Robert Eggers verfilmt Romeo und Julia
Auch eine Neuverfilmung von "Eine Weihnachtsgeschichte" steht auf der Liste des Regisseurs
Regisseur Robert Eggers hat sein neues Filmprojekt gefunden! Nach seinen Ausflügen ins Horrorgenre widmet er sich nun einem absoluten Klassiker der Literaturgeschichte. Wie das Magazin The Hollwood Reporter berichtet, wird Eggers eine neue Adaption von William Shakespeares "Romeo und Julia" verfilmen.
Wie schon bei seinen vorherigen Filmen legt Eggers auch bei "Romeo und Julia" einen großen Wert auf historische Genauigkeit und Authentizität. Bedeutet: Die Darsteller sollen in seiner Interpretation tatsächlich Altenglisch sprechen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Romeo Montague und Julia Capulet, deren Familien seit langer Zeit miteinander verfeindet sind. Trotz der Rivalität ihrer Eltern verlieben sich die beiden ineinander. Shakespeare verfasste das Drama vermutlich in den 1590er Jahren. Seitdem wurde die Geschichte unzählige Male neu interpretiert.
Zu den bekanntesten Verfilmungen gehören unter anderem Franco Zeffirellis "Romeo und Julia" aus dem Jahr 1968, sowie Baz Luhrmanns "Romeo + Julia" mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes in den Hauptrollen. Welche Darsteller in Eggers' Version die ikonischen Rollen darstellen werden, ist bisher noch nicht bekannt. Ein Startdatum steht ebenfalls noch unter Verschluss.
Am 7. Januar 2027 erwartet uns erst einmal "Werwulf" in den deutschen Kinos. Dafür arbeitete Eggers erneut mit Aaron Taylor-Johnson und Lily-Rose Depp zusammen, die bereits in "Nosferatu" zu sehen waren. Auch eine Neuverfilmung von Charles Dickens' "Eine Weihnachtsgeschichte" befindet sich in der Mache. In der Hauptrolle: Willem Dafoe.

Die Filme von Robert Eggers im Überblick
Robert Eggers gehört zu den Regisseuren, die sich innerhalb weniger Jahre einen ganz eigenen Platz im modernen Genrekino erarbeitet haben. Seine Filme sind düster, atmosphärisch und häufig von einer beklemmenden historischen Welt geprägt. Statt auf klassische Schockmomente zu setzen, lässt Eggers seine Geschichten langsam unter die Haut gehen. Dabei verbindet er Horror mit Folklore, Mythologie und historischen Stoffen.
Seine bisherige Filmografie ist zwar überschaubar, dafür gleicht kaum ein Werk dem anderen. Gleichzeitig lassen sich in seinen Filmen immer wieder ähnliche Themen erkennen: Aberglaube, Isolation, Macht, Religion und die Frage, wie viel Realität tatsächlich in den übernatürlichen Ereignissen steckt.
The Witch: Der Durchbruch mit Hexen und Aberglauben
Mit "The Witch" gelang Robert Eggers 2015 sein Spielfilmdebüt – und gleichzeitig der internationale Durchbruch. Die Geschichte spielt im Neuengland des 17. Jahrhunderts und folgt einer streng religiösen Familie, die aus ihrer Gemeinschaft verstoßen wird und fortan abgeschieden am Rand eines Waldes lebt. Als sich immer mehr unheimliche Ereignisse ereignen, wächst innerhalb der Familie das Misstrauen. Eggers interessiert sich dabei weniger für eine klassische Hexenjagd als für die Ängste und religiösen Vorstellungen seiner Figuren. Der Wald wird zum Symbol für all das, was die Familie nicht verstehen kann.
Besonders auffällig ist die historische Detailtreue. Eggers orientierte sich stark an zeitgenössischen Quellen, Sprache und Vorstellungen des 17. Jahrhunderts. Dadurch fühlt sich "The Witch" weniger wie ein gewöhnlicher Horrorfilm und vielmehr wie ein Blick in eine fremde Welt an.

Der Leuchtturm: Zwei Männer und der Wahnsinn
Mit "Der Leuchtturm" ging Eggers 2019 noch einen Schritt weiter. Willem Dafoe und Robert Pattinson spielen zwei Leuchtturmwärter, die Ende des 19. Jahrhunderts auf einer abgelegenen Insel arbeiten. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Arbeitsaufenthalt beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem psychologischen Albtraum.
Die Schwarz-Weiß-Bilder, das ungewöhnliche 4:3-Bildformat und die klaustrophobische Atmosphäre verleihen dem Film einen sehr eigenständigen Look. Gleichzeitig lässt Eggers bewusst offen, welche Ereignisse tatsächlich passieren und welche möglicherweise nur der Wahrnehmung der beiden Männer entspringen. Wie schon bei "The Witch" spielen auch hier Mythologie und Aberglaube eine wichtige Rolle. Hinzu kommen Themen wie Einsamkeit, Schuld und die zerstörerische Dynamik zwischen zwei Menschen, die auf engstem Raum miteinander auskommen müssen.
The Northman: Eggers wagt sich an ein großes Wikinger-Epos
2022 überraschte Eggers mit "The Northman". Der Film erzählt die Geschichte des Wikingerprinzen Amleth, der nach der Ermordung seines Vaters auf Rache sinnt. Alexander Skarsgård übernimmt die Hauptrolle, während unter anderem Anya Taylor-Joy, Nicole Kidman und Willem Dafoe zum Ensemble gehören.
Obwohl "The Northman" deutlich größer angelegt ist als Eggers' vorherige Filme, bleibt seine Handschrift unverkennbar. Nordische Mythologie, Rituale und historische Details stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig verbindet der Regisseur das Wikinger-Epos mit Elementen eines klassischen Rachefilms. Der Film zeigt damit auch, dass Eggers nicht ausschließlich auf kleine, begrenzte Horrorproduktionen festgelegt ist. Er kann seine besondere Ästhetik auch auf wesentlich größere Leinwandgeschichten übertragen.

Nosferatu: Ein Klassiker wird neu interpretiert
Mit "Nosferatu" kehrte Eggers 2024 schließlich wieder zu seinen Horror-Wurzeln zurück. Die Neuinterpretation des berühmten Vampirstoffs erzählt von Thomas Hutter, seiner Frau Ellen und dem unheimlichen Grafen Orlok. Bill Skarsgård übernimmt die Rolle des Vampirs, während Lily-Rose Depp und Nicholas Hoult die zentralen menschlichen Figuren spielen. Eggers verbindet dabei den bekannten Stoff mit seiner Vorliebe für historische Genauigkeit und düstere Atmosphäre. "Nosferatu" zeigt besonders deutlich, wie gut Eggers' Stil zu klassischem Gothic-Horror passt. Statt den Vampir lediglich als Monster zu präsentieren, entsteht eine Welt voller Verfall, Obsession und unterschwelliger Bedrohung.

