Peter Jackson kündigt Tim und Struppi-Fortsetzung an

Ein Startdatum gibt es bisher noch nicht

Von Jonas Reichel am 5 min Lesezeit

Mehr als ein Jahrzehnt lang warteten Fans vergeblich auf eine Fortsetzung von "Tim und Struppi". Das Abenteuer rund um den berühmten Reporter und seinen treuen Hund schien längst in der Versenkung verschwunden zu sein – doch jetzt sorgt ausgerechnet Peter Jackson für eine echte Überraschung. Auf den Filmfestspielen in Cannes verriet der Regisseur, dass er tatsächlich an einem Drehbuch für den zweiten Teil arbeitet und auch die Regie übernehmen will.

Jackson erklärte, dass ihn die Rückkehr in die Welt von Tim und Struppi sehr begeistere. Gleichzeitig gab er zu, dass ihm die lange Verzögerung unangenehm sei. Nach eigenen Aussagen habe er mit Spielberg bereits vor Jahren vereinbart, den zweiten Film umzusetzen.

Der erste Film, "Die Abenteuer von Tim und Struppi", kam bereits 2011 in die Kinos. Unter der Regie von Steven Spielberg entstand damals eine moderne Neuinterpretation der berühmten Comics von Hergé. Besonders die Mischung aus Abenteuer, Humor und der damals innovativen Animation kam bei den Fans richtig gut an. Wann die Fortsetzung auf der großen Leinwand erscheinen und ob der Cast von Teil 1 wieder mit von der Partie sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Von Mittelerde bis King Kong: Das filmische Erbe des Peter Jackson

Peter Jackson ist heute ein Name, der untrennbar mit dem epischen Kino und bahnbrechenden visuellen Effekten verbunden ist. Doch der Weg des Neuseeländers an die Spitze Hollywoods war alles andere als konventionell. Von seinen Anfängen als Independent-Filmemacher mit Vorliebe für das Groteske bis hin zur Erschaffung einer der erfolgreichsten Film-Franchises aller Zeiten, hat Jackson die Art und Weise, wie Geschichten auf der Leinwand erzählt werden, grundlegend verändert.

Die Anfänge: Splatter, Gore und schwarzer Humor

Bevor Peter Jackson zum "Herrn der Ringe" wurde, kannte man ihn in Cineasten-Kreisen vor allem für seine handgemachten, oft blutigen Horror-Komödien. Mit Filmen wie "Bad Taste" (1987) und "Braindead" (1992) setzte er neue Maßstäbe im "Splatter"-Genre. Diese frühen Werke zeichneten sich durch einen anarchischen Humor und eine beeindruckende Kreativität bei den praktischen Effekten aus, die Jackson oft in der Garage seiner Eltern selbst bastelte.

Schon damals blitzte sein Talent für visuelles Storytelling auf, doch erst mit "Heavenly Creatures" (1994) bewies er, dass er auch tiefgründige, psychologische Dramen inszenieren kann. Der Film über einen realen Kriminalfall in Neuseeland brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung ein und markierte den Übergang vom Kult-Regisseur zum ernstzunehmenden Filmemacher.

Das Unmögliche wagen: Die Herr der Ringe-Trilogie

Ende der 1990er Jahre wagte Jackson das Projekt, das viele für "unverfilmbar" hielten: J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe". Jackson überzeugte New Line Cinema, alle drei Filme gleichzeitig in seiner Heimat Neuseeland zu drehen – ein logistisches und finanzielles Wagnis sondergleichen.

Die Trilogie – "Die Gefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs" – wurde zu einem globalen Phänomen. Jackson gelang es, die komplexe Mythologie Tolkiens mit emotionaler Tiefe und monumentalen Schlachten zu verbinden. Besonders die Einführung von Gollum, verkörpert durch Andy Serkis mittels Motion-Capture-Technologie, revolutionierte die digitale Charakterdarstellung. Der krönende Abschluss erfolgte 2004, als Die Rückkehr des Königs alle elf Oscars gewann, für die er nominiert war, einschließlich "Bester Film" und "Beste Regie".

Bild zu DER HERR DER RINGE: Die Rückkehr des Königs Trailer German Deutsch (2003)

Die Ära der Spezialeffekte: King Kong und Wētā Workshop

Nach dem Erfolg in Mittelerde erfüllte sich Jackson einen Kindheitstraum: das Remake von "King Kong" (2005). Hier konnte er seine Leidenschaft für das klassische Kino mit modernster Technik verbinden. Der Film demonstrierte eindrucksvoll die Macht von Jacksons Effekt-Schmiede Wētā FX. Die Detailverliebtheit, mit der der riesige Gorilla und das Ökosystem von Skull Island zum Leben erweckt wurden, setzte neue Standards in der Branche.

Trotz gemischter Kritiken für spätere Projekte wie "In meinem Himmel" (2009) blieb Jacksons Einfluss auf die Technik ungebrochen. Er pushte die Entwicklung von High-Frame-Rate-Aufnahmen (48 Bilder pro Sekunde) und trieb die Evolution der digitalen Kinematografie maßgeblich voran.

Rückkehr nach Mittelerde: Die Hobbit-Trilogie

Die Erwartungen waren gigantisch, als Jackson Jahre später erneut den Regiestuhl für die Vorgeschichte von Frodo Beutlin übernahm. Ursprünglich als Zweiteiler geplant, wurde "Der Hobbit" schließlich ebenfalls zu einer Trilogie ausgebaut.

Obwohl die Filme kommerziell erfolgreich waren, kritisierten viele Fans die übermäßige Nutzung von CGI im Vergleich zu den physischen Sets der ursprünglichen Trilogie. Dennoch festigte Der Hobbit Jacksons Status als der ultimative Architekt von Tolkiens Welt und kurbelte den Tourismus in Neuseeland nachhaltig an. Das "Auenland" wurde durch seine Vision zu einem realen Ort in der kollektiven Fantasie.

Bild zu DER HOBBIT Trailer 2 German Deutsch HD 2012

Neue Wege: Dokumentationen und Restauration

In den letzten Jahren hat sich Jackson von großen Blockbuster-Produktionen wegbewegt und sein technisches Know-how in den Dienst der Geschichte gestellt. Mit "They Shall Not Grow Old" (2018) schuf er eine Dokumentation über den Ersten Weltkrieg, in der er historisches Archivmaterial restaurierte, kolorierte und mit Soundeffekten unterlegte, sodass die Soldaten so lebendig wie nie zuvor wirkten.

Auch das Musik-Projekt "The Beatles: Get Back" (2021) zeigte seine Meisterschaft im Umgang mit riesigen Datenmengen und modernster KI-Restaurierungstechnologie. Er gab den Zuschauern das Gefühl, direkt im Studio mit den Fab Four zu sitzen.

Fazit: Ein Visionär mit Bodenhaftung

Peter Jackson hat sich in seiner Karriere nie in eine Schublade stecken lassen. Er ist der ewige Fan geblieben, der mit der Begeisterung eines Kindes an seine Projekte herangeht, aber gleichzeitig die Disziplin eines technischen Genies besitzt. Seine Filme haben Neuseeland auf die Weltkarte des Kinos gesetzt und die Grenzen dessen, was technisch möglich ist, immer wieder verschoben. Ob durch handgemachten Horror oder digitale Armeen – Jackson bleibt ein Geschichtenerzähler, der das Spektakel liebt, ohne dabei den menschlichen Kern seiner Figuren zu vergessen.

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