Michael Jackson Film bricht Biopic-Rekord – und schlägt damit Christopher Nolan

Das gewaltige Einspielergebnis von Oppenheimer wurde nun übertroffen

Von Carlos Corbelle Fraga am 4 min Lesezeit

"Michael" hat an der Kinokasse den nächsten Meilenstein erreicht. Der Film über Michael Jackson ist nun das erfolgreichste Biopic aller Zeiten. Bislang hat die Regiearbeit von Antoine Fuqua 977 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen erzielt. Damit hat "Michael" den bisherigen Spitzenreiter "Oppenheimer" von Regisseur Christopher Nolan hinter sich gelassen. Dessen Biopic über den theoretischen Physiker J. Robert Oppenheimer, der als "Vater der Atombombe" in die Geschichte einging, brachte es 2023 auf stolze 975 Millionen.

Von den 977 Millionen, die "Michael" bislang erzielt hat, stammen 370 Millionen aus der nordamerikanischen Heimat und 607 Millionen aus den internationalen Kinokassen, wie Variety berichtet. Das Branchenblatt nennt Mundpropaganda und wiederholte Kinobesuche der Zuschauer als Gründe dafür, dass der Film auch in der umkämpften Sommersaison ein Kassenschlager blieb.

Das Biopic über Michael Jackson hat bereits mehrere Rekorde gebrochen

Es ist nicht der einzige Rekord, den "Michael" seit seinem Release im April dieses Jahres vorzuweisen hat. Schon das Einspielergebnis der ersten Tage konnte sich sehen lassen: Bereits am ersten Wochenende erzielte der Film 97 Millionen an der heimischen Kasse und kam weltweit auf 217 Millionen – der beste Biopic-Start aller Zeiten. Laut Variety ist "Michael" auch der erfolgreichste Lionsgate-Film aller Zeiten. Die vorherige Nummer eins des Filmstudios war der Science-Fiction-Film "Die Tribute von Panem: Catching Fire", der es 2013 auf eine Summe von 865 Millionen brachte. Zudem gelang es "Michael", den 2018 erschienenen Film über die legendäre Rockband Queen vom Thron zu stoßen: Mit weltweiten Einnahmen von 911 Millionen galt zuvor "Bohemian Rhapsody" als erfolgreichstes Musik-Biopic aller Zeiten. Und der nächste Meilenstein ist schon in Reichweite: Schon bald könnte der Film über Michael Jackson die Marke von einer Milliarde US-Dollar knacken.

Ein Erfolg von "Michael" war abzusehen. Dass der Film dermaßen abräumen würde, traute man ihm dagegen zwar zu, ist aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Zumal das Biopic viel Kritik einstecken musste, da Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson im Film nicht thematisiert wurden. Die Zuschauer strömten ins Kino, bei vielen Kritikern fiel "Michael" jedoch durch (wie wir das Biopic bewerten, könnt ihr in unserer META-Filmkritik nachlesen).

Darum geht es in Michael

Der Film, in dem Jaafar Jackson die Hauptrolle spielt, erzählt von Michael Jacksons Kindheit in den 1960er Jahren, seinem Aufstieg zum Star als Frontsänger der Jackson 5 und dem späteren Befreiungsschlag als Solo-Künstler – mit dem Album "Off the Wall" sowie dem Nachfolger "Thriller", der Anfang der 80er zur erfolgreichsten Platte aller Zeiten avancierte. Neben der musikalischen Karriere geht es vor allem um den Konflikt zwischen dem Sänger und seinem Vater und Manager Joseph Jackson, der von Colman Domingo verkörpert wird.

Angesichts des kommerziellen Erfolgs ist ein zweiter Film über Michael Jackson längst angedacht. Zumal noch viel zu erzählen wäre. Der erste Teil endet mit einer Performance seines Hits "Bad" Ende der 80er Jahre. Die Karriere des Sängers hat demnach viel zu bieten, was im ersten Film noch nicht gezeigt wurde. Bereits vor ein paar Monaten äußerte sich Adam Fogelson, der als Film Chair bei der Produktionsfirma Lionsgate verantwortlich zeichnet, zu einer möglichen Fortsetzung. In Matthew Bellonis Podcast "The Town" erklärte er:

"Es gibt eine riesige Menge an Musik, darunter einige seiner besten Lieder, und eine Vielzahl an Lebenserfahrungen, die nichts mit den Vorwürfen zu tun haben, die schon für sich genommen mehr als nur einen zweiten Film ausfüllen würden."

Nur eine Frage der Zeit

Wovon der potentielle zweite Teil im Einzelnen handeln wird, bleibt abzuwarten. So oder so scheint sich nicht die Frage zu stellen, ob eine Fortsetzung kommt, sondern wann sie kommt. Und wer dabei sein wird. Man kann wohl damit rechnen, dass Jaafar Jackson erneut die Hauptrolle spielen wird. Alles andere wäre zumindest eine große Überraschung. Was die Inszenierung angeht, wird nach dem gewaltigen Erfolg wohl wieder Antoine Fuqua die erste Wahl sein. Der Regisseur wird seit einiger Zeit auch mit einem Film über den antiken Feldherren Hannibal in Verbindung gebracht. Der Dreh sollte dieses Jahr in Italien beginnen, doch nun musste die Produktion pausieren. Je nachdem, wie lange sich die Verzögerungen hinziehen, könnte es sogar sein, dass sich Fuqua noch vor der Umsetzung des Historienepos wieder dem "Michael"-Biopic widmet. Bislang sind das alles jedoch Spekulationen. Bestimmt wissen wir schon bald mehr.

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