Monsterjagd in Südkorea: Unsere META-Filmkritik zu Hope
Wir verraten euch, was der Actionkracher zu bieten hat – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
Sind wir mal ehrlich. Nach einem stressigen Arbeitstag hat man einfach mal Lust auf einen Film, bei dem man nicht viel mitdenken muss. Einfach ins Kino setzen, berieseln lassen und hoffen, dass es ordentlich kracht. Und genau an dieser Stelle kommt der südkoreanische Actionkracher "Hope" von Na Hong-jin ins Spiel. In unserer neuen KinoCheck-META-Kritik verraten wir euch, ob der Film auch liefert und was andere Kritiker dazu sagen.
Darum geht es
Die Geschichte von "Hope" spielt in einem kleinen Fischerdorf, in dem zunächst alles seinen gewohnten Gang geht. Als örtliche Polizisten und einige Jäger einen brutal zugerichteten Tierkadaver finden, liegt der Verdacht nahe, dass ein wildes Tier für die Ereignisse verantwortlich sein könnte. Doch schnell zeigt sich, dass es die Bewohner mit etwas deutlich Gefährlicherem zu tun haben. Eine mysteriöse Bedrohung aus dem All erreicht das Dorf und verwandelt den beschaulichen Ort innerhalb kürzester Zeit in ein Schlachtfeld.

Die Actions als großer Pluspunkt
Im Großen und Ganzen kommt der Film bei den Kritikern gut an. Vor allem die Action (und darauf kommt es bei diesem Film ja schließlich an) hat es vielen unserer Kollegen angetan. Matt Neglia vom Magazin Next Best Picture schreibt:
"Er ist überladen, mitunter absurd und absolut anstrengend. Und er ist unglaublich cool."
Auch wir können festhalten: "Hope" gehört definitiv zu den rasantesten Actionfilmen des Jahres. Vor allem die erste Hälfte legt ein ordentliches Tempo vor und hält einige der stärksten Momente des Films bereit. Rasante Verfolgungsjagden, heftige Schusswechsel und jede Menge Explosionen sorgen dafür, dass kaum Zeit zum Durchatmen bleibt und man regelrecht in den Kinositz gepresst wird. Auch Björn Becher von Filmstarts ist ganz angetan:
"Die Action ist dabei ganz bewusst nicht elegant choreografiert, sondern roh, laut, körperlich und unübersichtlich. Man fängt selbst an, die Orientierungslosigkeit und die zunehmende Erschöpfung des Protagonisten zu spüren und kann so nachvollziehen, wie zwischen all dem Rennen, Schreien, Schießen und Stolpern auch ziemlich fatale Fehlentscheidungen getroffen werden."
David Hain bringt es hingegen kurz und knackig auf den Punkt:
"Wer einfach ganz spröde Monsterkloppe will, der bekommt die gerade im Kino nirgends so fett präsentiert wie in 'Hope'."
Neben all dem Spektakel ist auch immer wieder Platz für humorvolle Momente. Allerdings zündet längst nicht jeder Gag: Während manche Szenen aufgrund ihrer völlig überdrehten Slapstick-Einlagen tatsächlich für Lacher sorgen, wirken andere eher plump und infantil. Aber gut, Humor ist halt Geschmackssache.
Solide Darsteller und Schwächen im CGI
Die Darsteller machen ihre Sache durch die Bank weg solide, auch wenn man sagen muss, dass die Figuren extrem überzeichnet und nicht besonders tiefgründig sind. Das sieht auch Redakteur Robert Daniels von RogerEbert.com so.
"Die Charaktere wirken hier alle unterentwickelt. Wir erfahren kaum etwas über sie. Man könnte es zwar als Fehler bezeichnen, aber ich glaube, es ist Absicht. Keiner der Menschen ist besonders sympathisch."
Optisch ist "Hope" eher ein zweischneidiges Schwert. Das Design der Monster ist unserer Meinung nach wirklich originell und hebt sich damit von vielen Hollywood-Produktionen ab. Vor allem der Detailreichtum der Monster hat es Wendy Ide von ScreenDaily angetan:
"Es gibt eine unverkennbare Hommage an H.R. Gigers Alien Xenomorphs aber vielleicht noch deutlicher, in einem abschließenden Epilog, sehen wir den Einfluss der Na'vi aus 'Avatar'."
Bei den Effekten merkt man hingegen, dass das Budget an seine Grenzen gestoßen ist. Nicholas Barber von BBC meint dazu:
"Dank einiger minderwertiger CGI-Effekte wirkt 'Hope' oft wie ein Videospiel."
Die Laufzeit als größte Hürde des Film
"Hope" hat neben seinem spaßigen Actionkrawall allerdings ein großes Problem: die Laufzeit. Mit rund zweieinhalb Stunden fällt der Film für das, was er sein will, viel zu lang aus. Irgendwann hat man sich an Verfolgungsjagden sattgesehen. Eine halbe Stunde weniger hätte dem Ganzen gutgetan. Für Feuer und Flamme geht die Laufzeit vorwiegend auf Kosten der Geschichte:
"Denn wenn 'Hope' nach der ersten Stunde auf die Bremse tritt, verliert das Ding sich in so vielen nebensächlichen Plots, dass man irgendwann im Laufe dieser zweieinhalb Stunden nicht mehr weiß, an welchem Punkt in der Geschichte man überhaupt ist, weil weder die Charaktere vertieft werden, noch man das Gefühl bekommt, die Geschichte wird auf irgendeine Form wirklich weitererzählt."
Unser Fazit
Ingesamt kommt der Actionkracher bei der Kritik überwiegend positiv an. Auch wir finden: "Hope" ist ein spaßiger Actionstreifen, der mit einigen wirklich beeindruckenden Sequenzen um die Ecke kommt. Wer sich einfach nur berieseln lassen will und etwas Sitzfleisch mitbringt, dürfte hier auf seine Kosten kommen. Ein Meisterwerk sollte man dabei allerdings nicht erwarten – dafür nimmt sich "Hope" an einigen Stellen einfach zu viel Zeit. Im Kino startet der Film am 8. Oktober 2026.
