John Carter kehrt zurück: Neue Animationsserie John Carter: Warlord of Mars in Arbeit

Die Disney-Verfilmung aus 2012 war ein gewaltiger Flop

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Nach Jahren der Ungewissheit steht es nun fest: Edgar Rice Burroughs' legendäre "John Carter"-Reihe erhält eine neue Chance. Wie das Magazin The Wrap berichtet, befindet sich eine Animationsserie mit dem Titel "John Carter: Warlord of Mars" in Arbeit.

Für das neue Projekt konnte Mark Andrews gewonnen werden, der vor allem als Co-Regisseur des oscarprämierten Pixar-Films "Merida: Legende der Highlands" bekannt ist. Ebenso arbeitete er als Storyboard-Zeichner an Sam Raimis "Spider-Man". Unterstützung erhält er von Michael Kogge, der bereits an mehreren "Star Wars"-Rimanprojekten beteiligt war.

In einer offiziellen Stellungnahme machte Andrews deutlich, dass die Figur John Carter ihn bereits seit seiner Kindheit begleitet. Nach eigenen Angaben entdeckte er die Geschichten im Alter von zehn Jahren und wurde seitdem nachhaltig von Burroughs' Mischung aus Fantasy und Science-Fiction geprägt.

Besonders überzeugt zeigt sich Andrews davon, dass Animation das ideale Medium für die Umsetzung der Vorlage ist. Moderne Technologien würden inzwischen genau jene visuelle Größe und Intensität ermöglichen, die Burroughs' Welt benötige. Die fantastischen Landschaften des Mars, seine exotischen Kreaturen und die epischen Schlachten ließen sich animiert deutlich freier und eindrucksvoller darstellen als in einer klassischen Realverfilmung.

Bereits im Jahr 2012 erhielt John Carter eine Adaption in Form einer Realverfilmung. An den Kinokassen blieb "John Carter" mit einem schmalen Einspielergebnis von gerade mal 284 Millionen Dollar aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein Startdatum oder konkretere Details zur neuen Serie stehen noch unter Verschluss.

Die Welt von John Carter: Worum es in den Romanen geht und warum die Reihe bis heute Kultstatus besitzt

Die "John Carter"-Romane von Edgar Rice Burroughs gehören zu den einflussreichsten Abenteuer- und Science-Fiction-Geschichten der Literaturgeschichte. Obwohl viele Menschen die Reihe vor allem durch die Disney-Verfilmung von 2012 kennen, reicht ihre Geschichte weit über ein Jahrhundert zurück. Der erste Roman erschien bereits 1912 unter dem Titel "A Princess of Mars" und begründete den sogenannten Barsoom-Zyklus, der insgesamt elf Romane umfasst. Die Bücher verbinden Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer und Romantik zu einer epischen Erzählung, die Generationen von Autoren, Filmemachern und Comic-Schöpfern inspirierte.

Worum geht es in den John-Carter-Romanen?

Im Mittelpunkt der Geschichte steht John Carter, ein ehemaliger Offizier aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Nach einem mysteriösen Ereignis wird er von der Erde auf den Planeten Mars versetzt, der in der Romanreihe den Namen Barsoom trägt. Dort entdeckt Carter eine völlig fremde Welt, die von verschiedenen Völkern, Kriegerkulturen, gigantischen Kreaturen und uralten Zivilisationen bewohnt wird.

Durch die geringere Schwerkraft des Mars verfügt John Carter über außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten. Er kann riesige Sprünge ausführen und besitzt eine enorme Stärke, was ihn schnell zu einem beeindruckenden Kämpfer macht. Schon bald gerät er in die politischen und militärischen Konflikte zwischen den unterschiedlichen Marsvölkern und trifft auf die Prinzessin Dejah Thoris, in die er sich verliebt.

Von diesem Zeitpunkt an entwickelt sich die Reihe zu einer Mischung aus Heldenepos, Liebesgeschichte und groß angelegtem Science-Fiction-Abenteuer. John Carter kämpft gegen tyrannische Herrscher, rettet Königreiche, schließt Bündnisse mit fremden Spezies und erkundet die geheimnisvollen Landschaften des roten Planeten.

Eine Welt voller Fantasie

Das Besondere an den Romanen ist vor allem die außergewöhnliche Weltgestaltung. Burroughs erschuf mit Barsoom einen der frühesten und detailliertesten fiktiven Planeten der Literatur. Der Mars ist kein leerer Wüstenplanet, sondern eine komplexe Welt mit unterschiedlichen Nationen, Religionen, Technologien und sozialen Strukturen.

Besonders bekannt sind die sogenannten Grünen Marsianer – mehrere Meter große, vierarmige Kriegerwesen, die in nomadischen Stämmen leben. Daneben existieren die Roten Marsianer, verschiedene Tierarten, fliegende Schiffe und hochentwickelte, aber zugleich geheimnisvolle Technologien. Diese Mischung aus futuristischen Elementen und klassischen Fantasy-Motiven verleiht der Reihe ihren unverwechselbaren Charakter.

Warum die Reihe so besonders ist

Ein entscheidender Grund für den anhaltenden Kultstatus liegt in ihrem enormen Einfluss auf spätere Werke. Viele Motive, die heute als selbstverständlich gelten, tauchten bei Burroughs bereits Jahrzehnte früher auf. Helden, die auf fremden Welten zu legendären Kriegern werden, exotische Planeten mit eigenen Kulturen oder romantische Abenteuer vor Science-Fiction-Kulissen – all das findet sich bereits in den John-Carter-Romanen.

Autoren wie Ray Bradbury, Arthur C. Clarke und zahlreiche Comic- und Fantasy-Schöpfer nannten Burroughs als Inspiration. Auch Elemente aus "Star Wars", "Flash Gordon", "Avatar" oder verschiedenen Superheldengeschichten erinnern in ihrer Grundidee an den Barsoom-Zyklus.

Abenteuer statt Wissenschaft

Im Gegensatz zu vielen modernen Science-Fiction-Romanen steht bei John Carter weniger die wissenschaftliche Plausibilität im Mittelpunkt als das Gefühl grenzenloser Abenteuerlust. Burroughs schrieb keine technisch exakten Zukunftsvisionen, sondern Geschichten voller Tempo, exotischer Schauplätze, spektakulärer Kämpfe und charismatischer Figuren.

Gerade diese Mischung macht die Reihe bis heute faszinierend. Die Romane vermitteln das Gefühl, gemeinsam mit ihrem Helden eine unbekannte Welt zu betreten, in der hinter jeder Ruine, jeder Wüste und jeder Stadt ein neues Geheimnis wartet.

Mehr als hundert Jahre nach ihrem Erscheinen haben die John Carter-Bücher deshalb nichts von ihrer Bedeutung verloren. Sie gehören zu den großen Klassikern der Abenteuer- und Science-Fiction-Literatur und zeigen eindrucksvoll, wie stark eine fantasievolle Welt ganze Generationen von Geschichten prägen kann.