Dank Avatar: Zoe Saldaña ist jetzt der umsatzstärkste Schauspielstar aller Zeiten

Zwei andere Hollywoodstars hat sie in die Schranken verwiesen

Von Carlos Corbelle Fraga am 6 min Lesezeit

Durch ihre Rolle der heldenhaften Neytiri in James Camerons Science-Fiction-Spektakel "Avatar: Fire and Ash" hat Zoe Saldaña einen Rekord geknackt: Kein anderer Schauspielstar hat mit seinen Filmen mehr Geld eingespielt als sie. Insgesamt haben ihre Werke nun ein beeindruckendes Einspielergebnis von 15,47 Milliarden US-Dollar vorzuweisen. Damit hat sie zwei andere Hollywoodstars in die Schranken verwiesen, wie Variety berichtet.

Vor "Avatar 3" führte Scarlett Johansson die Rangliste mit 15,40 Milliarden an, dicht gefolgt von Samuel L. Jackson, der mit 14,6 Milliarden nach wie vor der umsatzstärkste männliche Schauspieler aller Zeiten ist. Wie sich der kommerzielle Erfolg von Zoe Saldaña erklären lässt? Vor allem durch Franchises. Neben ihrem aktuellen Blockbuster "Avatar: Fire and Ash", der bereits 1,2 Milliarden eingespielt hat und zusammen mit den ersten beiden Teilen auf stolze 6,4 Milliarden kommt, hat sie auch in verschiedenen Filmen des extrem erfolgreichen Marvel Cinematic Universe die außerirdische Heldin Gamora gespielt. Zudem ist sie als Uhura in drei Filmen des "Star Trek"-Franchise zu sehen.

Abgesehen von Saldaña und Johansson wird die Rangliste der profitabelsten Filmstars weitgehend von Männern dominiert. So befindet sich auf den ersten 20 Plätzen der von The Numbers veröffentlichten Rangliste gerade mal eine einzige weitere Schauspielerin: Emma Watson, die als Hermine Granger in den "Harry Potter"-Filmen zum Star wurde. Ansonsten sind viele weitere Marvel-Stars wie Robert Downey, Jr., Chris Pratt, Chris Hemsworth, Chris Evans und Mark Ruffalo vertreten oder auch Schauspieler wie Tom Cruise und Johnny Depp, die mit "Mission: Impossible" beziehungsweise "Pirates of the Caribbean" ebenfalls extrem profitable Blockbuster-Franchises vorzuweisen haben.

Zoe Saldaña kommentiert Rekord mit bewegenden Worten

Keine Frage: Saldaña kann stolz sein, die Rangliste anzuführen. Um ihrer Freude über den Rekord Ausdruck zu verleihen, wandte sie sich per Instagram an ihre Fans. Dort postete sie einen Clip, in dem sie erklärte:

Ich möchte bloß meine aufrichtige Dankbarkeit für die außergewöhnliche Reise zum Ausdruck bringen, die mich heute zur profitabelsten Filmschauspielerin aller Zeiten gemacht hat. Diesen Erfolg verdanke ich einzig und allein den unglaublichen Franchises, von denen ich glücklicherweise ein Teil sein durfte, meinen Wegbegleitern sowie jedem Regisseur, der mir sein Vertrauen geschenkt hat.

Im Einzelnen bedankt sie sich anschießend bei "Star Trek"-Regisseur J.J. Abrams, den "Avengers"-Filmemachern Joe und Anthony Russo sowie "Guardians of the Galaxy"-Mastermind James Gunn. Besonders betont sie aber in bewegenden Worten, wie wichtig "Avatar"-Regisseur James Cameron für ihre Karriere sei, weil "du an mein Potenzial geglaubt und etwas in mir gesehen hast, was ich selbst nicht immer in mir erkannt habe und du mich herausgefordert hast, immer mein Bestes zu geben. Dein Glaube, deine Führung und deine Vision formten nicht nur diese Filme, sondern auch mich als Künstlerin."

Meilensteine in Zoe Saldañas Karriere: Viel Sci-Fi und ein Oscar

Saldañas Karriere begann im Jahr 1999 mit einem bescheidenen Gastauftritt in der Langzeit-Krimiserie "Law & Order". Nach ein paar kleineren Filmen wie "Center Stage" und "Crossroads" folgte 2003 der erste Blockbuster: In "Fluch der Karibik" spielte sie als Nebendarstellerin an der Seite von Johnny Depp, Keira Knightley und Orlando Bloom die Piratin Anamaria. Der Durchbruch ließ zwar noch einige Jahre auf sich warten, doch 2009 war es dann soweit – und wie! In dem Jahr übernahm sie zum einen die Hauptrolle der Uhura im Kino-Reboot "Star Trek", mit dem Regisseur J.J. Abrams das legendäre Science-Fiction-Franchise einer Frischzellenkur unterzog. Zum anderen war es das Jahr, in dem sie zum ersten Mal die Welt von Pandora betrat: James Cameron besetzte sie für die weibliche Hauptrolle der außerirdischen Kämpferin Neytiri in seinem Science-Fiction-Blockbuster "Avatar", der schon bald darauf zum kommerziell erfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte – und Saldaña endgültig zum Star machte.

Bild zu AVATAR 3: Fire and Ash Trailer German Deutsch (2025)

Ein weiterer Meilenstein ihrer Karriere war die Rolle in dem Sci-Fi-Abenteuer "Guardians of the Galaxy" (2014), wo sie als ehemalige Killerin Gamora ebenfalls zur extraterrestrischen Heldin wird. Der Film wurde nicht nur zum kommerziellen Erfolg, sondern erfreute auch gleichermaßen Fans und Kritiker. Und mindestens ebenso wichtig: "Guardians of the Galaxy" wurde zu Saldañas Eintrittskarte ins stetig wachsende Marvel Cinematic Universe. So war sie nicht nur in den beiden Fortsetzungen von James Gunns "Guardians"-Reihe mit von der Partie, sondern auch in "Avengers: Infinity War" und "Avengers: Endgame", die mit einem Einspielergebnis von jeweils mehr als 2 Milliarden US-Dollar zu den beiden erfolgreichsten Marvel-Filmen aller Zeiten avancierten – und auch generell einen Platz in den Top 10 der erfolgreichsten Filme der Kinogeschichte haben.

Auszeichnung für Emilia Pérez

Den vielleicht größten Moment ihrer überaus erfolgreichen Karriere hat Saldaña jedoch einem Film zu verdanken, der weit davon entfernt ist, ein Blockbuster zu sein: "Emilia Pérez". Das unkonventionelle Musical des französischen Regisseurs Jacques Audiard erzählt die Geschichte eines transsexuellen Drogenbosses, der sein kriminelles Leben hinter sich lassen will. Saldaña spielt darin die Anwältin Rita Mora Castro, die dabei helfen soll, das Vorhaben zu ermöglichen – und das tut sie dermaßen mitreißend und überzeugend, dass sie bei der Oscarverleihung 2025 als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Zumal sie neben ihrem schauspielerischen Können auch ihr musikalisches Talent unter Beweis stellen konnte und das von ihr gesungene Lied "El Mal" ebenfalls mit dem Oscar prämiert wurde: als bester Filmsong des Jahres. Eine ganz besondere Rolle für die Schauspielerin, wie sie in ihrer Dankesrede deutlich machte. "Ich danke der Academy dafür, das stille Heldentum sowie die Kraft in einer Frau wie Rita anzuerkennen und über mächtige Frauen zu sprechen", betonte Saldaña angesichts ihres Triumphes. Der verdiente Höhepunkt einer Filmkarriere, die nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.

Bild zu EMILIA PÉREZ Trailer German Deutsch (2024) Selena Gomez, Zoe Saldana

Saldaña überzeugt auch im neuen Avatar-Film

Was für eine hervorragende Schauspielerin sie ist, beweist Saldaña auch im derzeit im Kino laufenden Blockbuster "Avatar: Fire and Ash". Man mag dem dritten Teil der Sci-Fi-Reihe vorwerfen, dass er gerade zum Ende hin, wenn es einmal mehr zur großen Schlacht zwischen den außerirdischen Na'vi und den Menschen kommt, die sich die Heimat von Neytiri gnadenlos aneignen wollen, zunehmend redundant wirkt. Was wir zu sehen bekommen, kommt uns angesichts des Vorgängers "Avatar: The Way of Water" nur allzu vertraut vor. Gerade zu Beginn des Films aber, wenn es in erster Linie darum geht, wie die Protagonisten mit den persönlichen Verlusten umgehen, die aus den bisherigen Schlachten resultieren, kann Saldaña einmal mehr ihr Können als Charakterdarstellerin unter Beweis stellen – und nebenbei zeigen, wie ungeheuer ausgereift das Performance Capturing in Camerons Filmreihe inzwischen ist.

Wie sie die von Trauer und Zorn geplagte Neytiri verkörpert, geht dermaßen unter die Haut und ist technisch so elaboriert, dass man sich Saldañas Spiel nicht entziehen kann. Zwar überzeugen auch die anderen Darsteller des Ensembles, allen voran Sam Worthington als Ex-Marine Jake Sully, Stephen Lang als Bösewicht Miles Quaritch sowie Neuzugang Oona Chaplin als Varang, die neben Quaritch zur zentralen Antagonistin des Films wird. Am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt allerdings Saldañas Performance, die sich durchaus mit ihrer Leistung in "Emilia Pérez" messen kann. Ob dafür aber wieder ein Oscar drin ist, wenn im März 2026 die Academy Awards verliehen werden, darf mehr als nur bezweifelt werden. Von Experten wird sie dieses Jahr jedenfalls nicht als Oscar-Kandidatin gehandelt – was ihre Leistung in "Avatar: Fire and Ash" natürlich dennoch keinesfalls schmälert.

Was "Avatar: Fire and Ash" noch zu bieten hat und ob der Film auch ansonsten qualitativ überzeugen kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Bild zu Avatar 3: Fire and Ash - Filmkritik