He-Man ist zurück im Kino! Unsere META-Filmkritik zu Masters of the Universe
Wir verraten, ob der Film mit Nicholas Galitzine überzeugt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
Die "Masters of the Universe" sind zurück im Kino! Fast 40 Jahre ist es her, dass Dolph Lundgren auf der Leinwand zu He-Man wurde. Nun ist Nicholas Galitzine an der Reihe. Kann er als He-Man überzeugen? Und was hat die Neuauflage von "Masters of the Universe" sonst noch zu bieten? In der META-Filmkritik von KinoCheck erfahrt ihr, was wir vom Film halten – und wie er bei anderen Kritikern ankommt!
Darum geht's
Wäre es nicht schön, wenn es den Planeten Eternia wirklich gäbe? Eine Welt, in der Magie und Technologie Hand in Hand gehen. Farbenfroh, fantastisch – voller Helden, die für das Gute kämpfen. Es dürfte ein Traum unzähliger Jungs sein. Vor allem, wenn sie in den 80ern mit den berühmten He-Man-Spielzeugfiguren von Mattel aufgewachsen sind. Für Adam Glenn (Nicholas Galitzine) ist diese Fantasy-Welt aber nicht bloß ein Sehnsuchtsort. Sondern seine Heimat. Der junge Mann ist der Prinz von Eternia. Als Kind wurde er in unsere Welt geschickt. Nur so konnte er dem Bösewicht Skeletor (Jared Leto) entkommen. Seitdem fristet er ein langweiliges Leben auf der Erde, ist unzufrieden mit seinem Bürojob und hat nur ein Ziel vor Augen: Die Rückkehr nach Eternia. Als ihm das schließlich gelingt, muss er feststellen: Seine Heimat hat sich verändert. Skeletor hat die Macht übernommen – und setzt alles daran, das Schwert der Macht an sich zu reißen. Um ihn zu aufzuhalten, muss Adam über sich hinauswachsen – und zu He-Man werden.

Wie schlägt sich der neue He-Man?
Mit Nicholas Galitzine hat man einen passablen Darsteller gefunden: Das Charisma hält sich zwar in Grenzen, insgesamt kann sich seine Performance aber sehen lassen – gerade auch in den humorvollen Szenen des Films. Auch bei vielen anderen Kritikern kommt der neue He-Man-Darsteller ganz gut weg. Einer davon ist der YouTuber Jeremy Jahns – der kurz und knackig erklärt:
"Nicholas Galitzine in der Hauptrolle als He-Man: Ich fand ihn überzeugend."
Was Fans der ersten Stunde besonders freuen dürfte: Im Vergleich zur einstigen Verfilmung mit Dolph Lundgren ist der Look der neuen Leinwandhelden eindeutig den klassischen Spielzeugfiguren nachempfunden. Und damit auch der "He-Man"-Zeichentrickserie aus den 80ern, die maßgeblich zum Erfolg des Franchise beitrug. Dementsprechend simpel ist aber auch der Plot gestrickt: Im Vordergrund steht die Action – und zwei Männer, die darum ringen, wer am Ende das Schwert der Macht schwingen darf. Viel komplexer wird es nicht.
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen
Für uns ist das etwas zu wenig. Und für andere Kritiker? Insgesamt wird "Masters of the Universe" gemischt aufgenommen: Einige sind begeistert, andere können damit nix anfangen – die meisten Reviews liegen aber irgendwo dazwischen. Sprich: Der Film wird nicht gerade als große Kunst, aber von vielen als vergnüglicher Kino-Spaß wahrgenommen. Den Zwiespalt bringt Empire-Autorin Helen O'Hara auf den Punkt, wenn sie schreibt:
"[Masters of the Universe ist] ein entzückend alberner Film."
Kritik an CGI-Effekten
Ein Punkt, bei dem das Urteil eindeutiger ist: Die CGI-Effekte. Dass der Film den Retro-Look der 80er-Figuren heraufbeschwört, ist durchaus reizvoll – die Qualität der Effekte lässt für einen 170 Millionen Dollar teuren Film aber zu wünschen übrig. Wenn He-Man auf Battle Cat durch die Gegend reitet, müsste das Fan-Herz eigentlich höher schlagen – die künstlich wirkende Umsetzung lässt es aber unfreiwillig komisch aussehen. Das sehen andere Kritiker ähnlich. Selbst in wohlwollenden Reviews werden die CGI-Effekte nicht gerade begeistert aufgenommen. So etwa bei Clint Gage von IGN. Der schreibt:
"Einige Szenen wirken übertrieben computergeneriert und fühlen sich dadurch etwas blutleer an."
Und auch YouTuber Robert Hofmann, der insgesamt etwas hin- und hergerissen ist, kritisiert die Effekte und betont:
"Alles auf Eternia ist komplett CGI, also es ist ein reines CGI-Gewitter."
Enormer Nostalgie-Faktor
Und wie steht es um den Nostalgie-Faktor in "Masters of the Universe"? Der Film umarmt die 80er-Jahre-Vorlage geradezu – hält sie sich aber auch immer wieder durch ironische Distanz vom Leib. Etwa, wenn Adam seine ungläubigen Mitmenschen davon überzeugen will, dass er von Eternia stammt. Oder seinen Feinden in Eternia mit Konfliktlösungsstrategien der Erde begegnet. Das sorgt für ein paar witzige Momente, wirkt aber oft reichlich albern.
Mit dem Humor tut sich auch manch anderer Kritiker schwer. So etwa YouTuber Dan Murrell:
"Und wenn dein Film zu 90% aus Witzen besteht und für mich etwa 85% dieser Witze nicht wirklich zünden, dann wird das eine ziemlich holprige Fahrt."
Oder um es mit den prägnanten Worten des UPI-Kritikers Fred Topel auszudrücken:
"'Masters of the Universe' […] ist ein unterhaltsamer He-Man-Film, der in einer schlechten Komödie gefangen ist."
Wann ist ein Mann ein Mann?
Wir finden: Erfrischend clever ist der Film von Regisseur Travis Knight, wenn er selbstironisch mit Klischees von Männlichkeit spielt. Und damit ein wenig an eine andere Mattel-Verfilmung erinnert: Denn auch in Greta Gerwigs "Barbie" ging es um die augenzwinkernde Dekonstruktion von Männlichkeit. In "Masters of the Universe" geschieht das eher beiläufig. Mal ist es ein kurzer, vielsagender Blick einer weiblichen Figur, als einer der tapferen Krieger Eternias darüber philosophiert, wie groß das Schwert in seiner Hand wirkt. Mal ist im Hintergrund der Cure-Song "Boys Don't Cry" zu hören. Ja genau: "Jungs weinen nicht". Das wird dem kleinen Adam auch zu Beginn des Films vermittelt – als er noch in Eternia aufwächst und seinem Vater, dem König, noch zu sensibel ist. Aus dem Jungen soll ja schließlich ein Krieger werden, ein echter Mann. In solchen Momenten zeigt sich: Vielleicht ist Eternia ja doch nicht so traumhaft.
Fazit: "Masters of the Universe" verbeugt sich vor der klassischen Zeichentrickserie – verpasst dem Stoff aber auch einen selbstironischen Anstrich. Bei der Kritik wird der Film gemischt aufgenommen. Wir finden: Der Ansatz ist reizvoll. Aber: Der Mix aus Action und Humor geht leider nur selten auf. Zu oft wirkt das Ganze eher albern. Auch die Spezialeffekte enttäuschen. Dafür liefert He-Man-Darsteller Nicholas Galitzine eine passable Leistung ab.
Im Kino startet "Masters of the Universe" am 4. Juni 2026.