Neuer Evil Dead Film kurz nach Evil Dead: Burn!
Das nächste Kapitel der Horrorreihe wird aufgeschlagen
Obwohl uns "Evil Dead: Burn" erst am 24. Juli in den Kinos erwartet, wird hinter den Kulissen bereits das nächste Kapitel aus dem Necronomicon aufgeschlagen. Laut dem Branchenmagazin Deadline befindet sich ein weiterer "Evil Dead"-Film in Arbeit.
Regie und Drehbuch werden von Francis Galluppi übernommen, der bisher mit "The Last Stop in Yuma Country" auf sich aufmerksam machen konnte. Dem Cast gehören unter anderem "Mortal Kombat"-Darstellerin Jessica McNamee sowie Josh Helman und Ella Newton an. Konkrete Informationen zur Handlung und zu einem Startdatum sind bisher noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass der Film direkt an "Evil Dead: Burn" anknüpfen wird.
Evil Dead im Wandel der Zeit: Der aktuelle Status eines Horror-Kultfranchises
Die "Evil Dead"-Reihe gehört zu den langlebigsten, einflussreichsten und wandlungsfähigsten Franchises des Horrorgenres. Seit über vier Jahrzehnten schafft sie etwas, woran viele Horrorserien scheitern: Sie bleibt relevant, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Vom billigen Indie-Schocker über grotesken Splatter-Humor bis hin zum modernen Prestige-Horror hat sich "Evil Dead" immer wieder neu erfunden – und genau darin liegt heute ihr besonderer Status innerhalb des Genres.
Die Anfänge: Low-Budget, maximaler Einfluss
Als Sam Raimi 1981 mit "Tanz der Teufel" debütierte, konnte niemand ahnen, welchen Nachhall dieser Film haben würde. Gedreht mit minimalem Budget, aber maximaler Kreativität, setzte der Film neue Maßstäbe für physische Kamerabewegungen, handgemachten Gore und eine kompromisslose Eskalation des Bösen. Die Geschichte um eine Gruppe junger Menschen, die in einer Waldhütte dämonische Kräfte entfesseln, war simpel – die Umsetzung revolutionär. Der Film wurde schnell zum Kultklassiker und etablierte Ash Williams, gespielt von Bruce Campbell, als eine der ikonischsten Figuren des Horrorkinos.
Horror trifft Humor: Die Raimi-Ära
Mit "Tanz der Teufel 2" (1987) und "Armee der Finsternis" (1992) verschob sich der Ton der Reihe deutlich. Raimi kombinierte Splatter mit Slapstick, Horror mit Cartoon-Logik. Ash entwickelte sich vom gequälten Überlebenden zum großmäuligen Antihelden. Diese Mischung aus Comedy und Horror war polarisierend, aber prägend. "Evil Dead" wurde zum Synonym für anarchischen Genrehumor und beeinflusste Generationen von Filmemachern – von Peter Jackson bis Edgar Wright. Innerhalb des Horrorgenres nahm die Reihe damit eine Sonderstellung ein: Sie war brutal, aber nie zynisch, grotesk, aber bewusst verspielt.
Der Neustart: Brutaler Ernst
2013 wagte das Franchise einen radikalen Neustart. "Evil Dead" von Fede Álvarez verzichtete fast vollständig auf Humor und setzte stattdessen auf kompromisslosen, extremen Body-Horror. Der Film spaltete die Fangemeinde, wurde aber von Kritikern für seine Konsequenz und handwerkliche Qualität gelobt. Im Kontext des damaligen Horrorbooms – geprägt von Remakes und Reboots – bewies "Evil Dead", dass die Marke auch ohne Ash Williams funktionieren kann. Der Film etablierte die Reihe neu als ernstzunehmenden, harten Horrorstoff und öffnete die Tür für zukünftige Interpretationen.

Serienerfolg und Fan-Service
Parallel dazu feierte Bruce Campbell ab 2015 mit "Ash vs Evil Dead" ein Comeback. Die Serie verband die humorvolle Raimi-Trilogie mit moderner Serienerzählung und explizitem Gore. Sie war ein Liebesbrief an langjährige Fans, gleichzeitig aber zugänglich für neue Zuschauer. Obwohl die Serie nach drei Staffeln endete, festigte sie den Status von "Evil Dead" als multimediales Franchise und zeigte, wie flexibel das Universum ist.
Moderne Expansion: Evil Dead Rise und Co.
Mit "Evil Dead Rise" (2023) gelang der Reihe ein weiterer, entscheidender Schritt. Regisseur Lee Cronin verlagerte die Handlung aus der klassischen Waldhütte in ein urbanes Hochhaus und kombinierte familiäres Drama mit brutaler Dämonen-Action. Der Film spielte weltweit rund 147 Millionen Dollar ein und wurde zum größten finanziellen Erfolg der Reihe. Entscheidend war dabei nicht nur der Box-Office-Erfolg, sondern auch die Wahrnehmung: "Evil Dead" wurde endgültig im modernen Mainstream-Horror verankert, ohne seine Identität zu verlieren.

Aktueller Status im Horrorgenre
Heute gilt "Evil Dead" als eines der wenigen Horror-Franchises, das sowohl bei Hardcore-Fans als auch bei Studios großes Vertrauen genießt. Anders als viele Marken wird die Reihe nicht jährlich ausgeschlachtet, sondern gezielt weiterentwickelt. Jeder neue Beitrag darf einen eigenen Ton anschlagen, solange zentrale Elemente – das Necronomicon, dämonische Besessenheit, physischer Horror – erhalten bleiben. Damit ähnelt "Evil Dead" eher einem Horror-Universum als einer klassischen Filmreihe.
Im Horrorgenre nimmt "Evil Dead" heute eine besondere Rolle ein: Es ist gleichzeitig Kult, Experimentierfeld und sichere Marke. Während andere Reihen wie "Halloween" oder "Texas Chainsaw Massacre" mit Kontinuität und Reboots kämpfen, profitiert "Evil Dead" von seiner thematischen Offenheit. Dämonen, Besitz und körperlicher Verfall sind zeitlose Motive, die immer wieder neu interpretiert werden können.
Fazit
Der Status der "Evil Dead"-Filme im Horrorgenre ist stärker denn je. Die Reihe hat bewiesen, dass sie sich an veränderte Sehgewohnheiten anpassen kann, ohne ihren Kern zu verlieren. Sie verbindet handgemachten Horror mit moderner Inszenierung, respektiert ihre Vergangenheit und blickt zugleich nach vorn. In einer Zeit, in der viele Franchises an kreativer Erschöpfung leiden, steht "Evil Dead" exemplarisch dafür, wie langlebiger Horror funktionieren kann: mutig, flexibel und kompromisslos.