Schneewittchen Filmvorschau

Alles zum großen Disney Remake

von Robin Klaiber am 10. Juli 2024

2025 wagt sich Disney mit einer Live-Action Verfilmung an eines ihrer Kronjuwelen, nämlich das Märchen Schneewittchen der Gebrüder Grimm. 1937 entdeckte Walt Disney das Potential der Geschichte und schuf mit "Schneewittchen und die sieben Zwerge" den allerersten abendfüllenden Animationsfilm überhaupt. Bereits 2022 wurde bekannt, dass sich Disney nun an eine Neuauflage des Klassikers macht. Schon früh im Vorfeld des Filmes gab es viele positive wie auch negative Stimmen zu dem Projekt, welches bereits hitzig diskutiert wird. In diesem Artikel schauen wir auf die Handlung sowie den Cast des Filmes und ob Disney auf die Wünsche und Ängste der Fans eingegangen ist.

Bild zu SCHNEEWITTCHEN (2025) Filmvorschau

Cast

Über den Cast lässt sich schon einiges sagen, denn neben den Hauptdarstellern sind auch schon die meisten Nebendarsteller bekannt. Die Hauptrolle von "Schneewittchen" übernimmt Rachel Zegler, die zum einen im Spielberg-Remake von "West Side Story" überzeugen konnte und zuletzt auch im neuen "Tribute von Panem"-Film die Hauptrolle der Lucy Gray Baird gespielt hat.

Ganz unumstritten ist die junge US Amerikanerin allerdings nicht. In der Vergangenheit äußerte sie sich oft negativ über die klassischen Zeichentrickverfilmungen aus dem letzten Jahrhundert. In einem 2022 veröffentlichten Interview äußerte sich Rachel Zegler auch genauer zu der Beziehung zwischen Schneewitchen und dem Prinzen. Da dieser im Original einfach ein Stalker sei und das alles schon sehr "weird" wäre. Dem Original merke man in vielen Punkten an, dass es eben ein Film aus dem Jahre 1937 sei und dieser in dieser Art heutzutage nicht mehr denkbar ist. Dass sie sich negativ gegenüber dem Film, in dessen Remake sie die Hauptrolle verkörpert, äußert, kommt bei den Fans natürlich nicht gut an!

Schneewittchen wird in der Neuverfilmung auch in einer jungen Version gezeigt werden. Für diese Darstellung steht Emilia Faucher bereit, die man schon aus "Coda" kennen kann. Die Böse Königin wird von "Wonder Woman"-Schauspielerin Gal Gadot gespielt. Diese war zuletzt 2023 in "The Flash" auf der Kinoleinwand zu sehen.

Einen richtigen Prinzen wird es diesmal nicht geben, sondern eine Art Love Interest namens Jonathan. Dieser wird von Andrew Burnap gespielt. Für Burnap ist Schneewittchen der erste große Hollywood Film. Wie genau die Rolle des Jonathan aussehen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Disney möchte dabei, ganz im Sinne Zeglers, auf einen richtigen Prinzen verzichten und Schneewittchen soll als Anführerin im Kampf gegen die Böse Königin im Mittelpunkt stehen.

Einen Huntsman wird es allerdings geben, dieser wird als Handlanger der bösen Königin fungieren. Er wird von Ansu Kabia gespielt. Der Brite spielte zuletzt im biographischen Drama "Back to Black" mit, welches vom Leben der Sängerin Amy Winehouse handelt. Weitere kleine Rollen haben Dujonna Gift-Simms, Joshmaine Joseph, Lukus Alexander, Misa Koide, Katie Hardwick, Dean Nolan, Charlotte Scally, Kathryn Akin und Leon Ung.

Handlung

Bei "Schneewittchen" handelt es sich um ein typisches Remake, man erwartet also zu großen Teilen die bekannte Story: Prinzessin Schneewittchen landet wegen ihrer neidischen Stiefmutter im Wald, kommt bei den sieben Zwergen unter und sieht sich weiterhin mit den Mordversuchen der Königin konfrontiert. So dürften die meisten die Geschichte kennen und schätzen gelernt haben, im Remake soll es jedoch gerade bei den Details einige Änderungen geben. Scheinbar verfolgt Disney mit der Neuverfilmung einen gänzlich neuen Ansatz, was die Geschichte des bekannten Märchens angeht.

Während des D23-Events von Disney wurde bereits auf eine zeitgemäße Überarbeitung der Geschichte hingewiesen. Diese sei dafür gedacht, ein progressives, jüngeres Publikum anzusprechen. Ein Hinweis darauf gibt bereits der aktuelle Titel des Films: Der lautet nämlich nur noch "Schneewittchen", ohne wie das Original die sieben Zwerge zu erwähnen. Vor allem "Game of Thrones"-Star Peter Dinklage dürfte daran einen gewissen Anteil daran gehabt haben. Dieser echauffierte sich 2022 darüber, dass die Geschichte der sieben Zwerge ziemlich rückwärtsgewandt sei. Dinklage, der selbst kleinwüchsig ist, fühlte sich offenbar von den Remake-Plänen diskriminiert und merkte an, dass Disney scheinbar kein Problem damit habe eine Latina als Schneewittchen zu casten, aber die sieben Zwerge weiterhin wie Höhlenmenschen dargestellt würden. Schnell wurde ihm von Disney versichert, dass man die Stereotype des Originals möglichst vermeiden wolle.

Mitte 2023 machten erste Eindrücke vom Set die Runde: Dabei sieht man ein Double der Titelfigur und ihre sieben Begleiter – eine Gruppe von Männern und Frauen mit unterschiedlichsten Hautfarben und Körpergrößen. Daraufhin erntete Disney einen regelrechten Shitstorm im Internet, dass sie damit die Geschichte total verfälschen würden und wieder eine Geschichte Disneys "Woke" Welle zum Opfer fallen würde. Danach wurde es erst einmal ruhig rund um das Projekt, da der Autoren und Schauspieler Streik in Hollywood begann. Ende 2023 veröffentlichte Disney das erste offizielle Foto des Films, bei dem es einige Veränderungen an den Zwergen zu sehen gab. Denn aus den diversen Begleitern wurden komplett CGI geformte Zwerge. Damit versucht Disney einerseits auf die Kritik der Fans einzugehen, andererseits aber auch Rücksicht auf Menschen zu nehmen, die sich von Schauspielern als Zwerge diskriminiert sehen.

Etwas anders verhält es sich allerdings mit der Herkunft der Hauptfigur. Eine Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz – so beschreiben die Gebrüder Grimm Schneewittchen in ihrem Märchen und so wurde sie auch im Animationsfilm dargestellt. Hauptdarstellerin Rachel Zegler entspricht diesem Bild jedoch nicht ganz, denn die US-Amerikanerin hat unter anderem kolumbianische Wurzeln. Tatsächlich ist das Märchen gerade in lateinamerikanischen Ländern sehr beliebt, weshalb Disney die Entscheidung dieser eher untypischen Besetzung etwas leichter gefallen sein dürfte. Natürlich blieb im Netz eine Welle der Empörung nicht aus, auf die Zegler lakonisch reagierte: Man müsse die Leute wohl erst noch von der neuen Latina-Prinzessin überzeugen. Wir sind gespannt, welche weiteren Änderungen im Remake vorgenommen werden und wie viel von der alten Geschichte am Ende noch vorhanden ist.

Produktion

Es war schon länger klar, dass irgendwann ein Remake von "Schneewittchen" produziert werden soll. Bereits 2016 veröffentlichte Variety einen ersten Bericht zu einem neuen Disneyfilm, für den man schließlich "The Amazing Spider-Man"-Regisseur Marc Webb verpflichtete. Ihm stehen Greta Gerwig und Erin Cressida Wilson als Drehbuchautoren zur Seite. Der Startschuss für die
Dreharbeiten erfolgte im März 2022, 4 Monate später im Juli des gleichen Jahres wurden diese beendet. 2024 gab es dann noch einige Nachdrehs. Die eigentliche Premiere war im März 2024 geplant, wurde allerdings aufgrund des Schauspieler und Autoren-Streiks, wie viele andere Disney Produktionen, nach hinten verschoben.

Auch hier wusste Zegler wieder zu polarisieren. Nach dem sie sich dem Streik angeschlossen hatte, ließ sie verlautbaren:

"Wenn ich 18 Stunden im Dress einer ikonischen Disney-Prinzessin dastehe, dann verdiene ich auch, für jede Stunde, die das online gestreamt wird, bezahlt zu werden!"

Dies kam nicht bei allen Fans gut an, denn aufgrund ihrer mehr als guten Bezahlung für den Film sei es gierig und heuchlerisch von der Schauspielerin, sich zu beklagen. So zumindestens einige Fans im Internet. Für West Side Story erhielt sie ein Gehalt von einer halben Million Dollar, für den neusten Teil der Tribute von Panem Reihe waren es 750 tausend Dollar. Damit ist sie sicherlich nicht arm, aber wenn man sich zum Vergleich einmal Gal Gadots 10 Millionen Dollar Gehalt für Wonder Woman 2 anschaut, gehört sie natürlich auch noch nicht zu den reichen Hollywood Größen.

Der neue Premierentermin von "Schneewitchen" ist der 20. März 2025. Einen ersten Trailer haben wir bisher noch nicht gesehen, spätestens bei der diesjährigen D23 von Disney rechnen wir allerdings fest damit.