Basic Instinct: Erste Handlungsdetails zum Reboot des Kult-Thrilles

Der Drehbuchautor des Originals äußert sich zur Handlung!

Von Jonas Reichel am 4 min Lesezeit

Es soll eine Neuauflage von "Basic Instinct" geben! Das umstrittene Original von 1992 wurde zum Kinohit – und machte Sharon Stone zum Weltstar. Nun arbeitet der einstige Drehbuchautor Joe Eszterhas an einem Reboot des Kult-Thrillers.

In einem Interview mit dem Guardian verriet er, dass im Zentrum der Geschichte eine Reihe von Nachahmungstäterinnen stehen. Auch übernatürliche Elemente sollen eine bedeutende Rolle spielen. Als mögliche Regisseurin brachte er Emerald Fennell ins Spiel, die zuletzt "Wuthering Heights" inszenierte. Das wurde aber kurz darauf von Seiten der Filmemacherin klar dementiert.

Zudem bezeichnete er das Projekt als "anti-woke" und übte ordentlich Kritik an der heutigen Filmindustrie. Zitat:

"Die Menschen haben panische Angst vor Konfrontationen und Meinungsverschiedenheiten. Das ist ein Verlust für die Kommunikation. Das ist ein Verlust für die Menschlichkeit."

Während offizielle Informationen zum Cast noch zurückgehalten werden, gibt es von einer Seite bereits eine klare und äußerst scharf formulierte Absage. Sharon Stone zweifelte in einem gewohnt direkten Kommentar gegenüber dem Guardian massiv an Eszterhas' aktuellen Fähigkeiten. Laut ihr könne er sich nicht einmal mehr "aus einer Apotheke herausschreiben". Wann das Reboot erscheint und ob auch Michael Douglas in seiner Rolle zurückkehrt, ist noch nicht bekannt.

Filmtipps im Stile von "Basic Instinct"

Der Erotik-Thriller der 90er Jahre hat ein ganz eigenes Genre geprägt, das von einer kühlen Schattenreich-Ästhetik, gefährlichen Obsessionen und einer moralischen Grauzone lebt. Paul Verhoevens Meisterwerk "Basic Instinct" aus dem Jahr 1992 bleibt bis heute das Nonplusultra dieses Stils. Der Film ist nicht nur für die berüchtigte Verhörszene bekannt, sondern vor allem für seine unterkühlte Noir-Atmosphäre und das hochintelligente psychologische Katz-und-Maus-Spiel zwischen Catherine Tramell und Nick Curran. Das Kino hat aber auch eine Reihe weiterer Filme zu bieten, die dieselbe gefährliche DNA in sich tragen.

Die Geburtsstunde der modernen Besessenheit

Bevor Sharon Stone das Eispickel-Zepter übernahm, definierte Kathleen Turner in dem Klassiker "Body Heat" – Eine heißkalte Erbschaft das Bild der modernen Femme Fatale neu. In der schwülen Hitze Floridas entspinnt sich eine Geschichte, die man förmlich durch den Bildschirm spüren kann. Wie in "Basic Instinct" wird auch hier ein eigentlich cleverer Anwalt durch seine unkontrollierbare Begierde komplett manipuliert.

Es ist ein langsamer, beinahe hypnotischer Abstieg in die Kriminalität, bei dem die Leidenschaft als einzige Währung zählt. Dieser Film legte den Grundstein für die Ästhetik des Erotik-Thrillers, indem er die klassische Schwarze Serie der 40er Jahre in ein modernes, freizügigeres Gewand kleidete.

Die klinische Perfektion der Manipulation

Einige Jahrzehnte später griff David Fincher diese Motive auf und perfektionierte sie in seinem Werk "Gone Girl". Die Protagonistin Amy Dunne kann als die spirituelle Nachfolgerin von Catherine Tramell betrachtet werden, da sie ebenso hochintelligent wie manipulativ agiert und dem Gesetz stets drei Schritte voraus ist.

Der Film besticht durch eine klinisch reine Optik und einen messerscharfen Schnitt, der eine zutiefst verstörende Wirkung entfaltet. Besonders die Unvorhersehbarkeit der Handlung spiegelt das Gefühl von Basic Instinct wider, da der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt sicher sein kann, wer in diesem grausamen Spiel tatsächlich das Opfer und wer der Täter ist. Es geht hierbei weniger um die physische Tat als vielmehr um die totale Kontrolle über das Narrativ und die Mitmenschen.

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Das Spiel mit den Erwartungen und der Sleaze-Faktor

Wer den provokanten und manchmal fast schon schlockigen Unterton von Paul Verhoeven schätzt, kommt an dem Film "Wild Things" nicht vorbei. In den glitzernden, aber moralisch verrotteten Sümpfen von Florida entfaltet sich ein Labyrinth aus Twists und doppelten Böden. Sex wird hier konsequent als Waffe und Machtmittel eingesetzt, wobei der Film bewusst mit den Voyeurismus-Erwartungen des Publikums spielt. Es entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen billig und genial konstruiert wirkt, was den Film zu einem Paradebeispiel für den exzessiven Thriller der späten 90er Jahre macht. Hier traut niemandem niemand, und jede Enthüllung führt lediglich tiefer in einen Sumpf aus Gier und Verrat.

Die Rückkehr des Meisters und das Ende der Tabus

Um die Faszination für diesen Stil wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf das Spätwerk des Meisters selbst. In "Elle" zeigt Paul Verhoeven erneut, warum er der König der Provokation ist. Isabelle Huppert verkörpert eine Frau, die nach einem Übergriff ein psychologisches Machtspiel mit ihrem Angreifer beginnt, anstatt die Rolle des Opfers anzunehmen. Der Film bricht jedes gesellschaftliche Tabu und verweigert dem Publikum eine einfache moralische Einordnung.

Wie schon in "Basic Instinct" verschwimmen die Grenzen zwischen Schmerz und Lust sowie zwischen Recht und Unrecht auf eine Weise, die den Zuschauer lange über den Abspann hinaus beschäftigt. Wiese Filme fordern uns dazu heraus, unsere eigenen moralischen Grenzen zu hinterfragen, während wir fasziniert zusehen, wie die Charaktere sehenden Auges in ihr Verderben rennen. Die Ästhetik der Gefahr bleibt ein zeitloses Motiv des Kinos, das uns immer wieder in seinen Bann zieht.

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