Thomas Shelby ist zurück! Unsere META-Kritik zu Peaky Blinders: The Immortal Man
Wir verraten euch, was der große Abschluss der legendären Gangster-Saga zu bieten hat!
Endlich ist es soweit: Tommy Shelby ist zurück! Nach dem Ende der sechsten Staffel von "Peaky Blinders" war klar, dass die Geschichte vom bekanntesten Gangster aus Birmingham noch längst nicht auserzählt ist. Mit "The Immortal Man" bekommen wir nun den lang erwarteten Spielfilm, der die Shelby-Saga zu einem runden Abschluss bringen soll. Aber liefert das große Finale auch das, was sich die Fans erhofft haben? Das verraten wir euch in unserer neuen KinoCheck-META-Kritik – und ordnen auch das Urteil der internationalen Presse ein.
Worum geht es?
Wir schreiben das Jahr 1940. England bebt unter den Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe, doch eine weitere Gefahr braut sich im Verborgenen zusammen. Die Nazis wollen die britische Wirtschaft mit Falschgeld überfluten und so zum Kollaps bringen. Der Drahtzieher auf englischer Seite ist Beckett (Tim Roth), der Gangs sucht, um die Blüten unters Volk zu bringen.
Hier kommen die neu formierten Peaky Blinders ins Spiel – allerdings unter einem neuen Anführer. Tommys unehelicher Sohn Duke, gespielt von Barry Keoghan, hat das Zepter übernommen. Während sein Vater Thomas trotz aller Sünden immer gewisse Prinzipien hatte, ist Duke deutlich ruchloser und absolut nicht abgeneigt, mit den Feinden Geschäfte zu machen. Dieser moralische Abgrund ruft sogar das Jenseits auf den Plan: Dukes verstorbene Mutter Zelda schickt ihre Zwillingsschwester Kaulo (Rebecca Ferguson) zu Tommy. Der Deal? Wenn Tommy es schafft, seinen Sohn von dem Vorhaben abzubringen, findet er endlich den langersehnten Frieden von seinen inneren Dämonen.

Der alte Vibe ist sofort wieder da
Eins muss man dem Film lassen: Das typische "Peaky Blinders"-Gefühl ist ab der ersten Sekunde wieder da. Die Macher haben nicht versucht, den Stil für das Kino krampfhaft zu verbiegen. Ganz im Gegenteil. Birmingham wirkt durch die Bombenangriffe und die düstere Kriegsstimmung noch ein Stück dreckiger und hoffnungsloser als zuvor. Auch die Ausstattung knüpft nahtlos an die Serie an – von den perfekt sitzenden Anzügen bis zu den verrauchten Pubs fühlt es sich teilweise wirklich wie "nach Hause kommen" an. Zudem gibt es auch wieder reichlich Zeitlupen und Zigaretten, die durch die Gegend geschnipst werden.
Cillian Murphy und Barry Keoghan auf Augenhöhe
Cillian Murphy spielt Tommy so überzeugend wie eh und je. Zwischenzeitlich bekommt man das Gefühl, dass er zwischen all den Jahren nichts anderes gemacht hätte. Sein Tommy ist genau das, was man nach dem Serienfinale erwarten konnte: einsam, in sich gekehrt und von seiner Vergangenheit heimgesucht. Der Film nimmt sich extrem viel Zeit für sein Innenleben. Das sorgt zwar für Tiefgang, aber auch dafür, dass er zu Beginn etwas behäbig daherkommt. Auch laut Jeremy Mathai von Slashfilm läuft Murphy zu absoluter Höchstleistung auf:
"Cillian Murphy war in dieser Rolle noch nie besser. Er schlüpft mit tiefer Erschöpfung und Entschlossenheit in die Haut des Charakters."
Der eigentliche Höhepunkt ist für uns jedoch Barry Keoghan als Duke. Er spielt den zwiespältigen Sohn von Tommy absolut fantastisch. Man spürt in jeder Szene, dass er unbedingt aus dem riesigen Schatten seines Vaters heraustreten will. Dabei geht er über Leichen und agiert noch skrupelloser als Tommy in seinen besten Zeiten. Das Zusammentreffen zwischen Vater und Sohn mündet dann in einer Szene, die definitiv im Gedächtnis bleibt und zu den Höhepunkten des Films gehört. der YouTuber Ren Kühn von FilmFlash lobt zwar das Schauspiel von Keoghan, hat allerdings seine Probleme mit der Charakterisierung der Figur:
"Uns wird direkt am Anfang des Films erzählt, dass dieser Duke schlimmer agieren würde, als es Tommy oder aber auch Arthur je getan hätten. Das Ding ist aber, man erzählt es uns nur. Im Grunde zeigt man es nicht. All das, was man uns zeigt, ist im Grunde genau das, was auch Thomas Shelby all die Jahre getrieben hat. Und damit eben nicht schlimmer, zumindest nicht sichtlich schlimmer."
Er fügt zudem hinzu, dass er die Figur eigentlich nicht gebraucht hätte:
"Die Story wäre wahrscheinlich sogar besser gewesen, der ganze Film wäre besser gewesen, hätte man darauf gesetzt, zu erzählen: Duke Shelby wurde umgebracht und deshalb muss Thomas Shelby zurückkehren, um ihn zu rächen."
Ziemlich enttäuschend ist unserer Meinung nach allerdings eher der Umgang mit dem restlichen Cast. Ja, ein paar bekannte Gesichter aus der Serie tauchen auf, verschwinden dann aber auch relativ schnell wieder. Noch ärgerlicher ist, dass einige wirklich wichtige Figuren entweder gar nicht vorkommen oder nur am Rande erwähnt werden. Das fühlt sich mit der Serie im Hinterkopf fast schon ein bisschen unwürdig an. Auch der Bösewicht, gespielt von Tim Roth, bleibt leider ziemlich blass. YouTuber Robert Hofman stört sich ebenfalls am Umgang mit den Figuren:
"Und was ich aber, und das hat mir ziemlich übel aufgestoßen, leider bei diesem 'Peaky Blinders'-Film wirklich schwierig finde, dass ganz, ganz wichtige Figuren aus der Serie hier kaum oder gar nicht stattfinden oder kurz am Rand erwähnt werden und ich mir denke, what? Nach all dem, was wir gesehen und erlebt haben, ist das jetzt die Erklärung? Da musste ich ganz schön schlucken und war dann auch beim Schauen so'n bisschen vor den Kopf gestoßen."
Wenn es etwas zu "spirituell" wird
Ein Punkt, der die Fans sicher spalten wird, sind die übernatürlichen Elemente. Die Serie hat ja immer mal wieder mit Prophezeiungen und Flüchen gespielt, aber der Film geht hier noch einen guten Schritt weiter. Das war dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Es nimmt der eigentlichen Geschichte schlichtweg die Bodenständigkeit – auch wenn es im Kontext von Tommys Vergangenheit durchaus Sinn ergibt.
Trotz der Kritikpunkte gibt es aber auch reichlich Momente, die einen wieder voll packen. Beispielsweise wenn die ikonische Musik einsetzt und Tommy Shelby in Zeitlupe durch die brennenden Gassen von Birmingham reitet. Das ist Gänsehaut pur! Laut Hanna Ines Flint von IGN hat die Inszenierung von Thomas Shelby fast schon etwas Gottgleiches:
"'The Immortal Man' hat definitiv Stil. Wir sehen einen schlammbedeckten Tommy durch die zerfurchten Straßen Birminghams reiten, als käme er direkt aus den Schützengräben der Front, während die Bürger ihm die Hände entgegenstrecken – wie einem Messias, der zurückgekehrt ist, um sie zu retten."
Fazit: Brauchte es diesen Film überhaupt?
Am Ende bleibt ein gemischtes Gefühl. "The Immortal Man" ist auf jeden Fall ein würdiges Ende für die Ära von Thomas Shelby, und man merkt, dass viel Herzblut in das Projekt geflossen ist. Es macht Spaß, noch einmal in diese Welt einzutauchen, und gerade das emotionale Finale liefert den Abschluss, den sich viele Fans wohl erhofft hatten. Dieser Meinung schließt sich auch Damon Wise von Deadline an:
"Sobald er in Fahrt kommt, ist 'The Immortal Man' ein unterhaltsames Stück britischer Pulp-Unterhaltung, das genau weiß, was es ist – und Murphy weiß genau, was er darin tut."
Aber wenn man ehrlich ist: Als zusätzliche Mini-Staffel hätte das Ganze wahrscheinlich besser funktioniert. So wirkt der Film an einigen Stellen zu langatmig und an anderen – hauptsächlich bei den Nebencharakteren – viel zu gehetzt. Man hätte ihn nicht unbedingt gebraucht, um die Serie in guter Erinnerung zu behalten. Aber Spaß macht er dennoch. Wir würden alles in allem eine Empfehlung aussprechen! "Peaky Blinders: The Immortal Man" könnt ihr euch ab dem 20. März 2026 auf Netflix ansehen.
Unsere Meinung: Düster, atmosphärisch und stark gespielt – "The Immortal Man" ist zwar kein Meisterwerk, aber ein würdiger Abschluss der Gangster-Saga.
