Offiziell: Spider-Punk und Spider-Gwen erhalten eigene Filme!
Das Spider-Verse wächst!
Neues aus dem "Spider-Verse": In einem Interview mit The Hollywood Reporter bestätigten Kristine Belson und Damien de Froberville von Sony Pictures Animation, dass Spider-Gwen und Spider-Punk tatsächlich ihre eigenen Filme erhalten sollen.
Ob sich die kommenden Solo-Projekte inhaltlich an den Comic-Vorlagen orientieren oder komplett neue Geschichten erzählen sollen, ist derzeit noch unklar. Naheliegend ist aber, dass beide Figuren jeweils in der Version auftreten werden, die das Publikum aus den bisherigen beiden "Spider-Verse"-Filmen kennt.
Spider-Punk wird dort von Daniel Kaluuya gesprochen, während Hailee Steinfeld Spider-Gwen ihre Stimme leiht. Besonders Spider-Punk hinterließ in "Across the Spider-Verse" mit seiner rebellischen, punkigen Art Eindruck. Trotz seiner unangepassten Haltung wird er zu einem wichtigen Verbündeten und Mentor für Miles Morales. Medienberichten zufolge wurde bereits ein Autoren-Duo für das Spin-off verpflichtet: Neben Daniel Kaluuya soll auch Ajon Singh an der Geschichte mitarbeiten.
Über das Spider-Gwen-Projekt ist allerdings noch so gut wie nichts bekannt. Spider-Gwen spielt eine zentrale Rolle in "A New Universe" und "Across the Spider-Verse" und gilt als enge Vertraute und mögliche große Liebe von Miles.
Laut Belson und de Froberville sollen die Filme aber erst nach dem Abschluss der "Spider-Verse"-Trilogie realisiert werden. Der dritte Teil, "Beyond the Spider-Verse", ist aktuell für den 17. Juni 2027 angesetzt. Und wenn wir gerade schon beim Thema sind: Am 27. Mai dieses Jahres startet auch eine Live-Action-Serie rund um Spider-Noir auf Amazon Prime Video. In der Hauptrolle: Nicolas Cage!

Ein Meilenstein des Animationskinos: Die bisherigen Spider-Verse-Filme im Überblick
Mit den beiden Animationsfilmen Spider-Man: "A New Universe" und "Spider-Man: Across the Spider-Verse" hat Sony das Superheldengenre nicht nur bereichert, sondern visuell und erzählerisch neu definiert. Die "Spider-Verse"-Reihe rund um Miles Morales gilt heute als eine der kreativsten und innovativsten Interpretationen der Spider-Man-Mythologie – und als Beweis dafür, dass Animationsfilme auch im Blockbuster-Segment neue Maßstäbe setzen können.
Der Beginn einer neuen Ära: Spider-Man: A New Universe
Als "Spider-Man: A New Universe" 2018 in die Kinos kam, war schnell klar, dass hier etwas Besonderes entstanden war. Im Mittelpunkt steht der Teenager Miles Morales, der nach dem Biss einer radioaktiven Spinne eigene Superkräfte entwickelt. Parallel dazu öffnet ein missglücktes Experiment die Tore zu anderen Dimensionen – und plötzlich tauchen verschiedene Versionen von Spider-Man in seiner Welt auf.
Der Film kombiniert eine klassische Coming-of-Age-Geschichte mit einem rasanten Multiversums-Abenteuer. Miles muss nicht nur lernen, mit seinen neuen Fähigkeiten umzugehen, sondern auch herausfinden, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Dabei trifft er auf alternative Spider-Helden wie eine ältere, desillusionierte Version von Peter Parker, Spider-Gwen und sogar eine animierte Cartoon-Spinne.
Besonders revolutionär war der visuelle Stil: Statt auf eine möglichst realistische Optik zu setzen, orientierte sich der Film stark an der Ästhetik von Comics. Sichtbare Rasterpunkte, eingefrorene Bewegungen, eingeblendete Soundeffekte und bewusst reduzierte Bildraten sorgten für einen Look, der sich wie ein lebendig gewordenes Comic-Heft anfühlte. Dieser Mut zur stilistischen Eigenständigkeit wurde mit zahlreichen Preisen belohnt, darunter auch der Oscar für den besten Animationsfilm.
Doch nicht nur technisch überzeugte "A New Universe". Auch emotional traf der Film einen Nerv. Miles' Beziehung zu seinem Vater, seine Unsicherheit als junger Held und das zentrale Motiv "Jeder kann die Maske tragen" verliehen der Geschichte Tiefe und universelle Bedeutung.

Größer, wilder, komplexer: Across the Spider-Verse
Fünf Jahre später setzte "Spider-Man: Across the Spider-Verse" die Geschichte fort – und übertraf in vielerlei Hinsicht noch die Ambitionen des Vorgängers. Diesmal steht Miles vor einer noch größeren Herausforderung: Er gerät in Konflikt mit einer ganzen Gemeinschaft von Spider-Wesen aus unzähligen Universen.
Im Zentrum der Handlung steht die Idee sogenannter "kanonischer Ereignisse" – Schlüsselmomente, die in jeder Spider-Man-Existenz stattfinden müssen. Miles stellt dieses Konzept infrage und gerät damit in Opposition zu mächtigen Figuren wie Spider-Man 2099. Gleichzeitig vertieft der Film die Beziehung zwischen Miles und Gwen Stacy und beleuchtet deren eigene innere Konflikte.
Visuell geht "Across the Spider-Verse" noch einen Schritt weiter. Jedes Universum besitzt einen eigenen, unverwechselbaren Stil. Gwens Welt wirkt wie ein impressionistisches Aquarell, während andere Dimensionen an futuristische Comics oder alternative Animationsformen erinnern. Der Film wechselt mutig zwischen verschiedenen Techniken und erschafft so ein visuelles Feuerwerk, das seinesgleichen sucht.
Erzählerisch ist die Fortsetzung komplexer und dunkler. Während der erste Film in sich abgeschlossen war, endet "Across the Spider-Verse" mit einem Cliffhanger, der direkt auf den dritten Teil vorbereitet. Themen wie Identität, Selbstbestimmung und der Bruch mit vorgegebenen Erwartungen stehen stärker im Fokus. Miles wird nicht nur als Held, sondern als Individuum gezeigt, das seinen eigenen Weg finden will – selbst wenn er damit bestehende Regeln sprengt.

Warum das Spider-Verse so besonders ist
Die beiden bisherigen Filme zeichnen sich durch eine seltene Kombination aus Herz, Humor und handwerklicher Innovation aus. Sie respektieren die Comic-Vorlage, ohne sich von ihr einengen zu lassen, und eröffnen gleichzeitig neue Perspektiven auf bekannte Figuren.
Zudem geben sie einem Helden Raum, der lange nicht im Zentrum großer Kinoproduktionen stand. Miles Morales verkörpert eine neue Generation von Superhelden – vielfältig, nahbar und geprägt von modernen Lebensrealitäten.
Mit ihrem einzigartigen Stil, starken Figuren und mutigen erzählerischen Entscheidungen haben die "Spider-Verse"-Filme das Genre nachhaltig beeinflusst. Sie zeigen, dass Superheldengeschichten auch nach Jahrzehnten noch überraschen können – wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.