The Mandela Catalogue: Steven Spielberg setzt nach Disclosure Day auf YouTube-Horror
Der Regisseur wird den Film aber nicht selbst inszenieren
"The Mandela Catalogue" soll der nächste YouTube-Horror-Hit werden, der nach dem Internet auch das Kino erobert. Die Rechte an dem Stoff hat sich niemand Geringeres als Steven Spielberg gesichert – gemeinsam mit Scott Stuber von United Artists und Amazon MGM Studios. Zuvor soll es zu einem hart umkämpften Bieterwettstreit zwischen elf Filmstudios gekommen sein, wie das US-Branchenportal Deadline berichtet.
Als Vorlage dient die YouTube-Serie "The Mandela Catalogue", die erstmals im Juni 2021 erschien und im fiktiven Mandela County, Wisconsin spielt. Der Ort wird von den Alternates heimgesucht, gestaltwandelnde Wesen, die sich die Identität ihrer Opfer aneignen. Die Serie gilt als Vertreter des Analog Horrors, ein Subgenre, das sich unter anderem durch eine Ästhetik auszeichnet, die an analoge Aufnahmen des späten 20. Jahrhunderts erinnert.
Der Schöpfer von The Mandela Catalogue wird beim Film Regie führen
Steven Spielberg, der erst kürzlich mit seinem Science-Fiction-Thriller "Disclosure Day: Der Tag der Wahrheit" ebenfalls von einer Invasion erzählte, wird bei der Verfilmung des "Mandela Catalogue" aber nicht selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen, sondern als Produzent fungieren. Stattdessen wird mit Alex Kister der Schöpfer des YouTube-Hits die Inszenierung des geplanten Films übernehmen. Gemeinsam mit Tyler Clifton zeichnet er auch für das Drehbuch verantwortlich. Kister und Clifton gehören darüber hinaus ebenfalls zu den Produzenten, ebenso wie Holly Bario, Aaron B. Koontz, Scott Stuber und Nick Nesbitt. Was mögliche Darsteller angeht, wurde bisher noch nichts verkündet. Details zur Handlung wurden ebenfalls nicht genannt. Auch ein potentielles Release-Datum steht bislang aus – allerdings dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis es soweit ist.
Horror-Hits aus dem Internet sind in Hollywood extrem gefragt
Es ist nicht allzu verwunderlich, dass die Rechte an der Verfilmung derart begehrt sind. Auf YouTube entwickelte sich die Serie zum Hit. Laut Deadline verzeichnen die offiziellen Episoden von "The Mandela Catalogue" weit über 100 Millionen Views. Zudem liegen derartige Horror-Stoffe, die im Internet zum Hit wurden und frischen Wind ins Genre bringen, im Trend. Bestes Beispiel ist "Backrooms". Die aktuelle Box-Office-Sensation begann ebenfalls als YouTube-Webserie. Deren Schöpfer Kane Parsons nahm bei der Verfilmung des Stoffes ebenfalls selbst auf dem Regiestuhl Platz – und landete einen Volltreffer. Die Leinwandadaption ist mit den beiden Hauptdarstellern Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve hochkarätig besetzt und erzählt von einem gescheiterten Architekten, der in seinem Möbelladen eine Reihe mysteriöser, scheinbar nicht enden wollender Räume entdeckt – womit das Grauen seinen Anfang nimmt. An den weltweiten Kinokassen hat "Backrooms" bisher 330 Millionen US-Dollar eingenommen. Wobei das Produktionsbudget gerade mal 10 Millionen betrug. Der 21-Jahre junge Parsons drehte damit den erfolgreichsten Film, den das Studio A24 je hervorgebracht hat. Ganz abgesehen davon, dass der Film auch bei der Kritik hervorragend ankam.

Backrooms und Obsession waren nur der Anfang
Mit Curry Barker erobert derzeit ein weiterer junger Regisseur mit YouTube-Wurzeln die Kinowelt. Und zwar auch mit einem Horrorfilm, der die Kritiker begeistert und für volle Kinokassen sorgt. Sein Film "Obsession: Du sollst mich lieben" hat schon 371 Millionen eingespielt – wobei das Budget sogar nur bei 750.000 US-Dollar liegen soll. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, der mithilfe eines übernatürlichen Spielzeugs seinen größten Wunsch erfüllt bekommt: Seine Traumfrau verliebt sich in ihn – mit üblen Folgen.
Im Zuge dieser riesigen Erfolge ist "The Mandela Catalogue" nicht die einzige Internet-Horror-Sensation, die sich den Weg auf die Leinwand bahnt. Erst kürzlich sicherte sich Warner Bros. Pictures die Rechte an "Siren Head". Hinter dem viralen Hit steht der kanadische Illustrator Trevor Henderson, der sich ein riesiges, skelettartiges Wesen ausdachte, das im Netz für Furore sorgte.
Ob "Siren Head" und "The Mandela Catalogue" ähnlich erfolgreich im Kino sein werden wie "Backrooms" und "Obsession", bleibt abzuwarten. In jedem Fall bietet sich durch die ungewöhnlichen Stoffe eine Gelegenheit, das Horror-Kino um neue, erfrischende Facetten zu bereichern.
