Bloodborne Animationsfilm bei Sony Pictures in Arbeit!

Auch andere FromSoftware-Titel sollen adaptiert werden

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Spektakuläre Neuigkeiten für alle "Bloodborne"-Fans! Auf der diesjährigen CinemaCon gab Sony Pictures bekannt, dass sich ein animierter Film des gefeierten FromSoftware-Titels in Arbeit befindet.

Laut Sony Pictures-Chef Sanford Panitch soll der Film sogar richtig brutal werden. Genauer gesagt strebt man ein R-Rating an, was bei uns einer FSK 16 oder sogar 18 entspricht. Panitch versprach ausdrücklich, dass man dem blutigen Geist der Vorlage definitiv treu bleiben werde, sodass sich die Zuschauer auf eine kompromisslose Reise in das alptraumhafte Yharnam gefasst machen können. Ein Startdatum steht bisher aber noch aus.

Besonders spannend ist auch die personelle Besetzung hinter den Kulissen. Wie Variety berichtet, wird YouTuber Seán McLoughlin, besser bekannt als Jacksepticeye, an dem Projekt beteiligt sein. Dieser gilt als Hardcore-Fan des Spiels und soll als Co-Produzent fungieren.

FromSoftware-Fans dürften in den nächsten Jahren ohnehin voll auf ihre Kosten kommen: Neben "Bloodborne" steht auch eine Anime-Serie zu "Sekiro: Shadows Die Twice" unter dem Titel "No Defeat" in den Startlöchern. Und natürlich wäre da noch der große "Elden Ring"-Film von A24, der bereits mit ersten Set-Leaks auf sich aufmerksam machte.

Die FromSoftware-Revolution: Wie ein Studio das moderne Gaming neu definierte

In der Geschichte der Videospiele gibt es seltene Momente, in denen ein einzelnes Studio das gesamte Medium nachhaltig verändert. Was Nintendo für das Plattforming und Valve für Ego-Shooter war, ist FromSoftware für das moderne Action-Rollenspiel. Das japanische Studio hat unter der Leitung von Hidetaka Miyazaki nicht nur ein neues Subgenre – das "Soulslike" – erschaffen, sondern die gesamte Branche dazu gezwungen, ihre Designphilosophien in Bezug auf Schwierigkeit, Storytelling und Weltenbau grundlegend zu hinterfragen.

Der Mut zum Widerstand: Vertrauen statt Bevormundung

Bevor "Demon's Souls" und "Dark Souls" die internationale Bühne betraten, befand sich die Spieleindustrie in einer Phase der extremen Zugänglichkeit. Viele Spiele neigten dazu, die Spieler durch ausführliche Tutorials an die Hand zu nehmen, die Bildschirme mit Wegmarkern zu überladen und Herausforderungen so zu glätten, dass Frustration tunlichst vermieden wurde. FromSoftware brach radikal mit diesem Trend und setzte auf ein Design-Credo, das Vertrauen in die Intelligenz und die Ausdauer der Spieler voraussetzt.

Die Titel des Studios erklären fast nichts und werfen die Spieler stattdessen in feindselige Welten, in denen jeder kleinste Fehler tödlich sein kann. Diese Härte ist jedoch nie reiner Selbstzweck, sondern dient dazu, ein Gefühl echter Errungenschaft zu erzeugen. Wenn ein Spieler nach dutzenden Versuchen endlich einen scheinbar übermächtigen Boss besiegt, ist die Euphorie echt, weil das Spiel ihm diesen Sieg nicht geschenkt hat. Dieses Prinzip der Belohnung durch Überwindung hat das Gaming auf ein Niveau gehoben, auf dem die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wieder eine tiefe, emotionale Bedeutung besitzt.

Räumliches Geschichtenerzählen: Die Welt als Erzähler

Ein weiterer Aspekt, mit dem FromSoftware das Medium transformiert hat, ist das sogenannte Environmental Storytelling. Anstatt den Plot primär durch endlose Zwischensequenzen oder erklärende Dialoge voranzutreiben, versteckt das Studio die Geschichte in der Architektur der Spielwelt, in kryptischen Item-Beschreibungen und im Design der Gegner. Spieler werden so zu Detektiven ihrer eigenen Erfahrung, die Fragmente einer untergegangenen Welt zusammensetzen müssen.

In "Bloodborne" zum Beispiel erzählt die Stadt Yharnam ihre tragische Geschichte durch die Platzierung von Statuen, die Kleidung der Bewohner und die zunehmende Mutation der Umgebung. Diese Art des narrativen Designs hat dazu geführt, dass Communities weltweit Jahre damit verbringen, die komplexe Lore zu entschlüsseln. Es macht das Spielen zu einem aktiven, intellektuellen Prozess, der weit über das bloße Drücken von Tasten hinausgeht und eine Immersion schafft, die ihresgleichen sucht.

Die Evolution des Open-World-Designs

Mit dem Erscheinen von "Elden Ring" hat FromSoftware schließlich auch das Open-World-Genre revolutioniert. Während viele andere Spiele dieser Art lediglich eine Liste von Symbolen auf einer Karte abarbeiten lassen, setzt das Studio hier auf organische Entdeckung. Der Verzicht auf klassische Wegpunkte und die vertraute "Ubisoft-Formel" verlässt sich ganz auf die natürliche Neugier der Spieler. Ein Turm am Horizont ist hier keine bloße Kulisse, sondern eine Einladung, die Welt eigenständig zu kartografieren. Dies hat andere Entwickler massiv beeinflusst und bewiesen, dass Spieler Freiheit nicht nur in der Bewegung, sondern vor allem in der Interpretation ihrer Ziele suchen.

Sekiro: Die Perfektion der Präzision

Einen besonderen Stellenwert in der Historie von FromSoftware nimmt "Sekiro: Shadows Die Twice ein", da es das bekannte "Souls"-Grundgerüst zugunsten eines radikal neuen Kampfsystems aufbrach. Anstatt sich hinter Schilden zu verstecken oder durch Ausweichrollen Unverwundbarkeit zu suchen, zwang "Sekiro" die Spieler in einen rasanten "Tanz der Klingen". Das Kernstück ist das Parieren: Jeder Schlag des Gegners muss mit perfektem Timing abgefangen werden, um dessen Haltung zu brechen. Diese mechanische Präzision hat das Action-Genre auf ein neues Level gehoben, da Kämpfe hier weniger wie ein statistischer Schlagabtausch und mehr wie ein choreografiertes Duell wirken.

Ein bleibendes Erbe für die digitale Kunst

Abschließend lässt sich sagen, dass FromSoftware bewiesen hat, dass Videospiele keine seichte Unterhaltung sein müssen, um massentauglich zu sein. Sie haben gezeigt, dass ein weltweites Publikum nach Tiefe, Komplexität und echter Herausforderung hungert. Durch die Verweigerung kurzlebiger Trends haben sie selbst den bedeutendsten Trend der letzten anderthalb Jahrzehnte gesetzt.

Heute wird jedes Spiel, das eine dichte Atmosphäre und ein anspruchsvolles Kampfsystem bietet, unweigerlich an den Maßstäben gemessen, die Hidetaka Miyazaki und sein Team definiert haben. Sie haben Gaming nicht nur auf ein neues Level gehoben, sondern das Verständnis von Videospielen als ernstzunehmende Kunstform endgültig zementiert.