God of War: Darsteller für Kratos gefunden!

Auch das Casting von Atreus läuft bereits auf Hochtouren

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Endlich ist es offiziell! Die Besetzung von Kratos in der "God of War"-Realserie steht fest. Wie das Magazin Deadline preisgab, wird Ryan Hurst in die Rolle des mürrischen Spartaners schlüpfen.

Hurst konnte vor allem als Opie Winston in "Sons of Anarchy" auf sich aufmerksam machen. Zudem ist er bestens mit dem "God of War"-Universum vertraut: 2022 vertonte er nämlich Thor in "God of War: Ragnarök". Atreus, Sohn von Kratos, soll hingegen von einem 9- bis 12-jährigen Jungen verkörpert werden. Der Charakter wird als "intelligent, neugierig und emotional vernachlässigt" beschrieben.

Laut Showrunner Ronald D. Moore soll sich die Serie zwar an den Spielen orientieren, aber keine 1:1-Adaption werden. Im Zentrum der Geschichte steht die Reise von Kratos und seinem Sohn Atreus, die die Asche von Ehefrau und Mutter Fayes verstreuen wollen. Kratos versucht dabei, seinem Sohn beizubringen, ein besserer Gott zu werden, während Atreus seinem Vater den Weg zu mehr Menschlichkeit aufzeigen möchte. Und natürlich bekommen es die beiden auch mit allerhand Gefahren und Gegnern zu tun.

Die erste Staffel wird wohl aus zehn Episoden bestehen. Doch es ist schon klar, dass es dabei nicht bleiben wird. Amazon hat eine zweite Staffel bereits in Auftrag gegeben. Die Vorproduktion läuft bereits in Vancouver. Wann die Dreharbeiten genau beginnen, ist noch nicht bekannt. Auch ein Startdatum steht bisher noch aus.

Warum sich God of War perfekt für eine Serie eignet

Kaum eine Videospielreihe der letzten zwei Jahrzehnte hat eine so tiefgreifende Entwicklung durchlaufen wie "God of War." Was als kompromisslose Actionerfahrung mit mythologischem Anstrich begann, ist heute ein emotionales Epos über Schuld, Verantwortung und Familie. Genau diese erzählerische Reife und Vielschichtigkeit sind perfekt für eine Serienadaption.

Eine Geschichte, die Zeit braucht

Ein entscheidender Vorteil des Serienformats liegt im erzählerischen Raum. "God of War" lebt von langfristigen Entwicklungen, inneren Konflikten und moralischen Grauzonen. Kratos' Weg vom rachsüchtigen Krieger zum nachdenklichen Vater ist kein plötzlicher Wandel, sondern ein schmerzhafter Prozess. Eine Serie kann diese Entwicklung Schritt für Schritt erzählen, ohne sie zu vereinfachen oder zu beschleunigen. Während ein Kinofilm viele Stationen nur anreißen könnte, erlaubt eine Serie, Kratos' Vergangenheit, seine Schuld und seine innere Zerrissenheit ausführlich zu beleuchten.

Kratos: Ein Held jenseits klassischer Klischees

Kratos ist keine strahlende Identifikationsfigur, sondern ein gebrochener Charakter. Er ist geprägt von Gewalt, Verlust und Entscheidungen, die ihn bis heute verfolgen. Gerade diese Ambivalenz macht ihn so faszinierend. Im Serienformat können seine Schweigsamkeit, seine Wutausbrüche und seine Momente der Reue stärker wirken, weil sie nicht permanent von Action überlagert werden müssen. Serien bieten Raum für stille Szenen – und genau dort entfaltet Kratos seine größte Wirkung.

Die Vater-Sohn-Beziehung als emotionales Zentrum

Im Mittelpunkt der neueren "God of War"-Geschichten steht die Beziehung zwischen Kratos und seinem Sohn Atreus. Diese Dynamik verleiht der Reihe eine emotionale Tiefe, die weit über klassische Rachemotive hinausgeht. Kratos möchte seinen Sohn schützen und gleichzeitig verhindern, dass dieser seine eigenen Fehler wiederholt. Atreus wiederum sucht Anerkennung, Antworten und seinen Platz in der Welt. Diese Beziehung entwickelt sich langsam, konfliktreich und glaubwürdig – ideale Voraussetzungen für ein serielles Erzählen über mehrere Episoden hinweg.

Atreus als eigenständige Figur

Atreus ist weit mehr als ein Begleiter. Er ist eine Figur mit eigener Persönlichkeit, eigenen Zweifeln und einer klaren Entwicklung. Sein Heranwachsen, sein Umgang mit Macht und Wissen sowie seine Fragen nach Identität und Verantwortung bieten reichlich Stoff für eine Serie. Gerade das Serienformat erlaubt es, Atreus' Perspektive stärker zu beleuchten und ihm Raum zur Entfaltung zu geben, ohne den Fokus von Kratos zu verlieren.

Mythologische Welten voller Geschichten

Die Welt von "God of War" ist tief in der griechischen und nordischen Mythologie verwurzelt. Götter, Monster, Prophezeiungen und uralte Konflikte bilden ein reichhaltiges Universum, das förmlich danach verlangt, erkundet zu werden. Eine Serie kann diese Welt Stück für Stück entfalten, Nebenfiguren einführen und mythologische Hintergründe vertiefen. Rückblenden, Nebenhandlungen und eigenständige Episoden lassen das Universum lebendig wirken und schaffen eine epische Breite, die im Serienformat besonders gut funktioniert.

Die perfekte Balance aus Intimität und Spektakel

"God of War" überzeugt durch den Kontrast zwischen leisen, emotionalen Momenten und monumentalen Actionsequenzen. Gespräche über Verlust und Verantwortung stehen gleichberechtigt neben Kämpfen gegen Götter und Bestien. Moderne Serien haben gezeigt, dass genau diese Mischung beim Publikum besonders gut ankommt. Das Format erlaubt es, Action gezielt einzusetzen, ohne die emotionale Ebene zu vernachlässigen.

Im Kern erzählt "God of War" eine Geschichte über Elternschaft, Trauma und den Versuch, den eigenen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen. Diese Themen sind universell und sprechen ein erwachsenes Publikum an. Kratos kämpft nicht nur gegen mythologische Gegner, sondern gegen seine eigene Vergangenheit.

Cineastische DNA für das Serienformat

Die Spiele selbst sind bereits stark filmisch inszeniert. Lange Kamerafahrten, detaillierte Umgebungen und eine dichte Atmosphäre bilden eine ideale Grundlage für eine hochwertige Serienadaption. Gleichzeitig erlaubt das Format, verschiedene Reiche und Schauplätze nach und nach zu erkunden, ohne sie in kurzer Zeit "abzuarbeiten".

Fazit: Ein Stoff wie geschaffen für eine Serie

"God of War" vereint starke Figuren, emotionale Tiefe, mythologische Größe und zeitlose Themen. All diese Elemente entfalten ihre volle Wirkung besonders im Serienformat. Die Geschichte von Kratos und Atreus ist komplex, vielschichtig und menschlich – trotz oder gerade wegen ihrer göttlichen Dimension. Genau deshalb eignet sich "God of War" nicht nur für eine Serie, sondern hat das Potenzial, zu einer der eindrucksvollsten Spieleadaptionen überhaupt zu werden.

Bild zu GOD OF WAR - Die Verfilmung von Amazon! Serienvorschau