30 Jahre Mission Impossible: Darum ist die Actionfilm-Reihe mit Tom Cruise so besonders

Zum Jubiläum werfen wir einen Blick zurück

Von Carlos Corbelle Fraga am 4 min Lesezeit

Wie die Zeit vergeht: 30 Jahre ist es jetzt her, dass der erste "Mission: Impossible" Premiere feierte. Trotz der Star-Power von Hauptdarsteller Tom Cruise hätte wohl kaum einer erwartet, dass es der Beginn einer derartigen Erfolgsgeschichte wird. So folgten nach dem ersten Film von 1996 noch sieben weitere mit Cruise als Geheimagent Ethan Hunt. Doch das ist nicht alles: Die Actionfilm-Reihe entwickelte sich gewissermaßen zum Aushängeschild von Cruise' Karriere. Zum 30-jährigen Jubiläum werfen wir einen Blick zurück und verraten, was die "Mission: Impossible"-Blockbuster so besonders macht.

Im Grunde ist es Tom Cruise zu verdanken, dass es die Filme überhaupt gibt. "Mission: Impossible" basiert auf der gleichnamigen TV-Serie aus den 60er Jahren. Als Fan der Serie, war es Cruise' Idee, daraus einen Film zu machen. Mit "Scarface"-Regisseur Brian De Palma holte er für die Inszenierung einen hochkarätigen Filmemacher an Bord. In weniger fähigen Händen wäre aus dem Stoff vielleicht bloß ein beliebiger Action-Thriller geworden. Die Wahl von De Palma erwies sich jedoch als Glücksfall. Obwohl der Film in erster Linie auf Cruise zugeschnitten ist, trägt der erste "Mission: Impossible"-Film deutlich die Handschrift des Regisseurs, der in der Tradition des Suspense-Meisters Alfred Hitchcock steht und dementsprechend ein besonderes Händchen für wirkungsvoll umgesetzte Spannungsmomente hat.

So besticht seine "Mission: Impossible"-Verfilmung in erster Linie durch die elaborierte Inszenierung, die vor allem aus einer Szene einen unvergesslichen Kino-Moment gezaubert hat: Als sich Ethan Hunt beim Einbruch ins CIA-Hauptquartier von der Decke abseilen lässt, die Kontrolle verliert und es gerade noch schafft, ganz knapp über dem Boden zu verharren.

Legendäre Momente

Die ungeheuer spannende Sequenz ist nicht nur ein Höhepunkt des Films – sie wurde auch zu einer Art Markenzeichen der gesamten Reihe. So zeichnen sich auch alle weiteren "Mission: Impossible"-Teile, die im Laufe der Jahre noch folgen sollten, durch mindestens eine Szene aus, die als überlebensgroßer Moment heraussticht. Mal sahen wir ein spektakuläres Duell auf Motorrädern (in Teil 2), mal springt Ethan Hunt von einem Hochhaus in den Abgrund (Teil 3) und legt in Teil 4 einen drauf, als er sich an der Fassade des Burj Khalifa, des höchsten Bauwerks der Welt, entlang hangelt. In den Teilen 5 bis 8 klammerte sich Ethan Hunt dann jeweils an die Außenseite eines startenden Transportflugzeugs, führte einen dramatischen Fallschirmsprung aus, raste mit einem Motorrad eine Klippe hinab und lieferte sich über den Wolken einen Zweikampf auf einem Doppeldecker-Flugzeug.

Waghalsiger Action-Star

Das Besondere: Die Action ist handgemacht – und wir sehen tatsächlich Tom Cruise statt eines Stunt-Doubles. Durch die "Mission: Impossible"-Filme wurde er zu einem der größten Action-Darsteller der Branche. Kaum ein anderer Star seines Kalibers hat sich dem Prinzip "höher, schneller, weiter" so mit Haut und Haaren verschrieben wie Cruise. Es macht eben einen großen Unterschied, wenn man auf der Leinwand deutlich erkennt, dass er die halsbrecherischen Aktionen selbst durchführt – die Illusion wird dadurch perfekt und lässt selbst einen Larger-than-Life-Helden wie Ethan Hunt authentisch erscheinen.

Besonders hervorzuheben ist dabei eine Szene aus dem achten Teil "Mission: Impossible – The Final Reckoning", der im vergangenen Jahr erschien und angeblich als Schlusspunkt der langjährigen Filmreihe dienen soll. Wenn sich Cruise in schwindelerregender Höhe auf dem Doppeldecker-Flugzeug befindet und gegen seinen Gegner kämpft, macht er nicht nur in puncto Action eine gute Figur. Nein, auch schauspielerisch überzeugt er, lässt Nuancen erkennen, die angesichts der Fliehkräfte, die in dem Moment auf ihn einwirken, beeindruckend sind.

Zu sehen im folgenden Clip, aber Achtung: Wer sich nicht spoilern lassen will, sollte sich vorher den Film anschauen.

Brian De Palma war nur der Anfang

Neben den waghalsigen Action-Sequenzen und der Performance von Cruise besticht die "Mission: Impossible"-Reihe nicht zuletzt durch die Auswahl der Regisseure. Brian De Palma war nur der Anfang. Für den zweiten Teil wurde mit John Woo eine Größe des Action-Kinos verpflichtet. Woo drückte dem Sequel seinen ganz eigenen Stempel auf und ließ den Film bisweilen wie ein spektakulär choreographiertes Action-Ballet wirken. Seine Vision von "Mission: Impossible" unterschied sich deutlich von der seines Vorgängers De Palma. Der Wechsel auf dem Regiestuhl wurde zu einem weiteren Markenzeichen von "Mission: Impossible" – und trug in den nächsten Teilen zur Faszination der Reihe bei. Auf Brian De Palma und John Woo folgte zuerst J. J. Abrams, dann Brad Bird und schließlich Christopher McQuarrie. Die unterschiedlichen Stile der jeweiligen Regisseure sorgten dafür, dass das Franchise erfrischend abwechslungsreich daherkam. Erst ab Teil 5 wurde der Regisseur beibehalten: Christopher McQuarrie sollte auch die nachfolgenden Teile inszenieren. Womit ungeachtet der Qualitäten des Filmemachers ein wesentlicher Reiz der Filme verloren ging.

Ob eines Tages wohl ein neuer Regisseur das Ruder übernimmt? "The Final Reckoning" gilt als letzter Teil. Doch wer weiß: Es würde uns nicht wundern, wenn "Mission: Impossible" wiederbelebt wird. Aber das ist Zukunftsmusik. Hier und jetzt gratulieren wir: Alles Gute zum 30., Mr. Hunt!

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