Terminator Zero abgesetzt!

Es wird keine zweite Staffel der Animationsserie mehr geben

Von Jonas Reichel am 5 min Lesezeit

Für viele Zuschauer galt "Terminator Zero" als Lichtblick im sonst so recht durchwachsenen "Terminator"-Franchise. Netflix hingegen scheint das anders zu sehen: Wie What's on Netflix berichtet, wurde die Serie abgesetzt. Über Nacht hat sich Autor und Showrunner Mattson Tomlin auf der Plattform X zu Wort gemeldet und damit endgültig Klarheit über die Zukunft seiner Serie geschaffen. Zitat:

"Die Serie wurde abgesetzt. Die Kritiker und das Publikum waren begeistert, aber letztlich haben sie viel zu wenige Zuschauer gesehen. Ich hätte den für die zweite und dritte Staffel geplanten Zukunftskrieg sehr gerne umgesetzt, bin aber auch sehr zufrieden damit, wie die Serie in sich abgeschlossen wirkt."

Nach dem Start zwischen dem 25. August und 8. September 2024 hielt sich "Terminator Zero" zwei Wochen lang in den weltweiten Top 10 der Streaming-Charts. In diesem Zeitraum erreichte sie rund 3 Millionen Aufrufe und 1,5 Millionen Wiedergabestunden. Laut Engagement-Reports von Netflix kamen im restlichen Jahr 2024 weitere 4,8 Millionen Aufrufe sowie 18,2 Millionen Wiedergabestunden hinzu. Dennoch reichte diese Performance offenbar nicht aus, um eine vollständige zweite Staffel zu rechtfertigen.

Interessant ist, dass Netflix dem Kreativteam durchaus entgegenkam. Wie Tomlin erklärte, habe der Streamingdienst angeboten, zwei oder vielleicht drei zusätzliche Episoden zu produzieren, um die Geschichte gezielt abzuschließen. Dieses Angebot lehnte er jedoch ab.

"Ich möchte noch erwähnen, dass sie mir angeboten haben, zwei, vielleicht drei weitere Folgen zu drehen, um die Geschichte abzuschließen, was ich abgelehnt habe. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte, die ich erzählen wollte, war viel länger, und das Finale der ersten Staffel hatte die Dinge eigentlich zu einem guten Ende gebracht. Aber sie hätten mir das nicht anbieten müssen. Gute Partner."

Die Terminator-Filme: Eine Reise durch Zeit, Technologie und Schicksal

Die "Terminator"-Reihe gehört zu den einflussreichsten Science-Fiction-Franchises der Filmgeschichte. Seit den 1980er-Jahren verbindet sie Action, Zeitreise-Paradoxien und düstere Zukunftsvisionen mit philosophischen Fragen über künstliche Intelligenz und das Schicksal der Menschheit. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen den Menschen und dem selbstbewussten Militärcomputer Skynet, der einen nuklearen Holocaust auslöst und die Welt in eine postapokalyptische Zukunft stürzt.

Der Anfang: Terminator (1984)

Der erste Film, inszeniert von James Cameron, erschien 1984 und war ursprünglich als Low-Budget-Produktion geplant. Die Geschichte beginnt im Jahr 2029: Die künstliche Intelligenz Skynet befindet sich im Krieg mit den letzten überlebenden Menschen. Um den Widerstand zu brechen, schickt Skynet einen Cyborg – den Terminator, gespielt von Arnold Schwarzenegger – zurück ins Jahr 1984. Sein Auftrag: Sarah Connor töten, bevor sie ihren Sohn John zur Welt bringt, der später zum Anführer der menschlichen Rebellion werden soll.

Der Film kombiniert Elemente des Tech-Noir mit kompromissloser Action. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung des nahezu unaufhaltsamen Killers, dessen emotionslose Entschlossenheit ihn zu einer Ikone des Genres machte. Trotz begrenzten Budgets überzeugte "Terminator" durch Spannung, innovative Spezialeffekte und eine düstere Atmosphäre. Der Film wurde zum Kultklassiker und legte den Grundstein für eine langlebige Reihe.

Der Meilenstein: Terminator 2: Tag der Abrechnung (1991)

Mit "Terminator 2: Tag der Abrechnung" schuf Cameron sieben Jahre später eine der erfolgreichsten Fortsetzungen aller Zeiten. Wieder mit Schwarzenegger in der Rolle des Terminators, diesmal jedoch als Beschützer des jungen John Connor. Der Gegenspieler ist der T-1000, ein aus flüssigem Metall bestehender Prototyp-Terminator, der von Robert Patrick verkörpert wird. "T2" setzte neue Maßstäbe im Bereich der visuellen Effekte. Die Darstellung des formwandelnden T-1000 revolutionierte den Einsatz von CGI im Kino.

Gleichzeitig vertiefte der Film die emotionalen Aspekte der Geschichte: Die Beziehung zwischen John Connor und dem umprogrammierten Terminator verleiht dem Film eine überraschende Wärme. Der berühmte Satz "Hasta la vista, baby" wurde Teil der Popkultur. Thematisch rückt der Film die Frage in den Vordergrund, ob das Schicksal unausweichlich ist oder ob Menschen ihre Zukunft verändern können.

Bild zu TERMINATOR 2 Trailer German Deutsch (2017)

Der dritte Teil: Terminator 3: Rebellion der Maschinen (2003)

Nach einer längeren Pause erschien 2003 "Terminator 3: Rebellion der Maschinen", diesmal unter der Regie von Jonathan Mostow. Wieder kehrt Schwarzenegger als T-800 zurück, um John Connor zu beschützen. Neu ist die Antagonistin T-X, eine hochentwickelte Terminatorin mit sowohl mechanischen als auch flüssigmetallischen Komponenten.

Der dritte Film greift die bekannte Struktur der Vorgänger auf, setzt jedoch stärker auf spektakuläre Actionsequenzen. Inhaltlich führt er die Handlung konsequent weiter: Trotz aller Bemühungen lässt sich der "Tag der Abrechnung" nicht verhindern. Das düstere Ende, in dem der nukleare Krieg tatsächlich beginnt, verleiht dem Film eine überraschend pessimistische Note. Kritisch wurde jedoch angemerkt, dass "T3" nicht die emotionale Tiefe und Innovationskraft der ersten beiden Teile erreichte.

Ein Neuanfang in der Zukunft: Terminator: Die Erlösung (2009)

Mit "Terminator: Die Erlösung" wagte die Reihe 2009 einen neuen Ansatz. Unter der Regie von McG spielt der Film erstmals überwiegend in der postapokalyptischen Zukunft. Christian Bale übernimmt die Rolle des erwachsenen John Connor. Statt Zeitreise steht hier der offene Krieg zwischen Menschen und Maschinen im Mittelpunkt. Visuell beeindruckt der Film durch seine düstere Ästhetik und groß angelegte Schlachtszenen. Gleichzeitig führt er neue Figuren ein, etwa Marcus Wright, einen zum Cyborg umgewandelten Todeskandidaten. Obwohl der Film ambitioniert war, blieb er hinter den Erwartungen zurück und konnte weder kommerziell noch kritisch vollständig überzeugen.

Zeitlinien-Chaos: Terminator Genisys (2015)

"Terminator Genisys" versuchte 2015, die Reihe neu zu starten. Regie führte Alan Taylor, während Emilia Clarke die Rolle der Sarah Connor übernahm. Der Film spielt erneut mit Zeitreise-Elementen und alternativen Zeitlinien. Eine zentrale Idee ist das Betriebssystem "Genisys", das als Vorläufer von Skynet fungiert. Der Film kombiniert bekannte Motive mit neuen Wendungen, etwa einer veränderten Vergangenheit und einem neu interpretierten Terminator. Trotz einiger interessanter Ansätze wurde "Genisys" für seine komplizierte Handlung und den übermäßigen Einsatz von Nostalgie kritisiert. Ein geplantes Sequel wurde letztlich nicht realisiert.

Bild zu TERMINATOR 5: GENISYS Trailer German Deutsch (2015)

Rückkehr zu den Wurzeln: Terminator: Dark Fate (2019)

Mit "Terminator: Dark Fate" kehrte James Cameron als Produzent zurück. Regie führte Tim Miller. Der Film ignoriert die Ereignisse ab "T2" und knüpft direkt an dessen Handlung an. Linda Hamilton kehrt als Sarah Connor zurück.

Statt Skynet tritt nun die KI "Legion" als neue Bedrohung auf. Inhaltlich versucht der Film, die Themen der Reihe in die Gegenwart zu übertragen und gleichzeitig eine neue Generation von Figuren einzuführen. Obwohl "Dark Fate" von Kritikern teils positiver aufgenommen wurde als seine unmittelbaren Vorgänger, blieb auch dieser Film hinter den finanziellen Erwartungen zurück.

Fazit

Die "Terminator"-Filme spiegeln über Jahrzehnte hinweg die Faszination und zugleich die Angst vor technologischer Entwicklung wider. Besonders die ersten beiden Teile gelten als Meilensteine des Science-Fiction-Kinos. Während spätere Fortsetzungen mit wechselndem Erfolg experimentierten, bleibt die Grundidee zeitlos: die Frage, ob der Mensch seine eigenen Schöpfungen kontrollieren kann – oder ob er letztlich von ihnen beherrscht wird.

Bild zu TERMINATOR 6: DARK FATE Trailer 2 German Deutsch (2019)