Die Klapperschlange: John Carpenters Action-Klassiker erhält ein Remake

Dies wurde auf der diesjährigen CinemaCon angekündigt

Von Jonas Reichel am 3 min Lesezeit

Snake Plissken kehrt zurück auf die große Leinwand! 45 Jahre nach dem Original soll John Carpenters Action-Klassiker "Die Klapperschlange" eine Neuauflage erhalten. Dies gab StudioCanal auf der diesjährigen CinemaCon bekannt.

Konkrete Informationen stehen allerdings noch unter Verschluss. Es ist daher unklar, wann die Arbeiten am Drehbuch beginnen oder in welchem Maße sich die neue Version am Original orientieren wird. Vor allem die Frage nach der Besetzung der Hauptrolle dürfte in den kommenden Monaten sicherlich für hitzige Diskussionen sorgen.

"Die Klapperschlange" entführt das Publikum in eine düstere Zukunft, in der ein drohender Atomkrieg die Welt überschattet und Manhattan zu einem gigantischen Hochsicherheitsgefängnis umfunktioniert wurde. Ausgerechnet über dieser Zone stürzt die Air Force One ab und der US-Präsident gerät in die Hände der Insassen. Es liegt nun an dem von Kurt Russell gespielten Kriegsveteran Snake Plissken, in das gefährliche Territorium einzudringen und den Präsidenten zu retten.

Der Meister des Grauens und der Synthesizer: Die Meilensteine von John Carpenter

John Carpenter ist eine Ausnahmeerscheinung in der Hollywood-Geschichte. Er ist nicht nur Regisseur und Drehbuchautor, sondern oft auch sein eigener Komponist. Mit seinem Gespür für minimalistische, bedrohliche Soundtracks und eine unvergleichliche visuelle Atmosphäre hat er das Genre des Horror- und Science-Fiction-Films nachhaltig geprägt. Viele seiner Werke wurden erst Jahre nach ihrer Veröffentlichung als das erkannt, was sie heute sind: zeitlose Kultklassiker.

Der Durchbruch: Halloween: Die Nacht des Grauens (1978)

Kein Film ist so eng mit Carpenters Namen verknüpft wie "Halloween". Mit einem minimalen Budget schuf er 1978 den Prototyp des Slasher-Films. Die Geschichte um den maskierten Killer Michael Myers, der in der Nacht von Halloween Jagd auf Jugendliche macht, verzichtet fast vollständig auf explizite Gewaltdarstellungen. Stattdessen setzt Carpenter auf puren Suspense, eine meisterhafte Kameraführung und sein wohl bekanntestes Musikthema. Halloween machte Jamie Lee Curtis zum "Scream Queen"-Weltstar und bewies, dass man mit einer einfachen Prämisse und handwerklichem Geschick Kinogeschichte schreiben kann.

Dystopie und Coolness: Die Klapperschlange (1981)

Anfang der 80er-Jahre wandte sich Carpenter der Science-Fiction zu. In "Die Klapperschlange" ("Escape from New York") entwarf er eine düstere Vision von Manhattan als Hochsicherheitsgefängnis. Mit Kurt Russell als Snake Plissken erschuf er einen der coolsten Antihelden der Filmgeschichte. Der Film ist eine perfekte Mischung aus Action, gesellschaftskritischen Untertönen und einer Atmosphäre, die so dicht ist, dass man den Dreck der New Yorker Straßen förmlich riechen kann. Das ikonische Design und die raue Inszenierung machen den Film bis heute zu einem Favoriten des Genres.

Das missverstandene Meisterwerk: Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

Interessanterweise war einer seiner heute am höchsten geschätzten Filme bei seinem Erscheinen ein kommerzieller Misserfolg: "Das Ding aus einer anderen Welt". Inmitten der Isolation einer Forschungsstation in der Antarktis kämpft ein Team gegen einen außerirdischen Organismus, der jede Lebensform perfekt imitieren kann. Carpenter kreierte hier ein beklemmendes Kammerspiel über Paranoia und Misstrauen. Die praktischen Spezialeffekte von Rob Bottin setzen bis heute Maßstäbe und wirken organischer und schockierender als viele moderne Computeranimationen. Erst über das Heimkino erlangte "Das Ding" seinen verdienten Status als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten.

Sozialkritik durch die Sonnenbrille: Sie leben (1988)

Mit "Sie leben" ("They Live") lieferte Carpenter 1988 eine bissige Satire auf den Konsumwahn und die Reagan-Ära ab. Ein Gelegenheitsarbeiter findet eine spezielle Sonnenbrille, durch die er die Welt sieht, wie sie wirklich ist: Die Elite besteht aus hässlichen Außerirdischen, und Werbeplakate enthalten versteckte Botschaften wie "Gehorche" oder "Konsumiere". Der Film verbindet humorvolle Action mit einer tiefen Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Machtstrukturen und bleibt in Zeiten von Fake News und Massenmanipulation erschreckend aktuell.

Vielseitigkeit und Spätwerk

Carpenters Filmografie bietet noch weit mehr Schätze. In "The Fog: Nebel des Grauens" (1980) perfektionierte er die klassische Geistergeschichte, während er mit "Big Trouble in Little China" (1986) eine völlig abgedrehte Mischung aus Martial Arts und Fantasy präsentierte.

Fazit

John Carpenter ist ein Filmemacher, der sich nie verbiegen ließ. Seine Filme zeichnen sich durch eine handgemachte Qualität, starke Charaktere und eine unverkennbare Handschrift aus. Ob als Regisseur oder Komponist – Carpenter hat Welten erschaffen, die auch Jahrzehnte später nichts von ihrer Intensität verloren haben. Er bleibt der "Master of Horror", dessen Einfluss in fast jedem modernen Genrefilm spürbar ist.