Lee Cronin enthüllt Verbindung zwischen The Mummy und Evil Dead!

Es geht um eine ganz bestimme Figur

Von Jonas Reichel am 3 min Lesezeit

Mit "Lee Cronin's The Mummy" läuft derzeit eine Neuinterpretation der Horror-Ikone in den Kinos. Doch statt nur eine klassische Monstergeschichte zu erzählen, scheint Regisseur Lee Cronin etwas deutlich Größeres im Sinn zu haben: In einem Interview mit Collider verriet er, dass sein Film im selben Universum wie "Evil Dead" spielt!

Laut Cronin gibt es in "The Mummy" einen Archäologieprofessor, dessen Nachname auf eine entfernte Verwandtschaft zu den Figuren aus "Evil Dead Rise" hinweist. Aber auch darüber hinaus lassen sich einige stilistische Ähnlichkeiten zu Sam Raimis Horrorreihe erkennen, beispielsweise wenn es um die überspitzte Gewaltdarstellung geht.

"Lee Cronins: The Mummy" erzählt die Geschichte der jungen Katie, die eines Tages spurlos in der Wüste verschwindet. Als sie fast zehn Jahre später wie durch ein Wunder wieder zu ihrer Familie zurückkehrt, wird schnell klar, dass mit Katie etwas nicht stimmt. Etwas Unheilvolles ist in dem Mädchen erwacht, und das Wiedersehen entwickelt sich zu einem wahren Albtraum.

Obwohl die Kritiken eher gemischt ausfielen, konnte der Film an seinem Startwochenende bereits knapp 35 Millionen Dollar einspielen. Auch das "Evil Dead"-Universum soll weiter ausgebaut werden: Dieses Jahr erscheint mit "Evil Dead: Burn" der mittlerweile sechste Film der Reihe. Im nächsten Jahr folgt dann "Evil Dead Wrath".

Das Grauen aus der Wüste: Warum die Mumie eine Ikone des Horrors ist

In der Historie der klassischen Kinomonster nimmt die Mumie eine Sonderstellung ein. Während der Vampir durch seine verführerische Eleganz besticht und der Werwolf die animalische Urnatur des Menschen verkörpert, repräsentiert die Mumie etwas weitaus Abstrakteres und zugleich Beängstigenderes: die unaufhaltsame Rückkehr der Vergangenheit und die Verletzung der Totenruhe. Seit den Anfängen des Tonfilms hat sich die Mumie als eine der beständigsten Ikonen des Horrorgenres etabliert, deren Faszination bis heute ungebrochen ist.

Die Angst vor der Grabschändung

Der Ursprung der Mumien-Faszination liegt in der Ägyptomanie des frühen 20. Jahrhunderts. Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 und die Legenden um den darauf folgenden "Fluch der Pharaonen" lieferten den perfekten Nährboden für das Kino. Die Mumie ist das einzige Monster, das seine Existenzberechtigung aus einer Grenzüberschreitung des Menschen zieht. Sie ist nicht einfach "da", sondern sie wird geweckt. Damit spricht das Genre unsere tief sitzende Angst vor den Konsequenzen menschlicher Neugier und Arroganz an. Wer die Toten stört, um Wissen oder Schätze zu bergen, beschwört eine Kraft herauf, die nicht mit Logik zu besiegen ist.

Stilprägende Klassiker und die Evolution des Grauens

Die filmische Geburtsstunde der Ikone schlug 1932 mit Boris Karloff in "Die Mumie". Anders als spätere Inkarnationen war Karloffs Imhotep ein tragisches, fast melancholisches Wesen. Er war kein stumpfer Schläger, sondern ein mächtiger Magier, der aus Liebe den Tod überwand. Dieser Film etablierte das Motiv der "ewigen Liebe", die über Jahrtausende hinweg nach Reinkarnation sucht – ein Thema, das später in Francis Ford Coppolas "Dracula" oder eben in den modernen Mumien-Verfilmungen wieder aufgegriffen wurde.

In den 1940er Jahren wandelte sich das Bild durch die Hammer-Studios. Christopher Lee prägte in "Die Rache der Pharaonen" (1959) das Bild, das wir heute oft parodieren: die unaufhaltsame, in Leinen gewickelte Gestalt, die langsam, aber stetig auf ihre Opfer zuhinkt. Hier liegt der wahre Horror der Mumie begraben. Sie ist nicht schnell, aber sie ist unerbittlich. Man kann vor ihr weglaufen, aber man kann ihr nicht entkommen, da sie die Zeit selbst auf ihrer Seite hat.

Die Moderne: Action, Horror und das "Shared Universe"

Einen gewaltigen Popularitätsschub erlebte das Monster 1999 mit Stephen Sommers' "Die Mumie". Hier wurde das Horrorelement mit Abenteuer im Stile von Indiana Jones gemischt. Arnold Vosloos Imhotep war eine CGI-unterstützte Naturgewalt, die Plagen über Ägypten brachte. Dieser Film zeigte, dass die Mumie auch im modernen Blockbuster-Kino funktioniert, indem sie das Übernatürliche mit historischem Bombast verbindet.

Heute erleben wir eine erneute Transformation. Wenn Regisseure wie Lee Cronin die Mumie in ein gemeinsames Universum mit den Dämonen aus "Evil Dead" stellen, schließt sich ein Kreis. Die Mumie wird wieder zu dem, was sie im Kern immer war: ein bösartiges, unbegreifliches Wesen aus einer anderen Zeit. Die Verbindung von antiker Mythologie und modernem "Splatter"-Horror zeigt, wie anpassungsfähig die Figur ist.

Warum sie bleibt

Die Mumie ist deshalb so ikonisch, weil sie unsere Sterblichkeit reflektiert. Sie ist ein Körper, der den natürlichen Zerfall verweigert hat. In ihren staubigen Bandagen verbirgt sich die Mahnung, dass die Vergangenheit niemals wirklich tot ist – sie wartet nur darauf, ausgegraben zu werden. Ob als romantischer Liebhaber, stummer Rächer oder groteskes Monster in einem geteilten Universum: Die Mumie wird uns weiterhin verfolgen, solange wir es wagen, den Sand der Zeit aufzuwirbeln.

Bild zu LEE CRONIN'S THE MUMMY Trailer German Deutsch (2026) Jack Reynor