Elden Ring: Wird dieser krasse Fantasy-Film ein Flop?

Alles zur Verfilmung des gefeierten Games

Von Tom Hartig am 7 min Lesezeit

Bild zu Der Elden Ring Film wird eine Katastrophe! - Filmvorschau

Stellt euch vor: Eines der erfolgreichsten Fantasy-Universen der letzten Jahre trifft auf das vielleicht kreativste Filmstudio des modernen Kinos. Man holt sich den perfekten Regisseur für das Projekt und achtet beim Cast eher auf Qualität als auf große Namen. On top basiert das Ganze dann auch noch auf einer Story-Idee von "Game of Thrones"-Schöpfer George R.R. Martin. Und dann wird das ganze ein riesiger Flop an den Kinokassen und treibt das Studio in den Ruin. Willkommen bei unserer Filmvorschau zu "Elden Ring"! Wir klären: Wer steckt hinter dem Film? Wer spielt mit, was macht die Geschichte so besonders – und natürlich: Wann startet der "Elden Ring" Film im Kino?

A24 und Elden Ring: Das perfekte Match?

"Elden Ring" ist wohl eines der größten Videogames aller Zeiten. Es ist 2022 erschienen und der vorläufige Höhepunkt der extrem beliebten "Souls"-Reihe von Entwickler FromSoftware. Eines der größten Merkmale des Spiels ist seine filmreife Inszenierung: Epische Landschaften, gewaltige Monster, eine unvergleichliche Atmosphäre – genau das, was man von einem Fantasy-Epos erwartet, das uns in eine fremde Welt entführen soll.

So etwas gehört auf jeden Fall auf die große Leinwand – dachte sich auch das Filmstudio A24. Dieses Independent-Unternehmen erobert schon seit vielen Jahren die Herzen von Filmfreunden, die auch mal etwas anderes sehen wollen als die üblichen Mainstream-Produktionen. "Ex Machina", "Hereditary", "Der Leuchtturm", "Everything Everywhere All at Once" – die Titel sprechen für sich. Kaum ein A24-Film passt in ein übliches Schema. Das Logo zu Beginn eines Films steht quasi für ein Versprechen: Jetzt wird es interessant!

Wir finden: Es ist ein Glücksfall für den "Elden Ring" Film, dass sich ausgerechnet dieses Studio um die Umsetzung kümmert. Denn damit ist vor allem eine Gefahr ziemlich ausgeschlossen: Dass die unvergleichliche Erfahrung des Games in ein klischeebehaftetes Hollywoodmuster gepresst wird. Doch gleichzeitig könnte die Kombination A24 und "Elden Ring" auch zu einer riesigen Katastrophe führen, die Filmfans so gar nicht gefallen würde – aber dazu später mehr.

Die Produktion

Trotz Indie-Studio: Bei der Produktion von "Elden Ring" werden anscheinend keine Kompromisse gemacht. Der Film entsteht direkt für das hochauflösende IMAX-Format, was unmissverständlich klarmacht: Hier erwartet das Publikum ein visuelles Spektakel, das weit über eine typische Videospielverfilmung hinausgeht.

Die kreative Kontrolle liegt bei einem Mann, der im modernen Kino für extrem atmosphärische Welten bekannt ist: Alex Garland. Der britische Filmemacher übernimmt sowohl Drehbuch als auch Regie – in beiden Bereichen hat er viel Erfahrung. Bekannt geworden ist er etwa für seine Skripte zu "28 Days Later" oder "Sunshine". Außerdem hat er faszinierende Filme wie "Ex Machina" und "Auslöschung" geschaffen und war auch für den vergleichsweise teuren "Civil War" von A24 verantwortlich. Seine Werke transportieren oft eine unheimliche, bedrückende und faszinierende Stimmung – exakt das, was eine verfallene Welt wie die von "Elden Ring" braucht.

Der Drehstart war im April 2026. Gedreht wird unter anderem in den echten, rauen Naturkulissen der schottischen Highlands und den schroffen, unbarmherzigen Vulkanlandschaften Islands.

Der Cast

Dass hier ambitioniertes Charakterkino entsteht, zeigt ein genauer Blick auf den Cast. Die Besetzungsliste setzt dabei nicht auf die üblichen Hollywoodstars, die sowieso in jedem zweiten Film dabei sind. An erster Stelle wird oft Kit Connor genannt. Er war schon bei Garlands "Warfare" dabei, aber – wir lehnen uns mal aus dem Fenster – die meisten von euch dürften ihn nicht kennen. Cailee Spaeny wiederum sorgte mit ihrer Hauptrolle in "Alien: Romulus" für Aufmerksamkeit. Dazu stoßen profilierte Charakterköpfe wie Ben Whishaw und Nick Offerman und der legendäre Jonathan Pryce.

Die Story von Elden Ring

Um zu verstehen, warum die Story ein so extremes Potenzial für die Kinoleinwand besitzt, lohnt sich der Blick auf die Schöpfer der Welt. Die Geschichte stammt aus der Feder von zwei absoluten Schwergewichten der modernen Fantasy: Hidetaka Miyazaki, dem Mastermind des Entwicklerstudios FromSoftware, und George R. R. Martin, dem Schöpfer von "Game of Thrones". Martin entwarf im Vorfeld die gesamte Historie, die politischen Intrigen und den komplexen Stammbaum der herrschenden Götterfamilien. Miyazaki hat diese detailreiche Vorgeschichte genommen und lässt sie in einer gewaltigen, unaufhaltsamen Katastrophe enden. Das Ergebnis ist eine Welt, die sich wie ein historisches Epos anfühlt. Jede verfallene Burgfestung, jede verfluchte Familie und jede monströse Kreatur besitzt eine tiefgründige, oft sehr tragische Vergangenheit.

Die Handlung spielt auf einem riesigen, isolierten Kontinent, genannt "die Zwischenlande". Der Himmel über dieser Welt wird von einem gigantischen, leuchtenden Baum dominiert – dem Erdenbaum. Er fungiert als das absolute Symbol der sogenannten Goldenen Ordnung, dem metaphysischen Gesetz, das die Natur und das Leben dieser Welt zusammenhält. Hier greift auch der Titel des Films: Der Eldenring ist kein gewöhnliches Schmuckstück aus Gold, das Macht verleiht. Er ist ein kosmisches Geflecht aus magischen Runen, das die fundamentalen Gesetze der Realität diktiert. Die absolute Herrscherin über dieses gigantische Reich ist Königin Marika, die Ewige. Sie agiert nicht als klassisch gute und fehlerfreie Monarchin, sondern als eine überaus komplexe, berechnende Figur, die für den Erhalt ihrer Vision vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschreckt.

Die eigentliche Geschichte des Spiels – und vermutlich auch des Films – setzt in einer Welt ein, die bereits in Trümmern liegt. Der Eldenring ist zerschlagen, ein traumatisches historisches Ereignis. Die Bruchstücke dieses Rings, die Großen Runen, fallen an Marikas direkte Nachkommen. Diese Halbgötter werden durch die unvorstellbare Macht der Runen korrumpiert und überziehen die Zwischenlande mit einem grausamen, allumfassenden Krieg.

Die Mythologie bietet hier gewaltige Figuren wie General Radahn, einen Krieger gigantischen Ausmaßes, der die Sterne am Himmel aufhält, oder Malenia, eine unbesiegte Schwertkämpferin, die jedoch von einer inneren, zerstörerischen Fäulnis zerfressen wird. Der Krieg der Halbgötter bringt keinen Sieger hervor, sondern ruiniert die gesamte Welt.

In diese absolut feindselige und verfallene Welt treten die zentralen Protagonisten der Geschichte: Die Befleckten. Es handelt sich um gefallene Krieger, die vor langer Zeit in Ungnade fielen und verbannt wurden. Nun ruft eine mysteriöse, wiederkehrende Gnade diese Ausgestoßenen aus dem Exil zurück. Ihre fast unmögliche Aufgabe ist es, die in den Wahnsinn getriebenen Halbgötter zu stürzen, die mächtigen Runen zu sammeln und als neuer Herrscher den verwaisten Thron zu besteigen.

Die Erzählung zeichnet keine klassische, heldenhafte Reise mit strahlenden Rittern, sondern porträtiert einen dreckigen, unbarmherzigen Überlebenskampf. Die Befleckten sind ultimative Außenseiter, die sich durch eine Umgebung kämpfen, die von fanatischen Kulten und tragisch gefallenen Göttern dominiert wird.

Das Problem mit dem Elden Ring Film

Das klingt alles sehr episch und ist im Game eine gewaltige Erfahrung, die sich locker über hunderte Spielstunden erstreckt. Die Spiele von FromSoftware sind berühmt dafür, die Geschichte der Welt nicht einfach so zu erzählen. Sie versteckt sich in zahllosen kryptischen Hinweisen, auf denen sich die Spieler selbst einen Reim machen müssen. Stets hat man das Gefühl: Da ist noch mehr. Es handelt sich um eine fremde Welt, deren Ausmaße man nur erahnen kann.

Das Problem: Ein Kinofilm hat keine 100 Stunden zur Verfügung. Es wird eine riesige Herausforderung werden, die Geschichte von Elden Ring komplett auf die Leinwand zu bringen. Entweder versucht man alles verständlich in 2 bis 3 Stunden unterzubringen – dann gleicht das Ganze aber mehr einem Vortrag als einem Abenteuer. Oder man vereinfacht die Geschichte – auf Kosten seiner Einzigartigkeit.

Anhand der bisherigen Filme von Alex Garland haben wir allerdings eine gute Vorstellung davon, welchen Weg er einschlagen wird. Garland ist ein Regisseur, der sich nicht davor scheut, Fragen offen zu lassen. Sein Film "Auslöschung" ist ein gutes Beispiel dafür: Er setzt auch hier auf faszinierende Bilder und rätselhafte Ereignisse, die keine offensichtliche Erklärung bekommen – und lässt damit Raum für Interpretation. Also exakt das, was auch "Elden Ring" so besonders macht. Und ein großer Grund dafür, warum uns diese Welten einfach nicht mehr loslassen.

Die drohende Elden Ring Katastrophe

Das Budget des Films soll weit über einhundert Millionen US-Dollar betragen. Es ist damit die teuerste Produktion in der Geschichte des Studios. Früher haben A24-Filme normalerweise unter 20 Millionen gekostet. 2024 wurden für "Civil War" aber bereits 50 Millionen ausgegeben, 2025 erforderte "Marty Supreme" bis zu 90 Millionen. A24 wagt sich also in die finanzielle Oberliga. Aber das könnte sich bei "Elden Ring" als große Katastrophe erweisen.

Der Grund dafür ist ganz einfach: So sehr wir "Elden Ring" auch feiern und uns die gewaltigste und treueste Umsetzung für das Kino wünschen: Der Film wird es verdammt schwer haben, ein Massenpublikum zu erreichen. "Elden Ring" ist zwar ein großer Name bei Hardcore-Spielern, aber eben kein Vergleich zu so etwas wie "Super Mario", der allen möglichen Spielern über Generationen hinweg ein Begriff ist. Selbst Menschen, die in ihrem Leben noch nie ein Videospiel gespielt haben, kennen ihn. Beim Namen "Elden Ring" zucken die meisten Kinogänger vermutlich nur mit den Schultern. Dazu kommt: Wir erwarten hier vermutlich einen düsteren Fantasyfilm für Erwachsene, der dazu auch noch mit einer absolut kryptischen und sperrigen Geschichte daherkommt.

All diese Faktoren schließen einen globalen Hit eigentlich komplett aus. A24 hatte immer davon profitiert, dass ihre Filme nicht allzu teuer waren – so konnten sie stets kreative Risiken eingehen und wurden dafür auch mit einem Profit belohnt. Wir wissen nicht, wie viel Geld das Studio in der Hinterhand hat – aber "Elden Ring" könnte ein finanzieller Genickbruch sein, von dem sich das Studio nicht mehr erholen wird.

Ob sich unsere Befürchtungen bewahrheiten, sehen wir in 2 Jahren: Der Kinostart von "Elden Ring" ist der 3. März 2028.