Kikis kleiner Lieferservice: Ghibli-Anime wird zur Serie

Nach Hayao Miyazakis Kultfilm kommt eine Live-Action-Verfilmung

Von Konstantin Koos am 3 min Lesezeit

Überraschende Nachrichten für Anime-Fans: Der Kult-Klassiker "Kikis kleiner Lieferservice" wird laut übereinstimmender Medienberichte zur Serie! Die Neuverfilmung basiert auf Eiko Kadonos gleichnamiger Buchvorlage. Den meisten Filmfans dürfte die Geschichte allerdings durch Hayao Miyazakis Kultfilm aus dem Jahr 1989 bekannt sein.

Bei der Serienadaption handelt es sich um eine Live-Action-Verfilmung. Geplant sind demnach zehn halbstündige Episoden, die sich aktuell bereits in Entwicklung befinden. Hinter dem Projekt steht Irena Brignull. Die Drehbuchautorin hat unter anderem die Skripte für die Animationsfilme "Der kleine Prinz" (2015) und "Die Boxtrolls" verfasst.

"Kikis kleiner Lieferservice" ist eine britisch-japanische Koproduktion, beteiligt sind demnach BBC Studios Kids & Family, das Produktionsstudio Wheel in Motion sowie die Kadokawa Corporation. Wo die Serie in Deutschland laufen wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Ebenso unklar bleibt zunächst, wann "Kikis kleiner Lieferservice" erscheinen wird.

Die Buchvorlage von Eiko Kadono

Die Geschichte von "Kikis kleiner Lieferservice" geht ursprünglich auf den 1985 erschienenen Kinderroman der japanischen Autorin Eiko Kadono zurück. Das Buch erzählt von der jungen Hexe Kiki, die gemäß einer alten Tradition ihre Heimat verlassen muss, um für ein Jahr allein in einer fremden Stadt zu leben und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Kadonos Werk entwickelte sich in Japan zu einem großen Erfolg und wurde später um mehrere Fortsetzungen ergänzt.

Die Anime-Verfilmung von Hayao Miyazaki

Weltweite Bekanntheit erlangte die Geschichte jedoch vor allem durch die Anime-Verfilmung des renommierten Studios Ghibli. Der Film "Kikis kleiner Lieferservice" unter der Regie von Hayao Miyazaki zählt bis heute zu den beliebtesten Werken des legendären Animationsstudios. Miyazaki übernahm zwar die Grundidee des Romans, nahm jedoch auch Änderungen an Figuren, Handlung und Tonalität vor. Dadurch entstand eine eigenständige Interpretation, die sich vom Buch unterscheidet.

Der Anime begleitet die 13-jährige Kiki, die gemeinsam mit ihrem sprechenden schwarzen Kater Jiji ihre Heimat verlässt, um ihre Ausbildung zur Hexe abzuschließen. In einer malerischen Küstenstadt versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen. Da sie besonders gut fliegen kann, gründet sie einen Lieferservice auf ihrem Hexenbesen und verdient damit ihren Lebensunterhalt. Während ihrer Abenteuer lernt sie neue Freunde kennen, muss Rückschläge verkraften und wächst zunehmend an ihren Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger ein klassischer Konflikt als vielmehr Kikis persönlicher Weg ins Erwachsenenleben. Aktuell könnt ihr den Film im Streaming-Angebot von Netflix finden.

Was macht Kikis kleiner Lieferservice so besonders?

Genau dieser Ansatz macht "Kikis kleiner Lieferservice" bis heute so besonders. Statt auf große Kämpfe oder dramatische Wendungen zu setzen, erzählt der Film eine ruhige, warmherzige Geschichte über Selbstfindung, Unsicherheit und das Erwachsenwerden. Viele Zuschauer können sich mit Kikis Zweifeln, ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit und ihren Erfahrungen in einer neuen Umgebung identifizieren. Hinzu kommen die detailreichen Hintergründe, die liebevoll gestaltete Welt und der unverwechselbare Animationsstil von Studio Ghibli. Die europäisch inspirierte Küstenstadt, in der die Handlung spielt, gilt bis heute als eine der schönsten Kulissen der Anime-Geschichte.

Studio Ghibli

Der Film gehört zu den Werken, die maßgeblich zum internationalen Erfolg von Studio Ghibli beigetragen haben. Das 1985 gegründete Studio entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der angesehensten Animationsstudios der Welt. Zu den bekanntesten Ghibli-Filmen zählen unter anderem "Prinzessin Mononoke", "Das wandelnde Schloss" und der Oscar-prämierte Klassiker "Chihiros Reise ins Zauberland". Die Produktionen des Studios begeistern Generationen von Zuschauern durch ihre fantasievollen Welten, vielschichtigen Figuren und emotionalen Geschichten.

In den vergangenen Jahren hat sich Studio Ghibli zudem zu einem regelrechten Popkultur-Phänomen entwickelt. Szenen und Motive aus den Filmen erfreuen sich in sozialen Netzwerken großer Beliebtheit, während die Werke regelmäßig neue Fans gewinnen. Besonders die charakteristische Bildsprache der Ghibli-Filme wird weltweit geschätzt und gilt für viele Zuschauer als Inbegriff von nostalgischer, handgezeichneter Animationskunst. Sicher ist daher schon jetzt: Die Live-Action-Verfilmung von "Kikis kleiner Lieferservice" steht aufgrund der hohen Beliebtheit des Animes und Ghibli generell vor einer großen Herausforderung. Man darf gespannt sein, wie die Realverfilmung bei den Fans ankommen wird.

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