Neuer Jason Bourne Film offenbar ohne Matt Damon!

Edward Berger ist weiterhin als Regisseur im Gespräch

Von Jonas Reichel am 5 min Lesezeit

Diese Nachricht dürfte für Diskussionen sorgen: In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen über eine mögliche Fortsetzung der "Jason Bourne"-Reihe, konkrete Fortschritte blieben allerdings aus. Nun verdichten sich jedoch die Hinweise, dass es doch noch zu einem neuen Film kommen könnte – allerdings mit einer gravierenden Veränderung.

Wie der Hollywood-Insider Jeff Sneider in seinem Podcast The Hot Mic verriet, soll die Produktion tatsächlich ohne Matt Damon stattfinden. Damon hatte sich Anfang 2026 selbst noch optimistisch, aber zurückhaltend geäußert. Er hoffe zwar auf eine Fortsetzung, betonte jedoch, dass die Umsetzung kompliziert sei. Frühere Drehbuchfassungen hätten ihn bislang nicht überzeugt, um erneut in die Rolle des Jason Bourne zu schlüpfen.

Bereits 2012 hatte man versucht, das Franchise neu auszurichten: In "Das Bourne Vermächtnis" übernahm Jeremy Renner die Hauptrolle. Auch 2019 wurde mit der Serie "Treadstone" ein Ableger ins Leben gerufen, in dem Jeremy Irvine die zentrale Figur spielte. Beide Projekte kamen jedoch weder bei der Kritik noch bei den Fans sonderlich gut an. Es wäre also ein ziemlich waghalsiges Unterfangen, einen neuen "Jason Bourne"-Film ohne Matt Damon zu drehen. Immerhin ist dieser das Aushängeschild der Action-Reihe schlechthin.

Zwischenzeitlich wurde "Im Westen Nichts Neues"-Regisseur Edward Berger mit dem Projekt in Verbindung gebracht. Getan hat sich seitdem aber nicht wirklich was. Ohnehin dürfte noch einige Zeit ins Land gehen, bis Jason Bourne erneut auf die große Leinwand zurückkehrt.

Die Jason Bourne-Reihe: Ein moderner Meilenstein des Actionkinos

Kaum eine Actionfilmreihe hat das Genre derart nachhaltig verändert wie die Geschichte um Jason Bourne. Seit den frühen 2000er-Jahren steht die Figur für einen neuen Typus von Agentenfilm: rau, realistisch, politisch aufgeladen und emotional komplex. Statt glamouröser Gadgets und selbstironischer Coolness rückte hier ein gebrochener Protagonist ins Zentrum, der vor allem eines sucht – seine eigene Identität. Ein Blick zurück zeigt, wie prägend diese Reihe für das moderne Kino wurde.

Der Anfang: Die Bourne Identität (2002)

Mit "Die Bourne Identität" begann 2002 eine Erfolgsgeschichte, die zunächst kaum jemand in diesem Ausmaß erwartet hatte. Regisseur Doug Liman inszenierte die Romanvorlage von Robert Ludlum als spannungsgeladenen Thriller, der sich deutlich von den bis dahin dominierenden Agentenfilmen abhob.

Im Mittelpunkt steht ein Mann ohne Gedächtnis, der aus dem Meer gerettet wird und nach und nach erkennt, dass er über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Matt Damon verkörperte Jason Bourne mit einer Mischung aus körperlicher Präsenz und innerer Zerrissenheit. Anders als klassische Leinwandspione war Bourne kein selbstsicherer Draufgänger, sondern ein Getriebener, der unter den Schatten seiner Vergangenheit leidet.

Der Film überzeugte mit handgemachter Action, realistischen Kämpfen und einer dichten Atmosphäre. Statt übertriebener Spezialeffekte setzte man auf glaubwürdige Stunts und eine nachvollziehbare Dramaturgie – ein Ansatz, der beim Publikum hervorragend ankam.

Die Perfektion des Stils: Die Bourne Verschwörung (2004)

Mit "Die Bourne Verschwörung" übernahm Paul Greengrass die Regie und prägte fortan den unverwechselbaren Stil der Reihe. Seine dynamische Handkamera, schnelle Schnitte und der fast dokumentarische Look verliehen dem Film eine ungeheure Intensität. Inhaltlich wird Bourne erneut von seiner Vergangenheit eingeholt. Die Geschichte vertieft das Thema Schuld und Verantwortung. Während Geheimdienste versuchen, ihre eigenen Verfehlungen zu vertuschen, kämpft Bourne nicht nur ums Überleben, sondern auch um moralische Klarheit.

Besonders die spektakuläre Verfolgungsjagd durch Moskau gilt bis heute als eine der eindrucksvollsten Actionsequenzen der 2000er-Jahre. Der Film bewies, dass intelligentes Storytelling und kompromisslose Action kein Widerspruch sein müssen.

Der Höhepunkt: Das Bourne Ultimatum (2007)

2007 erreichte die Reihe mit "Das Bourne Ultimatum" ihren vorläufigen Höhepunkt. Paul Greengrass führte die Geschichte konsequent zu Ende und löste das Rätsel um das geheime Treadstone-Programm auf. Der Film verbindet globale Schauplätze mit nervenaufreibenden Actionszenen – von London über Madrid bis nach New York. Gleichzeitig bleibt der Fokus stets auf Bournes innerem Konflikt gerichtet. Sein Wunsch nach Wahrheit und Selbstbestimmung verleiht der Handlung emotionale Tiefe. "Das Bourne Ultimatum" wurde von Kritikern gefeiert und gewann mehrere Oscars in technischen Kategorien. Für viele Fans bildet dieser Film den perfekten Abschluss der ursprünglichen Trilogie.

Der Versuch einer Erweiterung: Das Bourne Vermächtnis (2012)

Nach dem Abschluss der Trilogie wagte man 2012 einen Neustart ohne Matt Damon. In "Das Bourne Vermächtnis" übernahm Jeremy Renner als Aaron Cross die Hauptrolle. Der Film erweiterte das Universum um weitere geheime Regierungsprogramme und versuchte, neue Perspektiven einzubringen. Trotz solider Action und ambitionierter Ansätze blieb die Resonanz jedoch verhaltener. Vielen Zuschauern fehlte die emotionale Verbindung zur zentralen Figur Jason Bourne, die die ursprünglichen Filme so stark gemacht hatte.

Die Rückkehr des Originals: Jason Bourne (2016)

2016 kehrte Matt Damon in "Jason Bourne" auf die Leinwand zurück – erneut unter der Regie von Paul Greengrass. Der Film griff aktuelle Themen wie globale Überwachung und digitale Datensammlung auf und versuchte, die Figur in eine neue politische Realität zu übertragen. Obwohl der Film kommerziell erfolgreich war, fielen die Kritiken gemischter aus. Einige lobten die kompromisslose Inszenierung, andere sahen eine Wiederholung bekannter Muster. Dennoch zeigte der Film, dass die Figur Jason Bourne auch Jahre nach ihrem Debüt nichts von ihrer Faszination verloren hatte.

Bild zu JASON BOURNE Trailer German Deutsch (2016)

Das Serienexperiment: Treadstone (2019)

Mit der Serie "Treadstone" wurde 2019 versucht, das Universum weiter auszubauen. Die Handlung beleuchtete die Ursprünge des geheimen Agentenprogramms und erzählte mehrere parallele Geschichten in unterschiedlichen Ländern und Zeitebenen. Trotz interessanter Ansätze und internationaler Schauplätze konnte sich die Serie nicht langfristig etablieren und wurde nach einer Staffel eingestellt. Das Experiment zeigte jedoch, wie groß das erzählerische Potenzial des Stoffes grundsätzlich ist.

Das Vermächtnis der Reihe

Rückblickend hat die "Jason Bourne"-Reihe das Actionkino nachhaltig geprägt. Sie leitete eine Ära ein, in der Realismus, politische Relevanz und psychologische Tiefe stärker in den Vordergrund rückten. Die rohe Inszenierung und die intensive Kameraarbeit beeinflussten zahlreiche nachfolgende Produktionen. Vor allem aber etablierte die Reihe einen neuen Heldentypus: keinen unfehlbaren Superagenten, sondern einen Mann, der gegen sein eigenes System kämpft und mit den Konsequenzen seiner Vergangenheit ringt. Jason Bourne steht damit sinnbildlich für das moderne Actionkino – intensiv, vielschichtig und stets auf der Suche nach Wahrheit.

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