Kill Bill trifft auf Evil Dead: Unsere META-Kritik zu They Will Kill You

Wir verraten euch, was der wilde Genre-Mix drauf hat!

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

"Deadpool"-Star Zazie Beetz ist zurück – und diesmal wird es richtig blutig! In "They Will Kill You" schickt uns Regisseur Kirill Sokolov in ein edles New Yorker Hotel, hinter dessen schicker Fassade ein echter Albtraum lauert. Die Folge: reichlich Action! Ob sich der wilde Ritt lohnt und wie die internationale Presse das Ganze sieht, erfahrt ihr jetzt in unserer KinoCheck-META-Kritik.

Eine gnadenlose Jagd: Je weniger man weiß, desto besser

Ein kleiner Tipp gleich vorweg: Je weniger man über den Film weiß, desto besser. Die Story hält nämlich ein paar Kniffe und Überraschungen parat, die man am besten so unvoreingenommen wie möglich erleben sollte. Nur so viel: Zazie Beetz spielt Asia Reaves, die einen vermeintlichen Job als Haushälterin in einem mysteriösen Hotel ergattert. Doch kaum sind die Koffer ausgepackt, macht eine Gruppe von Satanisten Jagd auf sie.

Warum es ausgerechnet Asia an den Kragen geht und was der Kult sonst so im Schilde führt, erfahrt ihr am besten selbst ab dem 26. März 2026 im Kino. Eines können wir aber jetzt schon sagen: "They Will Kill You" macht richtig Spaß, was vor allem an dem wilden Genre-Mix und den brachialen Actionszenen liegt.

Ein blutiger Cocktail aus großen Vorbildern

Gleich zu Beginn wird klar: Der Film ist eine Liebeserklärung an das Action-Kino eines Quentin Tarantino und den grotesken Horror eines Sam Raimi. Sobald es zur Sache geht, erinnern die Kampf-Choreografien in ihrer überspitzten Gewalt und der schicken Inszenierung an den Rachefeldzug der Braut aus "Kill Bill".

Die handgemachten Splatter-Effekte sind herrlich übertrieben, kreativ und versprühen einen Charme, den man aus den guten alten "Evil Dead"-Zeiten kennt. Wenn die Kamera in rasanten Fahrten durch die Gänge peitscht und das Blut in Fontänen durch die Gegend spritzt, spürt man, wie viel Liebe zum Detail in den Film geflossen ist. Und wenn man denkt, man hätte alles gesehen, haut der Film ein Finale raus, das jetzt schon zum Absurdesten gehört, was dieses Jahr über die Leinwand flimmert.

YouTuber Robert Hofmann zeigt sich ebenfalls begeistert von der Action:

"Und ab einem bestimmten Punkt ist 'They Will Kill You' ohne Ende nonstop Action und Blut, aber immer wieder raffiniert in Szene gesetzt."

Ganz anders sieht es hingegen Brian Tallerico von RogerEbert.com. Die unterschiedlichen Einflüsse gehen laut ihm auf Kosten der eigenen Identität:

"Comics, Videospiele, Tarantino, Raimi – 'They Will Kill You' wirkt wie ein unheiliger Mischmasch aus so vielen Einflüssen, dass ihm die eigene Persönlichkeit fehlt."

Zazie Beetz in absoluter Top-Form

Der größte Pluspunkt ist ohne Frage Zazie Beetz. Die Darstellerin überzeugt auf ganzer Linie – körperlich wie emotional. In Sachen Präsenz ist sie eine mehr als würdige Nachfolgerin von Action-Ikonen wie Uma Thurman oder Pam Grier. Die Bösewichte, allen voran "Harry Potter"-Star Tom Felton, bleiben hingegen leider ziemlich blass und dienen eher als Kanonenfutter. Da wäre definitiv mehr drin gewesen, vor allem weil der Kult ja eigentlich der Motor der Story ist.

Siddhant Adlakha von Variety geht noch einen Schritt weiter. Laut ihm sorgen die schwachen Gegenspieler dafür, dass der Racheakt unserer Hauptfigur nicht sonderlich unterhaltsam ausfällt:

"Die Bösewichte des Films – gespielt von bekannten Gesichtern wie Heather Graham und Tom Felton – bleiben hingegen völlig blass und wirken weder besonders bösartig noch besonders charismatisch, was Asias Racheakte deutlich weniger unterhaltsam macht."

Verschenktes Potential und tonale Schwankungen

So viel Spaß "They Will Kill You" auch macht, ganz fehlerfrei ist er nicht. Das Drehbuch hat ein paar echt spannende Ideen zu bieten, die bedauerlicherweise nur kurz angeteasert, aber nicht zu Ende gedacht werden. Es wird zum Beispiel erzählt, dass es im Gebäude Etagen für verschiedene Sünden gibt – aber außer einem Sekundenbruchteil einer Orgie sehen wir davon fast gar nichts.

Dieser Meinung schließt sich auch Matthias Holm von IGN an:

"Sokolow versucht in dem Drehbuch mit Co-Autor Alex Litvak durchaus, etwas über Klassenunterschiede auszusagen. Diese Ansätze sind löblich und sorgen für ein paar schwarze Humorspitzen, hätten aber noch mehr ausgearbeitet werden können."

Auch der absurde Humor beißt sich gelegentlich mit den ernsteren Momenten der Geschichte. Die Ausgangslage, also weshalb sich Asia überhaupt in das Hotel begibt, ist nämlich durchaus tragisch. Dazu gesellen sich ein paar Anschlussfehler im Schnitt. Das ist zwar nicht wirklich dramatisch, fällt aber auf. Kleinigkeiten eben, auf die man auch gut und gern hätte verzichten können.

Fazit: Ein blutiges Fest mit kleinen Schönheitsfehlern

Unterm Strich ist "They Will Kill You" aber ein verdammt unterhaltsamer Genre-Trip, der hauptsächlich durch seine kreativen Actionsequenzen und eine toughe Hauptdarstellerin überzeugen kann. Ganz ohne Makel ist er zwar nicht, aber wer Lust auf 90 Minuten geballte Action hat und sich einem durchgeknallten Fiebertraum hingeben will, kommt hier definitiv auf seine Kosten.

Oder um es in den Worten von Daniel Schröckert von Kino+ zu sagen:

"Virtuoses, saftiges Hochhaus-Gemetzel, das mit den 'Ready or Nots' dieser Welt den blutigen Boden aufwischt."

Unsere Meinung: blutig, kreativ und durchgeknallt – "They will Kill You" haut richtig rein!

Bild zu THEY WILL KILL YOU Trailer German Deutsch (2026) Zazie Beetz, Tom Felton