Keine Göttliche Komödie! Unsere META-Filmkritik zu Ein Münchner im Himmel: Der Tod ist erst der Anfang
Wir verraten, ob sich der Film mit Maximilian Brückner lohnt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
Familiendrama, Geistergeschichte, Fantasy-Komödie: "Ein Münchner im Himmel: Der Tod ist erst der Anfang" ist sicherlich vieles. Aber auch göttlich? Das darf bezweifelt werden. Was wir von David Dietls Film halten und was andere Kritiker sagen, erfahrt ihr in der META-Filmkritik von KinoCheck!
Darum geht's
Der arme Wiggerl (Maximilian Brückner) hat's nicht leicht. Erst stirbt er bei einem Verkehrsunfall und dann das: Der überzeugte Münchner landet im Himmel – und stellt zu seinem Entsetzen fest, dass es dort gar kein Bier gibt. Was für ein Albtraum! Doch wie es schon im Filmtitel heißt: Der Tod ist erst der Anfang. Wiggerl bekommt eine zweite Chance. Er darf vorerst auf die Erde zurückkehren. Als Geist. Und muss es schaffen, sein Karma-Konto auszugleichen. Das ist aber alles andere als einfach. Denn: Zu Lebzeiten hat er sich nicht gerade beliebt gemacht. Vor allem nicht bei seiner Tochter Toni (Momo Beier) und deren Mutter Kathi (Hannah Herzsprung), die er offenbar vernachlässigt hat. Und nun, zurück im Diesseits, ist ausgerechnet Toni scheinbar die Einzige, die ihn sehen und hören kann. Für alle anderen ist er Luft – wortwörtlich. Das Problem: Die Tochter denkt gar nicht daran, ihrem Vater zu helfen.
Die Komödie ist sozusagen ein entfernter Verwandter von Ludwig Thomas satirischer Kurzgeschichte "Der Münchner im Himmel" von 1911. Das gilt nicht nur für den Titel, sondern auch für die Prämisse eines Münchners, der im Himmel sein Bier vermisst und auf die Erde zurückgeschickt wird. Ansonsten geht der Film von Regisseur David Dietl jedoch andere Wege. Wege, die wiederum an den Hollywood-Klassiker "Ghost: Nachricht von Sam" erinnern. In der 90er-Jahre-Fantasy-Romanze wurde Patrick Swayze zum Geist, der noch etwas im Diesseits zu erledigen hat. Nur ein Mensch kann ihn wahrnehmen, für alle anderen ist er Luft – ähnlich wie auch Wiggerl in Dietls Film.
Fantasy ist hier Nebensache
Im Grunde sind die Gesetzmäßigkeiten der Geisterwelt aber nebensächlich: "Ein Münchner im Himmel" ist in erster Linie die allzu seicht geratene Vater-Tochter-Geschichte einer Wiedergutmachung, die den Fantasy-Aspekt nicht unbedingt gebraucht hätte. Wie konventionell das Ganze erzählt wird, geht auch aus Axel Timo Purrs Filmkritik in artechock hervor:
"Natürlich geht es irgendwann um Tochter, Ex-Beziehung, verlorenen Vater, emotionale Versöhnung und die Erkenntnis, dass der wahre Himmel eigentlich die Familie sei."
Kommt das Phantastische gelegentlich doch mal zur Geltung, dann in Form uninspirierter Einfälle. Etwa, wenn der Vater seine Unsichtbarkeit nutzt, um der Tochter während einer Prüfung die Antworten aus dem Lehrerheft zuzuschustern. Das gilt auch für den Aufenthalt im Jenseits, der ziemlich kurz und nicht witzig geraten ist. Wenn Wiggerl den Mangel an Bier mit der empörten Reaktion "Ich dachte, ich bin im Himmel" kontert, hat man ungefähr eine Ahnung, in welche Richtung der vermeintliche Wortwitz dieser Ode an die bayerische Lebensart geht.
Die Gags zünden nicht
Der "Münchner im Himmel" hat auch bei anderen Kritikern einen schweren Stand, wird in der ein oder anderen Review, die bisher erschienen ist, bestenfalls durchwachsen aufgenommen. Kritisch wird der Film auch auf Kino-Zeit betrachtet, auch wenn Lukas Hoffmann in seiner Besprechung einräumt:
"Das ist durch und durch vorhersehbar, aufgrund des ansteckend gespielten Klamauks von Brückner und des durchgängig präsenten, dialektbeladenen Lokalkolorits aber auch regelmäßig charmant und liebenswürdig."
Das sehen wir etwas anders und bleiben dabei: Die Gags zünden nicht. Da bringt auch der Promi-Bonus von Ina Müller nix: Der witzig gemeinte Auftritt der schlagfertigen Moderatorin zu Beginn des Films mutet weniger göttlich an, als die Macher sich das wohl erhofft haben. Ihre Performance hinterlässt ebenso wenig Eindruck wie das Schutzengel-Gastspiel von Olli Schulz, das man ganz schnell wieder vergessen hat, nachdem man sich kurz denkt: "Ach, guck mal, da ist Olli Schulz."
Etwas wohlwollender wird das Gastspiel der beiden in der Filmstarts-Review hervorgehoben. In seiner ansonsten eher negativen Beurteilung des Films schreibt Christoph Petersen:
"In 'Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang' taucht der liebe Gott nun in Gestalt der Moderatorin und Musikkabarettistin Ina Müller auf, während (Ex-)Blödelbarde Olli Schulz einen Schutzengel mit Burnout verkörpert. Aber das war es dann leider auch schon mit der Anarchie in dieser durch und durch biederen Komödie."
Anke Sterneborg von epd Film hebt die Besetzung im Allgemeinen hervor und betont:
"In der streckenweise recht bräsig konventionellen Erzählung schimmern immer wieder charmante Momente auf, auch dank illustrer Besetzung."
Potential für leisere Zwischentöne
Wir finden: Leider bleiben auch die Protagonisten blass. Gerade in den Momenten, die besonders anrührend daherkommen sollen, hätte man sich eine nuanciertere Ausarbeitung der Figuren gewünscht. Zumal die Komödie an der ein oder anderen Stelle auch Potential für leisere Zwischentöne erkennen lässt. Das gilt besonders für die Szenen zwischen Maximilian Brückner und Heiner Lauterbach als Wiggerls Vater. In einigen wenigen Momenten kommt das Spiel dieser beiden Figuren, die sich schon lange nichts mehr zu sagen haben, mit einer überzeugenden Ernsthaftigkeit daher, die im Rest des Films kaum spürbar ist. Obwohl es ja auch immer wieder um ernste Themen wie Schuld, Wiedergutmachung und Entfremdung geht. Trotz des vordergründigen Klamauks.
Fazit: Harmlos, uninspiriert und selten witzig: Die Fantasy-Komödie kann leider nicht überzeugen.
"Ein Münchner im Himmel: Der Tod ist erst der Anfang" läuft seit dem 14. Mai 2026 im Kino.
