Ryan Gosling im neuen Film von den Everything Everywhere All At Once-Machern
Es wird sich um einen großen "Event-Film" handeln
Während "Der Astronaut" aktuell die Kinokassen dominiert, steht bereits das nächste Filmprojekt mit Ryan Gosling in den Startlöchern. Wie das Magazin Deadline berichtet, hat sich Gosling für ein streng geheimes Projekt mit den "Everything Everywhere All At Once"-Machern Daniel Kwan und Daniel Scheinert zusammengeschlossen.
Worum es inhaltlich gehen wird, ist bisher nicht bekannt. Allerdings soll es sich um einen echten "Event-Film" handeln. Die Dreharbeiten starten im Sommer dieses Jahres. Erscheinen soll der Film dann am 19. November 2027. Das ist aber noch längst nicht alles. Der Hollywood-Star wird im nächsten Jahr auch in "Star Wars: Starfighter" zu sehen sein. Kinostart ist der 26. Mai 2027.
Ryan Gosling: Zwischen Melancholie und Muskelkraft
In der schillernden Welt von Hollywood gibt es Stars, die durch ihre Präsenz glänzen, und es gibt Schauspieler, die durch ihre Stille dominieren. Ryan Gosling gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Mit einem markanten Mix aus stoischer Ruhe, trockenem Humor und einer fast schon unheimlichen emotionalen Tiefe hat sich der gebürtige Kanadier in die A-Liste der Traumfabrik gespielt. Dabei ist er sich stets treu geblieben: Gosling lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Er ist der romantische Liebhaber, der wortkarge Actionheld und der exzentrische Komödiant in Personalunion.
Die Anfänge: Vom "Mickey Mouse Club" zum Charakterdarsteller
Ryan Goslings Weg begann weit entfernt von den düsteren Neo-Noir-Sets, für die er heute bekannt ist. Als Kind tanzte und sang er im legendären "Mickey Mouse Club" an der Seite von künftigen Pop-Giganten wie Justin Timberlake und Britney Spears. Doch während andere den Weg des Popstars wählten, zog es Gosling zum anspruchsvollen Independent-Kino.
Seinen ersten großen kritischen Erfolg feierte er 2001 in "Inside a Skinhead", wo er einen jüdischen Neonazi spielte. Es war ein mutiger, verstörender Auftritt, der klarmachte: Dieser junge Mann ist nicht hier, um nur gut auszusehen. Er ist hier, um Grenzen auszuloten.
Der Durchbruch: "Wie ein einizger Tag" und das Image des Frauenschwarms
Es war das Jahr 2004, das Ryan Goslings Leben für immer veränderte. Mit der Verfilmung des Nicholas-Sparks-Romans "Wie ein einziger Tag" wurde er über Nacht zum globalen Sexsymbol. Die Chemie zwischen ihm und Rachel McAdams war so elektrisierend, dass der Film bis heute als Goldstandard des modernen Liebesfilms gilt.
Gosling hätte den Rest seiner Karriere damit verbringen können, den charmanten Herzensbrecher in Liebeskomödien zu spielen. Doch sein Instinkt trieb ihn in eine andere Richtung. Er suchte nach Rollen, die dieses Image dekonstruierten.
Die Ära der Stille: "Drive" und die Zusammenarbeit mit Nicolas Winding Refn
Einer der wohl prägendsten Filme seiner Karriere ist der 2011 erschienene Neo-Noir-Thriller "Drive". Als namenloser Fluchtwagenfahrer, der kaum ein Wort verliert, definierte Gosling den Begriff "Coolness" neu. Mit seiner ikonischen Skorpion-Jacke und einem Blick, der gleichzeitig Sanftheit und extreme Gewaltbereitschaft ausstrahlte, wurde er zum Kultstar einer neuen Generation.
Diese minimalistische Art der Schauspielerei setzte er in Filmen wie "Only God Forgives" und später in Denis Villeneuves Meisterwerk "Blade Runner 2049" fort. In letzterem trat er in die Fußstapfen von Harrison Ford und bewies, dass er einen Blockbuster tragen kann, ohne seine künstlerische Integrität zu opfern. Sein Charakter "K" ist eine tragische Figur, die die Frage nach der menschlichen Seele stellt – verkörpert durch Goslings subtiles, fast unmerkliches Minenspiel.

Rhythmus und Gefühl: "La La Land"
Dass Gosling seine Wurzeln im Gesang und Tanz nicht vergessen hat, bewies er 2016 in dem modernen Musical-Klassiker "La La Land". An der Seite von Emma Stone spielte er den passionierten Jazz-Pianisten Sebastian. Gosling lernte für die Rolle innerhalb weniger Monate das Klavierspielen auf einem beeindruckenden Niveau, um in den langen Takes ohne Double auszukommen.
Der Film brachte ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller ein und zeigte eine weitere Facette seines Könnens: die Nostalgie. Er verkörperte den Kampf zwischen Träumen und der harten Realität mit einer Melancholie, die den Zuschauer tief berührte.

Das komödiantische Genie: "The Nice Guys" und "Barbie"
Viele Jahre lang wurde Gosling vor allem mit ernsten, düsteren Rollen assoziiert. Doch wer Interviews mit ihm sieht, erkennt schnell seinen trockenen, oft selbstironischen Humor. Diesen ließ er erstmals in der Action-Komödie "The Nice Guys" (2016) von der Leine. Als tollpatschiger Privatdetektiv Holland March lieferte er sich mit Russell Crowe ein verbales Duell nach dem anderen und bewies ein perfektes Timing für Slapstick.
Den vorläufigen Höhepunkt seiner komödiantischen Karriere erreichte er jedoch 2023 als Ken in Greta Gerwigs Welterfolg "Barbie". Gosling stahl in der Rolle der blondierten Puppe fast allen die Show. Mit dem Song "I'm Just Ken" und einer Performance, die Männlichkeitsklischees auf herrlich absurde Weise persiflierte, sicherte er sich eine weitere Oscar-Nominierung und bewies, dass er keine Angst davor hat, sich lächerlich zu machen – solange es der Kunst dient.

Ein Blick in die Zukunft: Authentizität als Erfolgsrezept
Was Ryan Gosling von vielen seiner Zeitgenossen unterscheidet, ist seine Selektivität. Er dreht nicht drei Filme pro Jahr, um im Gespräch zu bleiben. Er wählt Projekte, die ihn herausfordern oder ihm erlauben, mit Regisseuren zusammenzuarbeiten, die eine klare Vision haben.
Ob als Neil Armstrong in "Aufbruch zum Mond", wo er die Einsamkeit eines Pioniers erforschte, oder als Stuntman in "The Fall Guy" – Gosling bleibt unberechenbar. Er ist ein Star, der die Öffentlichkeit meidet, seine Privatsphäre schützt und lieber seine Arbeit für sich sprechen lässt. In einer Ära der ständigen Selbstdarstellung wirkt diese Zurückhaltung fast schon rebellisch.

Fazit: Ein bleibendes Erbe
Ryan Gosling ist mehr als nur ein hübsches Gesicht oder ein Internet-Meme ("Hey Girl"). Er ist ein Handwerker, der die Nuancen seiner Charaktere versteht wie kaum ein anderer. Von den Indie-Wurzeln bis zum "Kenergy"-Hype hat er eine Entwicklung vollzogen, die ihn zu einem der wichtigsten Schauspieler seiner Generation macht.
Egal, ob er ein schnelles Auto steuert, auf dem Mond landet oder in einem rosa Traumhaus lebt: Man kann den Blick nicht von ihm abwenden. Und genau das ist die Definition eines wahren Filmstars.
