Zendaya & Robert Pattinson lieben und leiden! Unsere META-Filmkritik zu Das Drama
Wir verraten, ob sich der Film lohnt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
In "Das Drama - Noch mal auf Anfang" sind Zendaya und Robert Pattinson so ein schönes Paar. Doch dann kommt es zum Plot Twist – und plötzlich droht alles den Bach runterzugehen. In der Spoiler-freien META-Filmkritik von KinoCheck erfahrt ihr, was wir von diesem überraschenden Film halten und was andere Kritiker sagen!
Darum geht's
Spätestens seit David Lynchs "Blue Velvet" wissen wir: Im Kino kann ein genauerer Blick auf das menschliche Ohr Abgründe offenbaren. Tatsächlich ist das Erste, was wir in diesem "Drama" sehen, das Ohr der Protagonistin. Emma Harwood, gespielt von Zendaya, sitzt in einem Café und ist in ihr Buch vertieft. Als Charlie Thompson (Robert Pattinson) das Lokal betritt, kann er einfach nicht anders. Er muss sie ansprechen. Doch wie? Er sieht den Buchtitel, und googelt schnell den Inhalt. Er fasst sich ein Herz und spricht sie an. Tut so, als ob er das Buch auch gelesen hätte. Eine kleine Notlüge. Noch bevor sie sich kennenlernen. Und sie? Reagiert überhaupt nicht. Was hat er bloß falsch gemacht? Das Ganze ist ihm peinlich, er will er schon aufgeben, das Lokal verlassen. Da klärt sie ihn auf. Sie hat ihn einfach nicht gehört. Auf einem Ohr hörte sie eben noch Musik. Und auf dem anderen ist sie taub.
Boy meets girl. So schlicht beginnt der neue Film von "Dream Scenario"-Regisseur Kristoffer Borgli – und so beginnt auch die Romanze zwischen Emma und Charlie. Das eigentliche Drama folgt aber erst noch. Abgesehen von diesem ersten Aufeinandertreffen, das im Grunde rückblickend betrachtet wird, konzentriert sich der Film in erster Linie auf die bevorstehende Hochzeit der beiden. Doch ehe es zur Eheschließung kommt, geschieht etwas, das die Beziehung gehörig ins Wanken bringt. Womit wir wieder bei den Abgründen wären.
Überraschender Genre-Wechsel
Der Film sorgt nicht zuletzt aufgrund dieses Wendepunkts für geteilte Meinungen. Obwohl "Das Drama" viele positive Kritiken erhält, gibt es auch kritische Stimmen. David Fear vom Rolling Stone etwa fragt, ob das Ganze angemessen gehandhabt wird oder:
"Ob die plötzliche Einführung eines Problems, das viel, viel größer ist als der Film selbst, nicht einfach nur ein Schockeffekt ist, der sich als Schocktherapie tarnt."
Das sehen wir nicht so und wollen den Plot Twist an dieser Stelle natürlich keineswegs verraten. Auch wenn er zum Dreh- und Angelpunkt des gesamten Films wird. Nur so viel: Borgli vollzieht dadurch einen Genre-Wechsel, der dem Filmtitel alle Ehre macht. Was als vermeintliche Rom-Com beginnt, kippt von einem Moment auf den anderen – und ehe wir uns versehen, rückt die Romantik in weite Ferne und wir befinden uns plötzlich in einem waschechten Drama. Was allerdings nicht bedeutet, dass der Humor verschwindet. Er wird einfach nur abgründiger. Um nicht zu sagen bitterböse. Ganz zu schweigen vom zynischen Blick auf die USA – wobei jedes nähere Detail dazu den Plot Twist vorwegnehmen würde.
In seiner wohlwollenden Kritik fragt Guardian-Autor Peter Bradshaw, ob "Das Drama" nicht vielmehr "Satire oder Thriller" sei und sieht gerade in den unklar verlaufenden Genre-Linien eine Stärke des Films:
"Ein Teil seiner Raffinesse liegt in dieser Genre-Ambiguität."
Das Drama stellt grundsätzliche Fragen
In jedem Fall wird die Dynamik zwischen den Figuren mit einem Mal ungeheuer spannend. Doch das ist nicht alles: Borgli nutzt die Erschütterung dazu, ganz grundsätzliche Fragen über zwischenmenschliche Verhältnisse zu stellen. Plötzlich sieht Charlie seine Verlobte mit anderen Augen. Selbst unbedeutende Vorkommnisse werden im Rückblick ganz anders beurteilt. Verurteilt. Und er ist nicht der Einzige. Implizit wird der Film zur unaufdringlichen Bestandsaufnahme einer Empörungskultur, die mitunter selektiv, aber unbarmherzig richtet.
Auch David Ehrlich von IndieWire geht in seiner positiven Besprechung auf diesen Aspekt ein und meint:
"Borgli interessiert sich nur insoweit für die Liebe und andere gesellschaftliche Krisen, als er sie nutzen kann, um sein Lieblingsthema zu erforschen: Die Zerreißprobe, wenn man der Gnade von Meinungen anderer Menschen ausgeliefert ist."
Furioses Beziehungsdrama
Nicht zuletzt wird hier auch ausgelotet, was eigentlich das Wesen eines Menschen ausmacht. Die Summe aller Entscheidungen? Eine einzelne Tat? Die Gedanken und Pläne, die man mit sich herumträgt? "Das Drama" stellt all diese Fragen völlig beiläufig. Im Wesentlichen ist dieser kluge Film ein furioses Beziehungsdrama, das auch unabhängig von diesen Fragen bestens unterhält.
Ein Kritiker, der das vollkommen anders sieht, ist Odie Henderson vom Boston Globe. Seine überaus negative Beurteilung des Films sticht angesichts der vielen positiven oder zumindest ausgewogenen Rezensionen hervor. Er schreibt:
"Zendaya und Pattinson sind gefangen in dieser leeren und geschmacklosen Provokation, die als Ehe-Dramödie getarnt ist."
Starkes Duo: Zendaya & Robert Pattinson
"Gefangen" kommen uns die beiden nicht gerade vor. Ganz im Gegenteil: Die stark agierenden Hauptdarsteller tragen maßgeblich zur Qualität des Films bei. Zendaya und Robert Pattinson harmonieren hervorragend. Vor allem in den Momenten, in denen ihre Figuren alles andere als hervorragend harmonieren. Ein Highlight: Die Szene, als die beiden vor der Hochzeitsfotografin posieren. Wie spielt man eigentlich ein unglückliches Paar, das auf Knopfdruck ein glückliches Paar spielt und dabei dennoch unglücklich aussieht? Die Antwort lässt sich an jedem einzelnen Gesichtsausdruck von Zendaya und Pattinson ablesen. Herrlich!
Fazit: Der Film von Kristoffer Borgli kommt bei vielen Kritikern gut an, wird aber zum Teil kontrovers besprochen. Wir finden: "Das Drama" ist klug, überraschend und bitterböse! Man sollte sich nur nicht spoilern lassen.
Im Kino läuft "Das Drama" seit dem 2. April 2026.
