Get Over Here! Unsere META-Filmkritik zu Mortal Kombat 2
Wir verraten, ob sich der Film lohnt – und ordnen die Urteile anderer Kritiker ein
Macht euch bereit für die nächste Runde! Die Videospielverfilmung "Mortal Kombat 2" erscheint endlich in den deutschen Kinos. Nachdem der Vorgänger von 2021 die Gemüter gespalten hatte, versprachen die Macher für die Fortsetzung Besserung: mehr Action, mehr Lore und – endlich – das eigentliche Turnier. Doch kann "Mortal Kombat 2" den Erwartungen der Fans gerecht werden? In unserer neuen KinoCheck-Meta-Kritik verraten wir euch, was die Fortsetzung zu bieten hat, und ordnen das Urteil anderer Kritiker ein.
Darum geht es
Die Handlung setzt unmittelbar nach den Ereignissen des Vorgängers an: Shang Tsung ist geschlagen, doch die Bedrohung für das Erdenreich ist größer denn je. Lord Raiden schickt deshalb seine Krieger aus, um neue Champions zu rekrutieren. Im Zentrum steht dabei der (einstige) Hollywood-Star Johnny Cage, der eher unfreiwillig in das blutige Turnier stolpert. Gemeinsam mit Cole Young, Jax Briggs, Sonya Blade und Liu Kang reist er in die Außenwelt (Outworld), um sich dem grausamen Imperator Shao Kahn und dessen Armee entgegenzustellen. Viel mehr Inhalt sollte man allerdings nicht erwarten – die Handlung dient hier primär als roter Faden, um die Protagonisten von einer Arena in die nächste zu jagen.
Das Turnier im Mittelpunkt: ein Fest für Fans
Man merkt dem Sequel an jeder Ecke an, dass sich die Produzenten die Kritik der Fans zu Herzen genommen haben. War der erste Teil noch eine langatmige Origin-Story ohne echtes Turnier-Feeling, wirft uns die Fortsetzung direkt ins Geschehen. Oder um es mit den Worten von David vom YouTube‑Kanal unCAGEDgamez zu sagen:
"Wir wollten mehr Kämpfe, und sie haben uns so viel mehr Kämpfe gegeben. Wir wollten mehr von diesen Figuren, und sie haben uns mehr von diesen Figuren gegeben. Wir wollten das Turnier. Oh, das Turnier gibt es in diesem Film. Sie haben darauf geachtet, denselben Fehler nicht zweimal zu machen."
Das Herzstück ist diesmal tatsächlich der Wettkampf, und der wird vor allem Hardcore-Fans begeistern. Der Film strotzt nur so vor Fanservice. Überall lassen sich Easter Eggs finden: seien es ikonische Sprüche wie das obligatorische "Finish Him!", originalgetreue Kulissen wie der Thronsaal von Shao Kahn oder die Kleidung der Kämpfer, die direkt aus den Spielen stammen könnte.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Riege an Charakteren zudem massiv aufgestockt. Von Baraka über Kitana bis zu Jade – die Dichte an bekannten Gesichtern ist enorm. Das sorgt zwar für ein lebendiges Universum, führt aber auch dazu, dass viele Figuren nur kurze Gastauftritte haben, bevor sie entweder im Hintergrund verschwinden oder spektakulär zerlegt werden. Für Jeremy Jahns ist "Mortal Kombat 2" ganz klar ein Film für die Fans – und die werden sichtlich Spaß haben.
"Das ist ein "Mortal Kombat"-Film für "Mortal Kombat"-Fans. Die Art von Film, bei dem man seine "Mortal Kombat"-Freunde einlädt, ein paar Bier aufmacht und eine gute Zeit hat, während man betrunken ist."
Auch Elijah Pareño vom Rolling Stone-Magazin schließt sich dieser Meinung an:
"Es gibt Kickflips, Blut und einen Actionstar, der dem Namen des Turniers alle Ehre macht. Was will man mehr?"
Wuchtige Action mit Videospiel-Vibe
Wenn es kracht, dann richtig. Die Action macht insgesamt Spaß; die Kämpfe sind wuchtig inszeniert, angenehm übersichtlich gefilmt und – wie nicht anders zu erwarten – ziemlich blutig. Besonders wenn es zu den legendären Finishern kommt, dürfte dem ein oder anderen Fan sicherlich das Herz aufgehen. "Mortal Kombat 2" fühlt sich, gerade im Mittelteil, selbst wie ein Videospiel an. Figuren werden willkürlich ausgesucht und treten gegeneinander an, was stark an den Zufallsgenerator der Spielevorlage erinnert.
Positiv hervorzuheben ist dabei die Konsequenz in den Kämpfen. Der Film bleibt unvorhersehbar: Selbst absolute Fanlieblinge segnen das Zeitliche. Die Botschaft ist klar: Freundet euch nicht allzu sehr mit den Charakteren an, denn letztendlich kann es jeden treffen. Allerdings gehen hier schon die Meinungen auseinander. Für YouTuber Robert Hofmann war die Action nämlich schlichtweg zu zerschnitten und hektisch:
"Ganz viele Moves sehen so aus, als ergeben sie keinen Sinn und sollen irgendwie den Bildschirm füllen, während die Kamera alles noch mal ganz doll zerschneidet, damit es irgendwie nach Action und Kampf aussieht. Ohnehin springt die Kamera immer wahnsinnig nah ran, um zu kaschieren, dass die meisten hier nicht kämpfen können."
Der "Deadpool"-Faktor: Johnny Cage
Die wohl spannendste Personalie im Vorfeld war Karl Urban als Johnny Cage. Doch hier folgt die Ernüchterung: Cage entpuppt sich unserer Meinung nach als die wohl uninteressanteste Figur des Films. Urban spielt zwar mit sichtlicher Freude, doch der Figur fehlt jegliche Tiefe. Cage definiert sich fast ausschließlich über seine große Klappe, Meta-Jokes und das ständige Durchbrechen der vierten Wand. Er wirkt wie eine Kopie von Deadpool, die nicht in das restliche Gefüge passen will.
Laut David Hain hätte der Film aber durchaus Potential gehabt, die Figur würdig in die Handlung einzubauen. Zumal die Marketing-Kampagne genau das ja auch vermuten ließ:
"Das wirkte in den Trailern zwar völlig anders, da hatte ich das Gefühl, dass es hier halt um Johnny Cage geht oder dass die Handlung zumindest um ihn aufgebaut wurde, aber das ist gar nicht der Fall. Man hätte hier auch eine schöne Fish out of Water-Geschichte mit ihm erzählen können, um mir dieses Turnier und diese Welt noch mal anders beizubringen, aber damit hält sich dieser Film nicht auf."
Licht und (viel digitaler Schatten)
Auch visuell kann dieses Sequel wenig überzeugen. Während der Vorgänger noch auf einige echte Sets und handgemachte Requisiten setzte, ist in "Mortal Kombat 2" fast alles digital. Das Ergebnis sind stellenweise wirklich grauenhafte CGI-Effekte, die einen immer wieder aus der Immersion reißen. Wenn Hintergründe matschig aussehen und die Kämpfe vor einer offensichtlichen Green-Screen-Wüste stattfinden, verliert der Film seine physische Bedrohung. Es fühlt sich eher nach einer kostspieligen In-Game-Sequenz an als nach einem Blockbuster-Kinofilm.
Hinzu kommt, dass der Film mit seiner Laufzeit deutlich zu lang geraten ist. Knapp 120 Minuten sind für eine Story, die eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung von Duellen besteht, schlichtweg zu viel.
Die Resonanz auf Mortal Kombat 2: Nur etwas für Hardcore-Fans?
Insgesamt kommt "Mortal Kombat 2" bei der Presse eher durchwachsen an. Der Kritiker-Score bei Rotten Tomatoes liegt aktuell zwar bei 77 %. Die zusammengerechneten Kritikerstimmen auf Metacritic ergeben aber nur einen Wert von 48/100.
Unser Fazit: "Mortal Kombat 2" ist ein durchaus unterhaltsamer Actionfilm mit Licht und Schatten. Fans dürften aber voll auf ihre Kosten kommen!
Ihr wollt euch selbst überzeugen? "Mortal Kombat 2" läuft seit dem 7. Mai 2026 in den deutschen Kinos.
