Verblendung: Hauptdarsteller für die Serienadaption gefunden
Die Dreharbeiten beginnen im Oktober
Rund 15 Jahre nach David Finchers gefeierter Kinoadaption von "Verblendung" kehren Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander zurück. Diesmal allerdings nicht auf der großen Leinwand, sondern in einer neuen Serienadaption. Wie das Magazin Deadline bestätigt, wurden nun die beiden Hauptdarsteller gefunden.
Für die Rolle des Journalisten Mikael Blomkvist wurde David Oyelowo besetzt, der vorwiegend durch "Selma" und die Apple TV-Serie "Silo" auf sich aufmerksam machen konnte. Lisbeth Salander wird hingegen von "The Crown"-Darstellerin Viola Prettejohn verkörpert. Prettejohn tritt somit in die Fußstapfen von Noomi Rapace und Rooney Mara, welche die Figur vor ihr darstellten.
Darum geht es
Im Mittelpunkt von "Verblendung", dem ersten Roman der "Millennium"-Trilogie von Autor Stieg Larsson, steht der ehemalige Starjournalist Mikael Blomkvist. Nachdem seine Karriere einen herben Rückschlag erlitten hat, erhält er überraschend einen neuen Auftrag. Der Unternehmer Henrik Vanger bittet ihn darum, das mysteriöse Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären. Bei seinen Nachforschungen stößt Blomkvist auf zahlreiche Geheimnisse innerhalb der Familie. Unterstützung bekommt er dabei von Lisbeth Salander, einer hochbegabten Hackerin.
Die Geschichte wird in die Gegenwart verlegt
Die Serie wird dabei nicht einfach die bisherigen Verfilmungen wiederholen. Stattdessen haben sich die Verantwortlichen für eine zeitgemäße Neuinterpretation entschieden. Damit sollen auch bestimmte gesellschaftliche Themen des Romans an die heutige Zeit angepasst werden. Gleichzeitig soll tiefer in die Geschichte der Familie Vanger eingetaucht werden. Gerade das serielle Format bietet dafür deutlich mehr Raum. Während sich David Finchers Kinofilm aus dem Jahr 2011 auf rund zweieinhalb Stunden beschränken musste, kann die Sky-Produktion die Figuren und ihre Beziehungen über mehrere Episoden hinweg ausführlicher entwickeln.
Die Dreharbeiten starten ersten Informationen zufolge bereits im Oktober dieses Jahres in Litauen. Ob Sky über die erste Staffel hinaus plant, auch die weiteren Bücher der "Millennium"-Reihe zu adaptieren, ist derzeit offen. Ein Startdatum gibt es noch nicht.
Stieg Larssons Millennium-Trilogie: Diese Verfilmungen gibt es bereits
Mit seiner "Millennium"-Trilogie schuf der schwedische Autor Stieg Larsson eine der erfolgreichsten Krimireihen der vergangenen Jahrzehnte. Im Mittelpunkt stehen der investigative Journalist Mikael Blomkvist und die Hackerin Lisbeth Salander, die gemeinsam auf düstere Verbrechen und mächtige Gegner stoßen. Nach Larssons Tod wurden die drei Romane "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" mehrfach für die Leinwand adaptiert.
Die schwedische Trilogie
Den Anfang machte 2009 die schwedische Verfilmung von "Verblendung". Noomi Rapace übernahm die Rolle der Lisbeth Salander, während Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist zu sehen war. Regie führte Niels Arden Oplev. Der Film erzählt, wie Blomkvist den Auftrag erhält, das mysteriöse Verschwinden von Harriet Vanger aufzuklären. Dabei stößt er gemeinsam mit Salander auf ein dunkles Familiengeheimnis.
Noch im selben Jahr folgten "Verdammnis" und "Vergebung". Beide Filme wurden von Daniel Alfredson inszeniert und bildeten gemeinsam mit "Verblendung" eine zusammenhängende Trilogie. Anders als bei vielen späteren Romanverfilmungen wurden die drei Bücher damit relativ schnell hintereinander für das Kino adaptiert.
Die schwedischen Filme etablierten vor allem Noomi Rapaces Interpretation von Lisbeth Salander als prägende Version der Figur. Die Schauspielerin verkörperte die Hackerin als kompromisslose, traumatisierte und zugleich äußerst widerstandsfähige Persönlichkeit.
David Finchers Hollywood-Version
2011 wagte Hollywood eine neue Adaption des ersten Romans. Für "Verblendung" übernahm "Fight Club"- und "Sieben"-Regisseur David Fincher die Inszenierung. Daniel Craig spielte Mikael Blomkvist, während Rooney Mara als Lisbeth Salander zu sehen war.
Finchers Film orientierte sich erneut an der Handlung des ersten Romans, setzte dabei aber eigene Akzente. Die Geschichte wurde für ein internationales Publikum neu aufbereitet, während Fincher den düsteren und teilweise beklemmenden Ton der Vorlage beibehielt. Rooney Mara erhielt für ihre Darstellung der Lisbeth Salander unter anderem eine Oscar-Nominierung.
Obwohl der Film international viel Aufmerksamkeit erhielt, blieb es bei dieser einen Hollywood-Verfilmung. Die geplanten Adaptionen von "Verdammnis" und "Vergebung" wurden nicht umgesetzt.
