Ryan Gosling auf interstellarer Rettungsmission! Unsere META-Filmkritik zu Der Astronaut: Project Hail Mary
Wir verraten euch, was das Science-Fiction-Abenteuer zu bieten hat!

Manchmal ist das Weltall nicht nur unendlich weit, sondern auch verdammt einsam. Vor allem dann, wenn man mutterseelenallein auf einem Raumschiff aufwacht, Millionen Kilometer von der Heimat entfernt. Mit "Der Astronaut: Project Hail Mary" bringen uns Phil Lord und Christopher Miller einen der am heißesten erwarteten Blockbuster des Jahres auf die Leinwand. Doch schafft es die Adaption, der gefeierten Buchvorlage von Andy Weir gerecht zu werden? Wir haben uns für euch in die Schwerelosigkeit begeben und verraten in unserer KinoCheck META-Filmkritik, ob sich das Kinoticket lohnt – und wie die internationale Presse urteilt.
Die Story: Ein biologisches Himmelfahrtskommando
Die Ausgangslage ist eigentlich recht simpel: Mysteriöse Weltraum-Parasiten, die sogenannten "Astrophagen", zapfen unserer Sonne die Energie ab. Die Folge: Eine neue Eiszeit bedroht die Erde und besiegelt das Ende der Zivilisation. In einer Verzweiflungstat wird der Biologe und Lehrer Ryland Grace unfreiwillig Teil der "Project Hail Mary"-Mission. Als er tief im All aus dem Koma erwacht, ist er auf sich allein gestellt – zumindest vorerst. Grace muss das Rätsel der Astrophagen lösen, um die Menschheit zu retten, und trifft dabei auf das außerirdische Steinwesen "Rocky", das offenbar mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.

Ryan Gosling liefert ab!
Schon weit vor dem Release von "Der Astronaut" machten Gerüchte die Runde, dass Ryan Gosling hier eine der stärksten Leistungen seiner Karriere abliefert – und wir können nur sagen: Das ist kein Marketing-Hype! Gosling trägt den Film nahezu im Alleingang und beweist ein Händchen für Humor und echte Verzweiflung. Sein Ryland Grace ist kein klassischer Strahlemann, sondern ein zutiefst menschlicher Held: ängstlich, manchmal egoistisch und moralisch in einer Grauzone unterwegs. Diese Schwächen machen ihn unglaublich nahbar. Das sieht auch David Rooney vom Hollywood Reporter so:
"Ryland ist eine großartige Rolle für Gosling, dessen lockerer Charme ihn zum idealen Schauspieler macht, um Angst und Trauer mit leichtfertigem Humor zu überspielen und so als Vermittler für die bewegende Betrachtung von Altruismus und Opferbereitschaft in der Geschichte zu dienen. Es ist eine großartige Darstellung, eine seiner besten; er sorgt dafür, dass wir während des gesamten Films tief in Rylands Erfolge und Niederlagen involviert bleiben."
Wenn harte Wissenschaft auf Lord & Miller-Humor trifft
Wie schon bei "Der Marsianer" spürt man auch hier die DNA von "harter" Wissenschaft. "Der Astronaut" ist kein oberflächliches 08/15-Abenteuer; hier wird gerechnet, experimentiert und logisch geschlussfolgert. Das ist gelegentlich zwar etwas kryptisch, macht aber genau den Reiz der Figur aus. Dass der Film trotz der physikalischen Schwere nie den Boden unter den Füßen verliert, verdanken wir der Handschrift des Regie-Duos Phil Lord und Christopher Miller. Der Film ist wirklich lustig, auch wenn der Humor in brenzligen Situationen fast ein wenig zu viel Raum einnimmt. Doch bevor es zu albern wird, kriegt die Story wieder die Kurve ins herzerwärmend Emotionale. Das scheint allerdings nicht bei jedem so anzukommen. David Hain von BeHaind erwähnt beispielsweise, dass ihm der Film zu lustig sei. Der Humor würde auf Kosten der emotionalen Komponenten gehen.
"Ich habe die erste Stunde da gesessen und gedacht: Warum fühle ich denn hier so wenig? Warum passiert denn so wenig? Und das liegt hauptsächlich daran, dass die Hauptfigur, gespielt von Ryan Gosling, jeden Moment, jede Situation, alles wird hier mit einem lockeren, flockigen Spruch bedacht. Alles ist immer witzig."
Eine Freundschaft über Lichtjahre hinweg
Das eigentliche Herzstück der Handlung ist die Beziehung zwischen Grace und dem außerirdischen Steinwesen Rocky. Der Film nimmt sich recht viel Zeit für den Prozess der Verständigung. Rocky kommuniziert über melodische Klänge, die an Walgesänge oder Synthesizer erinnern. Sprache wird hier als echte Barriere inszeniert, die es zu überwinden gilt – denn wie will man gemeinsam eine galaktische Katastrophe verhindern, wenn man nicht mal miteinander kommunizieren kann? Die Verbindung zwischen Mensch und Alien wächst nicht durch abgegriffene Klischees, sondern durch gemeinsame Neugier. Diese Freundschaft liefert schon jetzt die berührendsten Kinomomente des Jahres. Auch Sebastian von Film Bastion lobt die Chemie zwischen Rocky und Ryan Gosling:
"Also, du bist wirklich berührt von so einem Felsen, das nicht mal irgendwelche Gesichtszüge hat, an denen du dich orientieren könntest und trotzdem funktioniert er als Charakter, weil sie sich hier halt im Film wirklich bemühen, ihn auf eine Ebene zu stellen mit Dr.Grace, weil die beiden sind Wissenschaftler, die beiden sind aus dem gleichen Grund hier im All, um ihre jeweiligen Welten zu retten."
Ein visuelles Spektakel
Optisch ist der Film ein absoluter Rausch. Die Aufnahmen des Weltraums sind von einer Bildgewalt, die man seit Christopher Nolans "Interstellar" nicht mehr gesehen hat. Kein Wunder: Verantwortlich dafür ist Kameramann Greig Fraser, der bereits bei den "Dune"-Filmen und "The Batman" beteiligt war. Das Design der "Hail Mary" ist detailverliebt und haptisch – weit entfernt von sterilen CGI-Baukästen. Immer wieder fühlt man sich an Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" erinnert, so realistisch und wuchtig wird die Technik hier in Szene gesetzt. Robert Hofmann zeigt sich vom Aussehen des Films begeistert und hebt vor allem das Raumschiff und das Design der Planeten hervor.
"Und dazu kommt dann, wie als eine wunderschöne Verpackung – und nicht als eine Verpackung die von der eigentlichen Geschichte oder dem Film ablenkt – der fantastische Look. Ich liebe es, wie das Raumschiff aussieht. Ich liebe es, wie diese Verlorenheit im Weltall erzählt wird. Ich liebe es, wie z.B. die Oberflächen von Planeten aussehen."
Kritikpunkte: Laufzeit und Tiefgründigkeit
Was die Meinungen spalten könnte, ist die Laufzeit. Mit 156 Minuten ist der Trip einen Tick zu lang geraten. Gerade gegen Ende wirkt das Storytelling dann doch etwas redundant, da sich gewisse Elemente wiederholen.
Der Youtuber Jeremy Jahns hatte ebenfalls seine Probleme mit der Lautzeit, allerdings aus anderen Gründen. Seiner Meinung nach, wurden einige Aspekte der Geschichte zu schnell abgehakt, die eigentlich mehr Zeit benötigt hätten. Gleichzeitig gibt es aber auch welche, die man schneller abhaken könnte:
"Was die Länge angeht, so dauert Project Hail Mary fast zwei Stunden und 40 Minuten. Das ist ungefähr so lang wie The Dark Knight. Er wirkt etwas zu lang, und ich denke, das liegt am Ablauf. Denn hätte sich der Film mehr Zeit genommen, um einige Dinge auszuarbeiten, den Denkprozess und die Problemlösung zu zeigen, hätte sich mehr verdient angefühlt und er hätte sich nicht so lang angefühlt."
Sein Fazit: Der Film hätte länger sein müssen, was auf den ersten Blick vielleicht paradox klingen mag.
"Während ich also sage, dass der Film etwas zu lang ist, sage ich auch, dass ich eine über dreistündige Fassung des Films vorziehen würde. Wie kann das sein? Es kann nicht sein. Und doch ist es so. Es ist paradox."
Owen Gleiberman von Variety fügt hinzu, dass sich in der langen Laufzeit vor allem die fehlende Kreativität bemerkbar macht:
""Project Hail Mary" ist viel zu lang [...], weil es ihm an Abwechslung mangelt. Er ist langatmig und unglaublich abgeleitet von Filmen, die man schon kennt – wie zum Beispiel "Interstellar", von dem er die Prämisse einer Weltraumreise als letzte Chance für das Überleben der Menschheit übernimmt."
Auch ernstere Themen wie die existenzielle Einsamkeit im Weltall, das Altern fernab der Heimat oder die Konfrontation mit dem Tod werden unserer Meinung nach oft nur an der Oberfläche angekratzt. Hier verlässt sich der Film manchmal etwas zu sehr auf die "Wir schaffen das schon"-Mentalität seiner Figuren.
Fazit
Trotz kleinerer Schwächen ist "Der Astronaut" ein mitreißendes Weltraum-Abenteuer mit echtem Wohlfühl-Vibe. Ryan Gosling in Bestform rettet nicht nur die Erde, sondern liefert uns eine der schönsten Freundschaftsgeschichten der letzten Jahre. Im Kino startet der Film am 19. März 2026.
Unsere Meinung: Mitreißend, witzig und spektakulär – "Der Astronaut" ist das erste große Blockbuster-Highlight 2026!
