Gerücht: Der Blade Film steht endgültig vor dem Aus!

Der Vampirjäger soll trotzdem seinen Weg ins MCU finden

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Schlechte Neuigkeiten für alle "Blade"-Fans: Das geplante Solo-Filmprojekt rund um den ikonischen Vampirjäger steht offenbar endgültig vor dem Aus. Laut dem Brancheninsider Jeff Sneider soll Blade hingegen im Rahmen eines "Midnight Sons"-Films sein MCU-Debüt feiern.

Die "Midnight Sons" sind ein Team übernatürlicher Antihelden, dem neben Blade auch unter anderem Ghost Rider, Moon Knight und Doctor Strange angehören. Mit Serien wie "Moon Knight" und dem Special "Werewolf by Night" hat Marvel bereits einige Grundbausteine für ein solches Crossover gelegt. Sollte es also tatsächlich zu einer Verfilmung von den "Midnight Sons" kommen, müssen sich Fans noch eine ganze Weile gedulden. Insider gehen davon aus, dass der Film frühestens nach dem Kinostart von "Avengers: Secret Wars" im Jahr 2027 realisiert werden kann.

Seit seiner Ankündigung auf der San Diego Comic-Con 2019 hat "Blade" immer wieder für Aufsehen gesorgt. Trotz der frühzeitigen Verpflichtung von Mahershala Ali kam die Entwicklung über Jahre hinweg kaum voran. Mehrere Regisseure verließen das Projekt, Drehbücher wurden verworfen, und kreative Richtungswechsel verzögerten den Produktionsstart.

Selbst Marvel-Studio-Chef Kevin Feige bestätigte zuletzt in einem Interview mit Variety, dass mindestens vier verschiedene Versionen des Films ausgearbeitet wurden. Zwei davon spielten in der Vergangenheit. Eine besonders umstrittene Fassung soll sich stark auf Blades Tochter konzentriert und die Hauptfigur selbst in den Hintergrund gedrängt haben. Berichten zufolge fanden sogar Kostüme aus dieser Version eine neue Verwendung in Ryan Cooglers Film "Blood & Sinners".

Düster, brutal, faszinierend: Filmtipps über Antihelden im Stil von Blade

Antihelden haben im Kino schon immer eine besondere Faszination ausgeübt. Sie kämpfen nicht aus reiner Nächstenliebe, folgen keinem klassischen Moralkodex und bewegen sich oft in einer Grauzone zwischen Held und Monster. Kaum eine Figur verkörpert dieses Spannungsfeld so eindrucksvoll wie Blade: halb Mensch, halb Vampir, Jäger und Gejagter zugleich. Wer Filme mit ähnlicher Atmosphäre, kompromissloser Action und moralischer Ambivalenz sucht, findet im Antihelden-Genre zahlreiche sehenswerte Werke.

Blade: Der Maßstab für düstere Comicverfilmungen

Bevor das Marvel Cinematic Universe existierte, setzte "Blade" (1998) neue Maßstäbe. Der Film verband Martial-Arts-Action mit Horror-Elementen und einer urbanen, beinahe nihilistischen Grundstimmung. Blade ist kein strahlender Retter, sondern ein Einzelgänger, der seine eigene Existenz verachtet und dennoch für die Menschheit kämpft. Genau diese innere Zerrissenheit macht ihn bis heute zu einer der prägendsten Antihelden-Figuren des Genres.

The Crow: Rache aus dem Jenseits

"The Crow" (1994) ist ein weiterer Klassiker für Fans dunkler Antihelden. Eric Draven kehrt nach seinem gewaltsamen Tod zurück, um Rache an seinen Mördern zu nehmen. Der Film lebt von seiner melancholischen Atmosphäre, der gotischen Bildsprache und der tragischen Hauptfigur. Ähnlich wie Blade ist Draven kein Held im klassischen Sinne – sein Antrieb ist Schmerz, Verlust und Vergeltung, nicht Gerechtigkeit.

Constantine: Zwischen Himmel, Hölle und Zynismus

Mit "Constantine" (2005) betritt ein Antiheld die Bühne, der sich ebenfalls im Übernatürlichen bewegt. John Constantine ist ein kettenrauchender Exorzist, der Dämonen jagt, ohne selbst besonders "rein" zu sein. Keanu Reeves verleiht der Figur eine abgeklärte, zynische Note. Fans von "Blade" schätzen vor allem das Zusammenspiel aus Okkultismus, düsterem Worldbuilding und einer Hauptfigur, die ständig gegen ihre eigenen Dämonen kämpft – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Spawn: Verdammnis als Superkraft

"Spawn" (1997) erzählt die Geschichte eines ehemaligen Soldaten, der nach seinem Tod einen Pakt mit der Hölle eingeht und als höllischer Krieger zurückkehrt. Der Film ist visuell stark von den 90er-Jahren geprägt, teilt aber zentrale Motive mit Blade: eine tragische Figur, gefangen zwischen zwei Welten, mit übernatürlichen Kräften, die ebenso Fluch wie Segen sind. Spawn ist kein Held, der geliebt werden will – er will überleben und Rache üben.

Darkman: Der gebrochene Rächer

Sam Raimis "Darkman" (1990) ist ein oft unterschätzter Antihelden-Film. Nach einem brutalen Angriff entstellt, nutzt der Wissenschaftler Peyton Westlake eine künstliche Haut, um Verbrecher zu jagen. Der Film verbindet Comic-Ästhetik mit Horror und Tragik. Wie Blade verliert auch Darkman einen Teil seiner Menschlichkeit und zahlt einen hohen Preis für seinen Kampf gegen das Böse.

Logan: Der letzte Antiheld

"Logan" (2017) gilt als einer der besten Superheldenfilme aller Zeiten – gerade weil er sich von klassischen Genre-Konventionen löst. Wolverine ist alt, gebrochen und müde vom Kämpfen. Seine Gewalt ist nicht glorifiziert, sondern schmerzhaft realistisch. Wer "Blade" wegen seiner Ernsthaftigkeit und Brutalität schätzt, findet in Logan einen spirituellen Verwandten.

Warum Antihelden wie Blade zeitlos sind

Antihelden spiegeln oft die dunkleren Seiten unserer Gesellschaft wider. Sie sind fehlerhaft, traumatisiert und handeln aus persönlichen Motiven statt aus idealistischen Werten. Gerade deshalb wirken sie authentischer und greifbarer als makellose Helden. "Blade" und vergleichbare Filme zeigen, dass das Gute nicht immer strahlend sein muss – manchmal trägt es schwarze Lederkleidung, kämpft im Schatten und lebt mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen. Für Fans düsterer Action, übernatürlicher Elemente und moralischer Grauzonen bleibt das Antihelden-Kino eine der spannendsten Spielarten des Genres.

Bild zu LOGAN Trailer German Deutsch (2017)