellt werden. Ihre Prellungen und Verletzungen bleiben bestehen, im Verlaufe des Films sehen sie immer abgekämpfter und fertiger aus."

Fazit

Von Kritikern wird der Film überwiegend positiv bewertet – was vor allem an den gelungenen Kampfeinlagen liegt. Auch wir finden: "The Furious" ist ein spektakulärer Actionfilm mit beeindruckenden Fights. Leider schmälern die fehlende Konsequenz der Kampfszenen und die Laufzeit den Gesamteindruck. Für uns nicht der beste Actionfilm des Jahres, aber durchaus sehenswert. Ihr wollt euch selbst eine Meinung bilden? "The Furious" läuft ab dem 18. Juni 2026 in den deutschen Kinos.

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